Selbstvertrauen stärken

 

Gesundes Selbstbewusstsein ist eine entscheidende Grundlage für die Erreichung unserer Ziele. Und somit für ein zufriedenes, erfülltes und erfolgreiches Leben. Denn wie Du Dich selber siehst, bestimmt Deine Gedanken, Deine Worte und Deine Gefühle. Und da diese Faktoren unser Verhalten und unsere Aktivitäten bestimmen, haben sie entscheidenden Einfluss auf unsere Chancen und Möglichkeiten im Leben.

Selbstbewusstsein hat nichts mit überzogener Selbstdarstellung oder Egozentrik zu tun, sondern ein gesundes Selbstbewusstsein bedeutet schlicht: Sich selbst gut zu kennen! Sich mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren! Authentisch zu sein und mit diesem Gesamtpaket selbstsicher aufzutreten. Je mehr wir dieses Bewusstsein in uns verankern und positive Erfahrungen und Erfolge in unserer Außenwelt sammeln, steigert sich auch unser selbstsicheres Auftreten. 

 

SELBST-BEWUSST-SEIN

Teilen wir das Wort Selbstbewusstsein einmal in seine Teile: Selbst – bewusst – sein. Es könnte übersetzt auch heißen: Ich weiß über mich bescheid! Ich kenne mich!

Selbstbewusstsein wird häufig verwechselt mit „Was HABE ich?’“ Viele Menschen haben beispielsweise einen guten Partner, ein gut gefülltes Konto, eine erfolgreiche Karriere, ein schickes Haus oder einen schnittigen Sportwagen... Das ist erst einmal ganz prima!!! Daran möchte ich auch überhaupt nicht rütteln.

Allerdings sind diese Dinge nicht immer ein Leben lang in Stein gemeißelt. Wenn das Schicksal unglücklich zuschlägt, können Beziehungen, Karrieren und wertvolle Besitztümer auch Mal den Bach runter gehen. Dann ist echtes Selbstbewusstsein gefragt. Frage Dich: Wie kann ich mich mit meinen ureigenen Kräften wieder aus diesem Tal herausziehen. Diese Potenziale - Deine echten Stärken - stehen Dir in der Regel Dein ganzes Leben lang zur Verfügung! 

Wichtig ist, dass wir uns mehr über unser SEIN als über unser HABEN definieren. Eine gute Shopping-Tour kann kurzfristig sicherlich befriedigen. Unsere individuellen Möglichkeiten, andere Menschen mit unserem Naturell oder unseren Fähigkeiten glücklich und zufrieden zu machen, motiviert uns allerdings langfristig weitaus mehr! 

 

Schaue auf Deine Schokoladenseiten

Viele Menschen wissen leider viel besser, was sie nicht so gut können oder woran sie noch arbeiten müssten. Das liegt in der Natur des Menschen begründet, da wir uns deutlich mehr auf negative Ereignisse konzentrieren, als auf die positiven... Studien sagen bis zu 11 Mal mehr! 

Meine Empfehlung: Konzentriere Dich ab jetzt bewusst auf das Positive! Und fange mit Dir selbst an! Sage Dir: „Ich bin gut, so wie ich bin!“ oder „Ich bin okay, so wie ich bin!.“ "Ich habe im Leben schon viel geschafft und viele Situationen erfolgreich gemeistert!"

Ein positiver innerer Dialog ist Grundvoraussetzung für den Aufbau eines neuen Selbstbewusstseins. Die innere Überzeugung für diese positive Sätze über sich selbst ist anfänglich noch nicht sehr ausgeprägt. Das liegt daran, dass sich unsere Gefühle und Überzeugungen aus unserer negativen Vergangenheit speisen. Hier gilt: Am Ball bleiben! Steter Tropfen höhlt den Stein.

  

Selbstbewusstseins-Check

1. Werte leben

Frage Dich: "Was ist mir wirklich wichtig? Was will ich in meinem Leben erleben und erreichen? Werte geben Auskunft darüber, was Dir heute im Leben am meisten bedeutet und wofür Du Geld, Zeit und Energie investierst. Werte können sich über die Jahre verändern.

Werte sind bspw. Freiheit, Harmonie, Gesundheit, Ordnung, Kreativität, Sicherheit, Liebe, Vertrauen, Glaube, Erfolg, Abenteuer, Status, Geld, Macht, Freundschaft, Teamgeist, Treue, Ehrlichkeit, Herzlichkeit, Genuss, Respekt, Loyalität usw.

Notiere Deine 5 wichtigsten Lebenswerte und frage Dich, ob sie in Deinem aktuellen Leben Berücksichtigung finden. 

2. Stärken stärken

Woran hast Du Spaß? Was machst Du schon sehr lange sehr gerne? Was kannst Du gut? Wo liegen Deine Talente und Fähigkeiten? 

Stärken können sein: ich bin kommunikativ, humorvoll, verantwortungsbewusst, ausdauernd, sportlich, fürsorglich, organisiert, kreativ, ordentlich, zuverlässig usw.

Nimm Dir Zeit und schreibe mindestens 10 Stärken auf ein Papier! Schaue auch hier, ob und wo Du diese Stärken in Deinem Leben bewusst einsetzt.

3. Bewusstsein für Deine Stärken und Werte aufbauen

Schaue Dir eine Woche lang täglich Deine Stärken und Lebenswerte an. Überlege Dir, wo Du sie konkret einsetzen kannst: beruflich und privat. Allein der tägliche Blick auf Deine Stärken verleiht Dir selbst Stärke! Unsere Stärken führen uns zu unseren Zielen!

4. Betreibe ein positives Erinnerungsmanagement

Denke an Deine Erfolge im Leben! Was Du schon alles geschafft und welche schwierigen Situationen Du schon gemeistert hast? Ganz erstaunlich oder :-)

5. Seine Schwächen kennen, aber bitte nicht überbewerten

Schaue mehr auf Deine Stärken als auf Deine Schwächen! Worauf wir uns fokussieren, das machen wir groß und ziehen es mit Resonanz in unser Leben. Akzeptiere Deine Schwächen als ganz natürlichen Teil von Dir!! Sie machen uns individuell und manchmal auch sympathisch! Denke daran, nobody is perfect! Vergleiche Dich weniger mit anderen: Sie sind anders und nicht besser! Schaue auf Dein großartiges Gesamtpaket und nutze es bestmöglich!

6. Auch Schwächen haben ihre gute Seite

Hier ein paar Beispiele: Ich bin...

ungeduldig... und damit zielstrebig und beharrlich 

chaotisch... okay und somit flexibel, kreativ, vielseitig interessiert oder mache aus jeder Situation das Beste.

verschwenderisch... ich bin ein großzügiger und großherziger Mensch :-)

schüchtern und "zu ruhig"... Introvertierte sind sehr gute Beobachter! Sie nehmen sich Zeit für ihre Antwort und ihre treffsichere Bewertung. Und können sich viel länger auf eine Sache konzentrieren, als der extrovertierte Showman daeben ;-)

Jede Medaille hat zwei Seiten und so steckt hinter jeder vermeintlichen Schwäche auch eine Stärke.

 
7. Andere Menschen interviewen 

Wer selbst keine Antworten auf diese Fragen weiß, kann gerne sein enges und vertrautes Umfeld befragen: Den Partner/in, Freund/in oder Kollegen/in. Häufig kennen vertraute  Menschen uns besser als wir selbst! Frage sie: „Wo siehst Du eigentlich meine Stärken? Was macht mich aus und was kann ich in Deinen Augen besonders gut?“

Hört sich im ersten Moment vielleicht etwas merkwürdig oder peinlich an. Erkläre kurz Dein Anliegen und ich verspreche Dir, der andere wird positiv und ganz normal reagieren! Und sich vielleicht sogar als Ratgeber geschmeichelt fühlen. 

8. Positiven inneren Dialog führen

Führe positive Selbstgespräche: Sage Dir "Ich schaffe das!" oder „Ich bin gut genug! Genau so wie ich bin“ oder „Ich bin zufrieden mit meiner Entwicklung! Es wird jeden Tag ein bisschen besser.“ 

Du kannst Dir auch sagen: „Nobody is perfect! Und ich muss es auch nicht sein. Gut ist gut genug“

 

Lohnt sich das Selbstbewusstseins-Training für mich?

Der Weg ist das Ziel! Ein Beispiel für den mathematisch rationalen Typ: Wenn Du im ersten Jahr gefühlte 20 Prozent Selbstbewusstsein hast und im nächsten Jahr gefühlte 40 Prozent, dann hast Du bereits doppelt so Selbstbewusstsein wie vorher.  

Stelle Dich jeden Tag einer Situation außerhalb Deiner Komfortzone! Traue Dir neue Dinge zu und sie wird jeden Tag ein Stückchen größer!

- ich melde mich heute in der Sitzung zu Wort

- ich traue mich heute, auch mal "nein" zu sagen

- ich traue mich heute Abend auf die Tanzfläche 

- ...

Denke nicht lange nach, sondern gehe mutig voran. Sage Dir eins-zwei-drei... jetzt ☺ Je länger wir nachdenken, desto mehr liefert uns unser Unterbewusstsein Argumente, es nicht zu tun ;) Daher starte Deine Mutprobe in den ersten drei Sekunden. 

Gehe bei Deinem Selbstbewusstseinstraining in kleinen Schritten ovr! In Minischritten! Diese regelmäßig gegangen sind deutlich nachhaltiger als einmalige große Sprünge! Neues Selbstbewusstsein aufbauen geht nur über tägliches, in den Alltag eingebautes Training. Über gelebte Praxisarbeit! Selbstbewusstsein muss langsam reifen bis es zur inneren Überzeugung gelangt. Du machst auf Deinem Weg viele bestärkende und positive Erfahrungen und sammelst persönliche Erfolgserlebnisse! Das macht Dich Tag für Tag innerlich stärker und gegenüber Deinen Mitmenschen freier!

 

Der Respekt vor Dir steigt an

Vielleicht fragst Du Dich, was denn die anderen zu Deinem neuen Selbstbewusstsein sagen werden? Viellicht kommen Zweifel auf, nach dem Motto: "Mögen die mich dann noch?"

Ich sage Dir: Jeder rudert sein eigenes Boot, daher bist Du weniger im Fokus anderer Menschen, als Du denkst! Tatsache ist, dass wir zu 90 Prozent unserer Zeit über uns selbst nachdenken. Über unsere Aktivitäten, über unsere Ziele, über unser Aussehen.

Wir sind fast die gesamte Zeit in unserem eigenen Film unterwegs und die anderen sind es auch! Unsere Mitmenschen denken daher viel weniger an uns, als wir meinen! 

Deine neues Selbstbewusstsein hat noch einen begleitenden Lohn für Dich parat: Der Respekt Deiner Mitmenschen steigt mit der Zeit deutlich an! Sie sehen Dich mit anderen Augen!

Du kommst auf Augenhöhe!

Wer damit nicht umgehen kann, den solltest Du ziehen lassen. Diese Menschen waren vorher wahrscheinlich mehr an Deiner Unterstützung interessiert, als an Dir als Mensch. Alle wichtigen Menschen in Deinem Leben werden bleiben und sich über Deine persönliche Entwicklung freuen!

Denke daran, Du allein bist für Dein Leben verantwortlich! Niemand sonst! Daher übernehme zu 100 % Verantwortung für Dich selbst. Starte noch heute mit Deinem individuellen Training. Es lohnt sich!!! Ich wünsche Dir viele neue Erkenntnisse und ganz viel Erfolg auf dem Weg zu Deinem neuen Selbstbewusstsein! 

 

 

Selbstliebe


Selbstliebe ist Voraussetzung für wahre Nächstenliebe! Wir können nur geben, was wir selbst auch in uns tragen. Empfinden wir nur wenig Wertschätzung für uns selbst, fällt uns die Wertschätzung anderer nicht leicht. Ein alter Psychologenspruch lautet: innen wie außen! Wenn wir lernen, uns zuerst selbst so zu akzeptieren und zu mögen, wie wir sind, dann fällt uns der Umgang mit anderen Menschen zunehmend leichter.

Selbstakzeptanz und Selbstliebe haben somit nichts mit Egoismus zu tun. Es geht um eine leise innere Stimme, die uns sagt: "Du bist okay, genau so wie Du bist!" Es lohnt sich, diese leise innere Stimme zu fördern und zu bestärken!

Wer ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen möchte, dem empfehle ich, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Es sind einfache Fragen, die wir uns stellen können: "Was tut mir gut? Was kann ich gut? Was macht mich zufrieden? Und nicht zuletzt: Was macht mich als Mensch wertvoll?" Wer auf diese Fragen eine Antwort kennt, hat festen Boden unter den Füßen. Ein sicheres Fundament, welches auch Erschütterungen aushält. Ein starkes Selbst ist ein Garant für Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg! 

 

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen ein Gedicht von Charlie Chaplin vorstellen, welches er im weisen Alter von 70 Jahren geschrieben und vorgestellt hat:

Als ich begann, mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war. Heute nenne ich es Selbstachtung.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen, und konnte sehen, dass alles, was mich umgab, mich einlud zu wachsen. Heute nenne ich es Reife

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin, und alles geschieht im absolut richtigen Moment. Also konnte ich ruhig sein. Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet. Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen. Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ich Selbstliebe.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, hörte ich auf, zu versuchen, immer Recht zu haben, und seitdem habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist Bescheidenheit.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, weigerte ich mich, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur im jetzigen Moment, in dem alles geschieht. Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich mich mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten. Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren.

Heute weiß ich, das ist Leben!  

 

 

Achtsam zur Gelassenheit

 

Wirksame Tipps hätte ich mir in meiner eigenen Zeit im Hamsterrad selbst gewünscht. Ob ich allerdings offen für deren Umsetzung gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Leider fehlt uns Menschen in dieser Zeit häufig die nötige Offenheit für ein Leben im jetzigen Moment. Ich erinnere mich sehr gut, wie gerade die eigentlich erholsame freie Zeit von quälendem negativem Gedankenkreisel geprägt war. Gedanken, die zu nichts geführt haben, außer, dass sie mir mein erholsames Wochenende geraubt haben.

In solchen Momenten müssen wir lernen, dass unsere Gedanken nicht die eindeutige Wahrheit sind. Sie sind lediglich unsere aktuelle Sicht auf eine Situation oder einen Menschen mit unserer individuellen Bewertung. Beruhend auf unseren Erfahrungen und persönlichen Glaubenssätzen. Diese Sicht kann unter einem anderen Licht betrachtet ganz anders aussehen. Sehen wir eine Situation als unüberwindbares Problem, als notwendige Herausforderung oder vielleicht sogar als Chance? Entscheiden Sie selbst!

Viele unserer täglich über 60.000 Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen aus einer Mücke einen Elefanten. Begleiterscheinungen des Gedankenkarussels sind Wut und Aggression. Zum Beispiel im Straßenverkehr oder auf der Suche nach einem freien Parkplatz. 

Deshalb hier ein paar praktische Tipps für den Alltag, um besser Loslassen und immer wieder bewusst in den jeweiligen Moment zurückkehren zu können.

 

1. Sage STOPP zu Deinen Negativgedanken

Das Wort Stopp kennt unser Unterbewusstsein sehr gut und es reagiert darauf sehr sensibel. Denken Sie nur an die eigene Erziehung oder die Erziehung Ihrer Kinder. Oder an den Umgang mit Ihren Hunden. Stopp heißt ultimativ Stopp! Unterbrechen Sie Ihre Gedanken immer wieder bewusst mit dem Wort Stopp und kehren Sie zum jetzigen Moment zurück.

2. Komme zurück zu Deinem Atem

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewärtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Gerade beim Thema Entspannung sind es meist die traditionellen Tipps, die uns erfolgreich weiterhelfen. Praktisch ein Gegenpol zur modernen Zeit! Entspannung als App oder auf Knopfdruck ist es, was sich so mancher gestresste Manager wünscht. Leider nur eine Illusion!

3. Präsenz im zwischenmenschlichen Kontakt

Versuchen Sie bei Ihrem nächsten Gespräch konzentriert und aufmerksam zuzuhören. Nutzen Sie direkten Augenkontakt und signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie inhaltlich hundertprozentig bei ihm sind. Häufig sind wir während einer Unterhaltung gedanklich in unserem eigenen Film. Unterdrücken Sie auch den inneren Drang, selbst zu Wort kommen zu wollen. Fragen Sie statt dessen lieber noch einmal nach oder wiederholen Sie die Worte des anderen, um Missverständnisse auszuschließen. 

4. Schalte um auf visuelle Präsenz

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schauen Sie sich um und tun Sie so, als würden Sie die Welt um sich herum zum ersten Mal sehen. Schauen Sie auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand...
Schauen Sie sich die Dinge genau an und kommen Sie schon nach wenigen Momenten gedanklich in ein ruhigeres Fahrwasser. Ein wahrlich sinnliches Erlebnis!

...oder auf akustische Präsenz 

Nehmen Sie Geräusche, die Sie eben noch als nervend empfunden haben, zugeneigt und annehmend auf. Hören Sie den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfangen Sie die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und aufkommender innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art Gleichmut. 

5. Nutze die Progressive Muskelentspannung

Wenn Sie eine starke Anspannung spüren oder Emotionen Sie zu übermannen drohen, können Sie diesen Tipp nutzen. Spannen Sie einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an und lassen Sie dann locker. Drücken Sie die Füße tief in den Boden, spannen Sie Schultern, Bauch und Po fest an. Spannen Sie auch Ihre Gesichtsmuskeln an. Oder drücken Sie mit den Händern für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand.

Bei allen Tipps folgt auf Anspannung eine erholsame Entspannung.    

Ich wünsche Ihnen viele entspannte und gelassene Momente in Ihrem Alltag! Probieren Sie den einen oder anderen Tipp in nächster Zeit einmal aus. Es erfordert ein gewisses Training, erleichtert den Alltag in stressigen Situationen allerdings sehr!

  

 

Single-Tasking oder Multitasking?

 

Eine kleine Geschichte aus dem alten China. Ein Vater bekommt Besuch von seinem Sohn. Während der Sohn gehetzt und erschöpft wirkt, sitzt der Vater entspannt vor seinem Haus und genießt die Sonne. Der Sohn fragt ihn: "Vater, wie schaffst Du es, immer so ruhig und ausgeglichen zu sein?" Der Vater antwortet: "Ganz einfach, mein Sohn! Wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Wenn ich esse, dann esse ich! Wenn ich zur Arbeit fahre, dann fahre ich zur Arbeit. Und wenn ich arbeite, dann arbeite ich. Und wenn ich mich dann am Feierabend ausruhe, dann ruhe ich mich aus!

"Aber das mache ich doch auch!" erwidert der Sohn erstaunt. Der Vater sieht ihn prüfend an und erwidert: "Nein, Du machst es etwas anders!" Wenn Du schläfst, denkst Du schon ans Aufstehen. Beim Frühstück denkst Du schon an den Weg zur Arbeit. Auf dem Weg zur Arbeit, bist Du gedanklich schon am Arbeitsplatz. Bei der Arbeit organisierst Du im Kopf schon den Nachmittag oder bist Du gedanklich bereits beim Feierabend! Mit erstaunten Augen hält der Sohn inne und antwortet nach einer Pause: "Vater, ich glaube Du hast recht!" 

Wir lernen aus der Geschichte, dass wir gedanklich nur selten im jetzigen Moment leben! Wir sind meistens schon einen Schritt weiter. Viele Ereignisse und Chancen, die sich uns vor unseren Augen bieten, nehmen wir nicht wahr! Wir sehen sie nicht und können sie auch nicht genießen.

 

Multitasking bestimmt unseren Alltag

In unserer schnelllebigen und hochtechnisierten Zeit gilt Multitasking als Schlüssel für Effektivität und Tatkraft! Wir versuchen möglichst viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. So erleben sich viele Menschen zum Feierabend mit einem Pizzakarton, Laptop und Handy vor dem Fernseher. Noch schnell die letzten beruflichen Mails checken und beantworten, mit What's app den privaten Abend planen und dabei die Lieblingsserie schauen. Das Thema Essen wird dabei gleich mit erledigt. Was wir genau gegessen haben??? Keine Ahnung, hab nicht so genau hingeschaut! Möglichst viele Fliegen mit einer Klappe schlagen! Das macht uns glücklich, effektiv und erfolgreich...?

 

Oder etwa doch nicht...? Die moderne Forschung deckt auf

Gehirnforscher haben festgestellt, neurobiologisch gibt es gar kein Multitasking! Nicht von Männern und auch nicht von Frauen. Das Gehirn kann sich nur auf eine! komplexe Tätigkeit konzentrieren. Allerdings kann unser modernes Gehirn sehr schnell zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten hin und herspringen. Multitasking lässt sich sogar üben, so dass die Sprünge im Gehirn zwischen den Aufgaben immer kürzer werden.

Wenn wir telefonieren und gleichzeitig eine E-Mail schreiben, sind wir mit unserer Aufmerksamkeit tatsächlich immer nur bei einer der beiden Tätigkeiten. Wir tun nicht wirklich beides zur selben Zeit. Das Ergebnis: Unterm Strich bekommen wir auch nur die Hälfte mit. 

Dabei gilt es zu erwähnen, dass häufig eine gewohnte Tätigkeit - wie beispielsweise laufen oder bügeln - automatisch und unbewusst in einer Routine abläuft, während wir uns auf ein Telefonat oder ein Gespräch konzentrieren.

 

Gibt es in unserem modernen Leben überhaupt eine Alternative?

Diese Frage kann nur jeder selbst für sich beantworten. Fest steht: Wir laufen zur Höchstleistung und zu wirklicher kreativer Schaffenskraft auf, wenn wir uns zu 100 Prozent einer Sache widmen können.

Multitasking soll unsere Effektivität und Produktivität steigern. Tatsächlich führt die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben zu einem erheblichen Konzentrations- und Leistungsverlust. Multitasking ist anstrengend und fordert viel Nervenkraft!

Aktuelle Tests und Studien beweisen:

  • die Qualität der Leistung sinkt
  • die Fehlerquote steigt signifikant an
  • Kreativität ist beim Multitasking kaum möglich
  • wir brennen schneller aus
  • wir wirken auf andere nervös, fahrig und gestresst

Fragen Sie sich mal selbst. Wie wirkt ein gestresster Mensch auf Sie? Haben Sie den Eindruck, dass dieser Mensch besser, schneller und zuverlässiger seine Arbeit erledigt?

In einem Test sollten Autofahrer beim Fahren telefonieren und gleichzeitig auch noch eine SMS schreiben. Die Konzentration sank bei allen Beteiligten um mindestens 40 Prozent. Gleichzeitig stiegen Stresslevel und das Unfallrisiko stark an. Die Fehlerquote stieg auf Werte eines stark angetrunkenen Fahrers mit einem Wert von 0,8 Promille.

Eine weitere Multitasking Studie unter Hochbegabten der Harvard Universität brachte ebenfalls ernüchternde Ergebnisse. Die Intelligenz dieser Leistungsträger sank bei gleichzeitiger Erledigung mehrerer Aufgaben auf das Niveau eines Achtjährigen.

 

Machen Sie für sich einen Check!

Nutzen Sie eine To-do Liste oder einen Zeitplan für Ihre Arbeit und konzentrieren Sie sich möglichst häufig nur auf eine Aufgabe. Wenn Sie die Prioritäten während der Erledigung einer Sache ändern müssen, unterbrechen Sie diese Tätigkeit an geeigneter Stelle und beschäftigen Sie sich dann vollständig mit der neuen Aufgabe.

Manche Aufgaben - die nicht oberste Wichtigkeit und Dringlichkeit besitzen - lassen sich bündeln. So können beispielsweise die Belege für die Buchhaltung gesammelt und dann in einem Schwung bearbeitet werden. Ebenso können Sie überlegen, ob das permanente Checken der E-Mails über den Tag und über das Handy sein muss, oder ob zwei bis drei Checks am Tag nicht auch ausreichen! Manche gönnen sich auch mal eine handyfreie Zeit am Tag, um dem Kopf eine verdiente Auszeit zu gönnen.

Die Frage der Organisation des Tages ist sicherlich eine der schwierigsten überhaupt. Im Hamsterrad sitzend haben wir zudem den Eindruck, dass wir die Dinge selbst gar nicht in der eigenen Hand haben. Daher meine Empfehlung: Schauen Sie, welche Themen Sie beeinflussen können und ob Sie daran etwas ändern oder optimieren wollen. Mit Rücksicht auf unsere Gesundheit eine sehr lohnenswerte Betrachtung!   

 

 

 

Respekt in Beruf und Alltag

Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu

 

Wir treffen täglich an unterschiedlichsten Situationen auf Respekt und somit auch auf Respektlosigkeiten. Familientreffen sind für viele Menschen eine Herausforderung, da häufig sehr unterschiedliche Charaktere einen Familienverbund bilden. Respekt beginnt schon im Kindheitsalter in der Schule oder unter Freunden. Respekt beruht immer auf Gegenseitigkeit. Sozusagen ein Kontakt auf Augenhöhe! 

Im Straßenverkehr und in öffentlichen Bussen und Bahnen treffen wir regelmäßig auf respektvollen und auch auf respektlosen Umgang. Wer lässt wen zuerst aus- und einsteigen, wer bietet wem einen freien Platz an - oder blockiert diesen lieber mit seiner Tasche ;-) Wie achtsam gehe ich durch den Bus oder das Zugabteil? Wie ist mein Verhalten gegenüber älteren und behinderten Menschen? Natürlich fällt vielen von uns auch die eine oder andere Situation im Auto ein... drängeln, hupen und schimpfen gehört für viele Autofahrer zum ganz normalen Ton dazu. Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass andere Verkehrsteilnehmer massiv darunter leiden.

Ein beliebtes Beispiel in meinen Workshops ist auch das Verhalten beim Einkaufen. An der Kasse oder auch gegenüber der Kassiererin. Natürlich auch umgekehrt können sich Verkäufer recht überheblich gegenüber Käufern präsentieren, die nicht mit ihrem Sonntagsanzug den Verkaufsraum betreten. 

Besondere Aufmerksamkeit legen wir im Workshop auf den gelebten Respekt in Job und Beruf. Beispielsweise im Gesundheits- und Pflegebereich, wo leider immer noch menschenunwürdiges Verhalten anzutreffen ist. Allerdings insgesamt glücklicherweise mit einer eindeutigen Tendenz zur Besserung. 

Es gibt viele weitere Situation, wo wir auf Respekt stoßen ... beim Sport, gegenüber Tieren oder der Natur und auch beim Umgang mit öffentlichen Gegenständen. 

 

Wie sollte respektvolles Verhalten aussehen?

Es gibt sehr viele Umschreibungen für ein respektvolles Verhalten. Wichtig ist eine gute Präsenz mit all unseren Sinnen. Leider sind wir in stressigen Situationen häufig voller kreisender Gedanken, so dass wir manche Ereignisse und Umstände um uns herum garnicht wahrnehmen. Achtsamkeit lässt sich allerdings trainieren und führt nicht nur zu gesteigerter Wahrnehmung und Konzentration, sondern auch zu weniger Stress und besserer Gesundheit. 

Respektvolles Verhalten bedeutet Verständnis zeigen für anderes Denken, Fühlen und Handeln. Wir dürfen nie vergessen, dass wir alle Individuen sind, was unseren Begegnungen doch erst die richtige Würze gibt. Wären wir alle gleich, wäre das Zusammenleben doch sehr langweilig. Wir können viel von anderen lernen.

Respekt heißt achtsam und sensibel in unserer Kommunikation und im Umgang mit anderen zu sein. Dazu gehört auch das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden und zu wahren. Wir haben alle unsere Privatsphäre, die uns Schutz und Sicherheit gibt. Dieser Bereich sollte nicht ungewollt von anderen verletzt werden.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Respekt schnell gewonnen, aber auch genau so schnell wieder verloren gehen kann. Respekt ist vergänglich und muss regelmäßig neu gezeigt und verdient werden. Wie genau? Aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig, authentisch, mitfühlend oder wertschätzend, um nur einige Begriffe zu nennen. 

Wie sollte respektvolles Verhalten nicht sein? Es sollte kein taktisches Mittel mit Worthülsen und ausschließlich eigenem Nutzdenken sein. Eine Verhaltensweise, um andere zu manipulieren. Oder eine Maske, die man wahlweise auf und absetzen kann.

 

Selbstachtung: Respekt vor anderen beginnt bei uns selbst 

Wir können anderen nur unseren vollen Respekt erweisen, wenn wir uns selbst zu schätzen wissen. Stehe zu Deiner persönlichen Art und Deiner Meinung. Menschen lieben Lob, Wertschätzung und Anerkennung von anderen, aber übertreibe es nicht. Mache es nicht immer nur anderen Recht, sondern schaue auch auf Deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Lerne eine gesunde Abgrenzung und auch mal NEIN zu sagen. Hier möchte ich ergänzen, dass wir bei guten und spannenden Einladungen auch gerne wieder häufiger JA sagen dürfen ;)

Akzeptiere Dich vollständig mit allen Facetten. Sei Dir Deiner Stärken und Deiner Schwächen bewusst! Frage Dich: Wie bin ich? Was macht mich aus? Stehe auch zu Deinen persönlichen Werten. Was ist Dir im Leben wichtig? Was macht Dich individuell und einzigartig! Ein Schmetterling, der frei sein möchte, fühlte sich in einem goldenen Käfig nicht lange wohl. Oder er wird flügellahm!

Selbstachtung kann man sehr gut trainieren und erlernen! Sei dabei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir selbst. Starte einen positiven inneren Dialog und lobe Dich auch mal selbst für Erfolge und gute Taten. Du hast es verdient! Wichtig ist dabei: Halte Dich fern von Negativem und von Drama. Wir können entscheiden, mit wem wir Zeit verbringen möchten. Und wir können auch entscheiden, ob wir dem negativem Nachbarn regelmäßig eine halbe Stunde für Erzählungen aus seiner Welt schenken möchten!

Zu guter letzt möchte ich noch erwähnen, das wir bei allem guten Willen natürlich nicht in jeder Situation respektvoll erscheinen können. Wir sind Menschen mit körperlichen und psychischen Befindlichkeiten und unterschiedlichen Tagesformen. Aber mit einer respektvollen Grundhaltung haben wir sicher ein großes und wertvolles Ziel erreicht!