Alles zu viel? Mach mal halblang!

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Afrikanisches Sprichwort

Wenn wir im Trubel des Alltags oder bei akutem Job- oder familiären Stress an unsere psychischen und physischen Grenzen geraten, meldet sich unser Körper mit Signalen. Der Kopf fühlt sich an wie ein überlastetes Knäuel. Wir können uns nicht mehr richtig konzentrieren, reagieren ängstlich oder gereizt. Bei so Manchem spielt der Kreislauf verrückt, uns wird heiß und kalt, wir haben Magenprobleme und sind stark angespannt. Auch der nächtliche Schlaf ist häufig gestört. Manche werden zu Frustessern, während Anderen der Appetit völlig vergeht.

Die Gedanken über sich selbst und andere Menschen werden negativer und kritischer. Wenn dann noch Frustration und das Gefühl der Hilflosigkeit hinzukommen, steuern wir geradewegs in eine Depression. Am Ende fühlen uns nur noch leer und ausgebrannt. 

An den eigenen Grenzen angekommen gilt nur noch eins: Jetzt handeln!

 

10 Praxistipps zur schnellen Stabilisierung 

1. Überforderung erkennen und akzeptieren

Kritisiere Dich nicht für die Handlungen, die Dich in diese Situation gebracht haben. Verurteile Dich in dieser schwierigen Lage bitte nicht noch zusätzlich. Das macht die Umstände nicht besser. Gestehe Dir ein: "Ja, mir geht es nicht gut! Das war zu viel!"

Sag bewusst JA zu Deiner Überforderung! Nimm an, was Sache ist. Es ist wie es ist. Nur mit Deinem Eingeständnis kann die Situation überwunden werden. Eine innerlich verdrängte oder mit Mitteln betäubte Überforderung kann sich dagegen nicht bewegen und somit auch nicht auflösen. Sag JA zur Überforderung. Akzeptiere sie. Nimm sie an!

2. Entschleunigen und runterfahren

Es hilft nichts, jetzt in dem vorangegangen Tempo weiter zu machen. Dies würde Dich nur in eine noch gefährlichere Situation bringen. Fahre runter und kümmere Dich jetzt an erster Stelle um Deine Gesundheit. Wenn kein Urlaub möglich ist, gestalte Deinen Feierabend neu! Atme durch, halte inne und mach regelmäßig Pausen! Oftmals wollen wir bei größeren Projekten oder einer aktuellen Vielzahl an Aufgaben kämpfen, bis wir unser Ziel erreicht haben. Aber dann kann es gesundheitlich schon zu spät sein.

Entfliehe dem Hamsterrad! Sorge täglich für eine gute Balance aus Arbeit, einem erfüllenden Ausgleich und Ruhepausen. Ein belebender Ausgleich kann Sport und Bewegung, ein interessantes Hobby, eine Reise, Musik oder ein gutes Buch sein.

3. Überblick verschaffen

Wir haben entweder sehr viele kleine Baustellen oder stehen vor einer übermächtig erscheinenden Aufgabe, die uns innerlich lähmt. Schreibe wirklich alle Aufgaben aus dem Kopf auf ein Papier oder eine Liste, die Du später abhaken kannst. Dieser Vorgang entlastet Deinen Kopf und verschafft Dir einen Überblick. Du gewinnst neue Klarheit.

Häufig verzetteln wir uns in Multitasking oder wollen alles alleine schaffen. Wir haben den Eindruck, es allein besser und schneller erledigen zu können. Das ist eine Illusion. 

4. Prioritäten setzen

Frage Dich: Welche Aufgabe ist jetzt die Wichtigste? Dann konzentriere Dich auf diese Aufgabe und lasse andere Dinge für eine Zeit ruhen. Das verschafft Dir Freiräume für Deine Regeneration. Entscheide bewusst, welche Aufgabe(n) jetzt wirklich wichtig für Deine Ziele und Deinen Weg sind. 


5. Aufgaben delegieren

Anstatt alles allein schaffen zu wollen, empfehle ich gute Planung und Organisation! Habe Vertrauen und lasse los! Gib Aufgaben ab! Gemeinsam sind wir stark! Delegiere Arbeiten und Aufgaben an Kollegen, Freunde, Familie oder Partner. So hast Du mehr Zeit und Konzentration für Deine wirklich wichtigen Aufgaben und für Regeneration.


6. Das Gespräch suchen

Es erleichtert enorm, sich in überforderten Situationen den Frust und die Sorgen von der Seele zu reden. Rufe einen Vertrauensmenschen an oder treffe Dich mit Deinem besten Freund oder Freundin. Natürlich ist auch psychologische Unterstützung durch einen Profi empfehlenswert. Suche Dir mentale Unterstützung oder hole Dir Tipps für Deine Situation. Eine Außensicht auf Deine Lage kann wertvolle Erkenntnisse bringen. 

7. Der Erschöpfung nachgeben

Ausgebrannte Menschen müssen häufig ein großes Schlafdefizit kompensieren. Schlaf regeneriert unseren Körper und unseren Geist! Wenn Du jetzt öfter müde bist, häufiger Pausen benötigst oder einfach länger schlafen möchtest, kannst Du diesem Bedürfnis mit gutem Gewissen folgen. Schlaf ist unser wichtigster Energiespender und Grundlage für einen guten Start in den neuen Tag.

8. Die Kraft der Natur nutzen

Gehe in gestressten Phasen täglich raus in die Natur! Eine Stunde ist okay, besser ist allerdings ein Aufenthalt von 2 Stunden und mehr, wenn es sich einrichten lässt. Mache entspannte Spaziergänge im Wald oder fahre eine Runde mit dem Rad. Es lohnt sich, die Natur als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen. Das hilft uns runterzufahren und sich selbst wieder zu finden. Je direkter der Kontakt mit der Natur ist, desto effektiver ist er!

9. Sich gut behandeln

Behandele Dich so, wie Du jetzt mit einem guten Freund/-in oder einem kleinen Kind umgehen würdest. Werde selbst Dein bester Freund. Sorge für einen positiven und aufbauenden inneren Dialog! Häufig gewinnt in Phasen der Überforderung unser innerer Antreiber und Kritiker die Oberhand. Doch Gedanken lassen sich ändern. Steuere mental bewusst mit verständnisvollen und aufbauenden Gedanken dagegen. 

10. Batterien neu aufladen und in Balance kommen

Nutze Deine persönlichen Entspannungsquellen! Neben dem Aufenthalt in der Natur kann es ein Saunabesuch, eine Meditation, eine Massage oder ein Entspannungsbad sein. Entfliehe täglich dem hektischen Treiben und finde zu innerer Ruhe. Welche individuellen Maßnahmen uns persönlich gut tun, wissen wir selbst intuitiv am besten.

 

Ich wünsche allen Betroffenen eine schnelle und erfolgreiche Regeneration! Achte auf ein gesundes Maß an Belastung und versuche, bereits bei ersten Anzeichen wieder in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden. 

 

 

 

Häusliche Pflege von Menschen mit Demenz

„Gucken Sie mal Schwester, dieser Körper, dieses Gesicht – ist das nicht schön?“
Äußerung einer alten Dame mit Demenz bei der Körperpflege im Seniorenheim


Vor einigen Jahren habe ich neben meinem Vollzeitjob in Marketing & Kommunikation meine pflegebedürftige Mutter zu hause gepflegt. Ingesamt rund acht Jahre und sechs Jahre davon mit der höchsten Pflegestufe. Geschafft habe ich das zusammen mit einem pensionierten Nachbarn und dem mobilen Pflegedienst der Diakonie in Leverkusen.

Während dieser Zeit kam ich häufig an meine körperlichen und nervlichen Grenzen. Zudem einsetzendes Mobbing aufgrund fehlender Akzeptanz meiner Pflegetätigkeit brachte mich schließlich aus meiner Balance. Ich habe mich in dieser Zeit gekümmert und funktioniert und mich selbst dabei verloren.

Andererseits konnte ich viele wertvolle Lebenserfahrungen sammeln, die mich stärker gemacht und mich zu meiner heutigen Tätigkeit als Business Trainer und Coach geführt haben. Heute unterrichte ich Menschen und erarbeite gemeinsam mit ihnen erfolgreiche Strategien, wie sie trotz großer Herausforderungen nicht in Schieflage geraten.

Da ich mit dem richtigen Wissen im Umgang mit der einsetzender Demenz einiges hätte besser machen können, möchte ich pflegenden Angehörigen einige Praxistipps mit auf den Weg geben. Los gehts...

 

Die Wahrnehmung und Realität des Erkrankten akzeptieren

Validation ist eine einfühlsame Kommunikationstechnik für den Umgang mit Dementen. Über den Einsatz von Empathie ermöglicht sie eine Kommunikation auf Augenhöhe. Sie basiert auf Wertschätzung und ermöglicht es, dass sich der Betroffene wahrgenommen, ernstgenommen und verstanden fühlt. Das gibt Halt und  vermittelt ihm das Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit. Ihre persönliche Bindung zu dem Dementen wird gestärkt.

Akzeptieren Sie die Welt und die Realität des Demenzerkrankten genau so, wie sie sich Ihnen zeigt. Auch wenn sie stark von der uns vertrauten Realität abweicht. Erkennen Sie seine Welt vollständig an. 

Menschen mit Demenz verlieren zunehmend die Orientierung in der Gegenwart. Sie leiden unter Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Wortfindungsstörungen, Problemen mit der Feinmotorik sowie fehlender zeitlicher und örtlicher Orientierung. Einige wirken abwesend, während Andere nicht zur Ruhe kommen können. Auch ihre körperlichen Kräfte lassen nach. Es gibt dabei gute und schlechte Tage. Doch leider schreitet die Krankheit immer weiter voran.

 

10 Tipps für den Umgang mit dementen Menschen

1. Tauchen Sie in die Welt des Erkrankten ein

Nehmen Sie die innere Welt des Erkrankten an und versuchen Sie, sich so gut es geht in diese hinein zu versetzen. Der Demente kann zunehmend weniger unsere aktuelle Gegenwart begreifen. Er fühlt sich in vielen Alltagssituationen hilflos und überfordert. 

Denken Sie daran, dass es sich bei Alzheimer und anderen Krankheitsformen, die zu Demenz führen, um schwere Krankheiten handelt. Nervenzellen im Gehirn sterben ab und der Zustand des Gehirns wird zunehmend schlechter. Ein schleichender Prozess.

2. Positiver Fokus auf das, was noch geht

Konfrontieren Sie Ihren Angehörigen nicht mit seinen Defiziten wie: „Früher wusstest Du doch, wie das Gerät funktioniert.“ Er bekommt es häufig genug selbst mit und fühlt sich zusätzlich verunsichert. Durch den fortschreitenden Abbau von Gehirnzellen gehen Wissen und Fähigkeiten verloren.

Konzentrieren Sie sich mit Ihrer Aufmerksamkeit auf das, was der Demente noch kann. Zeigen Sie Verständnis für seinen körperlichen und geistigen Zustand. Gemeinsame Aktivitäten können so leichter an noch vorhandenen Fähigkeiten ausgerichtet werden.
 

3. Eine Aufgabe geben

Geben Sie dem Dementen erfüllende Aufgaben, damit er sich wieder gebraucht fühlt. Im Zuge der Demenzerkrankung geht die Eigenständigkeit mehr und mehr zurück. Aufgaben schenken Erfolgserlebnisse, spenden Lebensfreude und neuen Lebenssinn. Tägliche Erfolge steigern das Selbstbewusstsein und geben persönliche Bestätigung:

Du bist doch eine so gute Köchin! Komm, lass uns zusammen etwas Leckeres kochen.

Du kennst Dich doch gut mit Pflanzen aus. Bitte berate mich heute im Gartencenter.
 

4. Feste Alltagsstrukturen und liebgewonnene Rituale pflegen

Veränderung stellt eine Bedrohung dar und macht Menschen mit Demenz Angst.
Daher sollte der Tagesablauf eine feste Struktur haben. Nutzen Sie vertraute Rituale. Das Brötchen mit Marmelade, die Tageszeitung oder die morgendliche Fernsehserie. So erfahren Menschen mit Demenz Sicherheit und Orientierung. Innerhalb dieses festen Rahmens können Sie dann für Abwechslung sorgen.

5. Nutzen Sie bekannte Wege und vertraute Ziele

Wenn Sie Ausflüge und Unternehmungen machen, sollten diese möglichst vertraut sein. Steuern Sie bekannte Ziele an und nutzen sie dafür Wege, die der Demente kennt. Ich selbst habe zum Beispiel anstelle der Wälder der gesamten Region nur noch vertraute Wälder für Spaziergänge aufgesucht. Das hat meiner Mutter Orientierung geschenkt.

6. Entscheidungen leicht machen

Machen Sie Entscheidungen leicht. Stellen Sie einfache Fragen: „Möchtest Du Kaffee oder Tee?" Wenn Fragen nicht mehr verstanden werden, stellen Sie einfach die Dinge zur Auswahl vor die demente Person, so dass sie drauf zeigen kann.

7. Immer mit Blickkontakt ansprechen

Sprechen Sie Menschen mit Demenz nicht von hinten oder aus einem anderen Zimmer heraus an. Sie bilden einen sogenannten Tunnelblick aus. Ereignisse rechts und links von ihnen werden im Blickfeld nicht mehr wahrgenommen, was zu Schreckmomenten führen kann. Auf Augenhöhe und mit direktem Blickkontakt fühlt er sich angesprochen. 

8. Demente springen zwischen den  Zeiten

Menschen mit Demenz springen oft zwischen Ereignissen aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie flüchten in ihrem inneren Erleben in Zeiten der Vergangenheit, die ihnen mehr Halt und Sicherheit bieten. Im gegenwärtigen Alltag fühlen sie sich häufig überfordert. Die Flucht in bessere Zeiten der Vergangenheit kann helfen, sich besser wahrnehmen und orientieren zu können. Aktuelles und Vergangenes können sich in der Welt des Dementen vermischen. Versuchen Sie dieser Zeitreise empathisch zu folgen. 

9. Nichts persönlich nehmen

Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Demente bösartig werden oder Schimpfworte fallen. Emotionen werden nicht selten grob und sehr direkt ausgedrückt. Sie liegen in der Biographie des Erkrankten begründet und wurden früher häufig unterdrückt. Auch Schuldzuweisungen haben immer mit dem Kranken selbst zu tun und nicht mit Ihnen. Demente müssen häufig Andere beschuldigen. Es ist Teil ihrer inneren Aufarbeitung.

Manchmal werden Gegenstände versteckt, die Symbolcharakter für das Leben des Dementen haben. Schmuck, Alltagsgegenstände, Geld oder schöne Kleidung, die für unerfüllte Träume im Leben stehen und die jetzt aufgearbeitet werden möchten. 

„Heimlich ist schön!“ Äußerung einer alten Dame mit Demenz während der Pflege
 

10. Keine Versprechungen für die Zukunft

Bitte keine Zukunftsbotschaften aussprechen wie: "Deine Tochter kommt am nächsten Wochenende." Der Demente könnte Sie danach alle paar Minuten nach der Tochter fragen und sich Hoffnungen oder Sorgen machen. Und Sie dürften darauf antworten. Zukunftsorientierung geht im Zuge der Krankheit immer mehr verloren. Mein Tipp: Sagen Sie am Tag des Erscheinens: "Schau mal, wer da gerade gekommen ist..."

Im Kurs Mehrfachbelastung / Pflege von Angehörigen gehen wir intensiv auf dieses Thema ein. Sie erhalten Hilfestellungen und Antworten auf Ihre persönlichen Fragen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit mit Ihrem dementen Angehörigen. Mein ganz persönlicher Tipp: Verlieren Sie bei allem Leid nicht Ihr Lachen und Ihren Humor. Das tut Ihnen Beiden gut!

Und denken Sie als pflegender Angehöriger auch an sich, um immer wieder Kraft und Energie zu tanken. Holen Sie sich professionelle Unterstützung, denn gemeinsam fällt diese Zeit deutlich leichter. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

 

 

 

Der Weg zur Gelassenheit 

"Das Rezept für Gelassenheit ist einfach: Man darf sich nicht über Dinge aufregen, die nicht zu ändern sind." Helen Vita

Wie wir in bestimmten Situationen reagieren, hängt von vielen Faktoren ab. Von unserer Mentalität, der Situation, unserer Laune. Hier ein konkretes Beispiel aus dem Alltag:

Du bist morgens spät dran und denkst: Wenn ich jetzt gut durch den Verkehr komme, schaffe ich es gerade noch pünktlich ins Meeting. Aber direkt vor Dir blockiert ein großer Müllwagen die Straße. Die Männer sammeln in aller Ruhe die Mülleimer ein und tun ihre Arbeit. Du beginnst zu fluchen und zu schimpfen. Es brodelt in Dir...

Et hätt noch immer jot jejange 

Größere oder kleine Probleme wird es auf unserem Lebensweg immer wieder geben. Diese müssen uns aber nicht daran hindern, ruhig und gelassen zu bleiben. 

Unsere Gedanken verursachen unsere Gefühle und beeinflussen unsere Stimmung! Und Gedanken können wir ändern! Optimistische und positive Gedanken führen zu guten Gefühlen, pessimistische und negative Gedanken zu schlechten Gefühlen. 

Wir haben zu hause mit viel Liebe und Aufwand für den Partner/-in gekocht und er/sie schreibt kurz vorher kommentarlos per SMS, dass es zwei Stunden später wird. Bämm!

Wir können uns in dieser Situation unterschiedliche Gedanken machen, die uns wütend, besorgt, traurig, eifersüchtig, nervös oder ängstlich werden lassen. Sie entsprechen in den seltensten Fällen der Realität, beeinflussen unsere Stimmung allerdings für den Rest des Abends.

Was können wir nun tun, wenn sich negative Gedanken und Gefühle breit machen? 

 

Acht Schritte zur Gelassenheit

1. Abstand gewinnen

Die Situation ist ärgerlich, keine Frage! Deshalb sortiere Dich erst einmal und gewinne Distanz zu dem "Film", der gerade vor Dir abläuft. Schließe die Augen und atme tief in den Bauch ein und aus. Deine ruhige Atmung hat direkten Einfluss auf Körper und Geist. Dein Bauch wölbt sich dabei nach außen und füllt sich wie ein Ballon. Atme einige Sekunden tief ein, halte den Atem kurz und atme dann ruhig wieder aus.

2. Wahrnehmen

Frage Dich: Kann ich an der Situation aktiv etwas ändern? Wenn nicht, dann solltest Du sie gelassen akzeptieren. Ist das Geschehene wirklich so schlimm? Meist ist der Ärger größer als die Auswirkungen. Wir machen aus einer Mücke einen Elefanten! Kann Dein Wutausbruch die Situation ändern oder verbessern? Lohnt sich der Ärger wirklich


3. Akzeptieren

Einige Dinge im Leben lassen sich ändern, andere nicht. Diese gilt es zu erkennen und zu unterscheiden. Unveränderliches sollten wir akzeptieren und keine großen Energien verschwenden. "Akzeptiere es, verändere es oder verlasse es", ist hier ein gutes Motto! Bei veränderbaren Situationen können wir aktiv nach Lösungen suchen. Häufig lösen sich ärgerliche Situationen auch von ganz alleine auf. Bleib cool und bewahre die Ruhe. Sag Ja zu der Situation! Denn die Situation ist so wie sie ist. Ein entscheidender Schritt!

4. Entschleunigen

Du hast es selbst in der Hand, wie Du reagierst! Ob Du aus der Haut fährst oder ruhig und gelassen bleibst. Halte Deine Gefühle weitestgehend unter Kontrolle und schenke der Situation ein Lächeln. Ein inneres Lächeln kann sehr entkrampfend wirken! Schalte Deine Lieblingsmusik an oder schließe kurz die Augen. Schaue in obigem Beispiel dem Szenario zu und gewinne der Gelassenheit der Straßenreiniger etwas Positives ab. Für gute Ergebnisse in Balance rät uns Konfuzius: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

5. Der Ton macht die Musik

Wenn es bei einem Wutausbruch aus Dir rausbricht, übertreibe nicht und wähle keine XXL Sprache. Verbale Entgleisungen sind in der Regel unangemessen und bringen uns höchstens noch zusätzlichen Ärger ein! Lasse die Kirche im Dorf und mache nicht Unschuldige für Deine Situation verantwortlich! „Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen“ mahnt Konfuzius.

6. Nicht persönlich nehmen

Wenn Dich jemand anschreit oder Vorwürfe an den Kopf wirft, nimm es bitte nicht persönlich! Meistens hat es mit seiner eigenen Situation zu tun oder er bewertet ein Verhalten von Dir anders als Du es tust. Behalte Dein inneres Gleichgewicht und beziehe das Erlebte nicht persönlich auf Deine Person. Es hat nichts mit Dir zu tun.

7. Reden

Rede mit einem vertrauten Menschen über die fordernde Situation und verarbeite den Stress in einem Gespräch. Vielleicht bekommst Du so noch eine andere Sicht auf das Ereignis! So kannst Du Erlebtes für Dich verarbeiten und dann erfolgreich loslassen.

Viele meiner Teilnehmer nutzen auch das Schreiben! Schreibe die Dinge aus dem Kopf und von der Seele. Eine wissenschaftlich sehr bewährte Möglichkeit der Verarbeitung!


8. Bewegen

Kontrolliert Dampf ablassen ist die perfekte Art, wieder in Balance zu kommen. Drehe nach dem fordernden Ereignis eine kurze Runde um den Block und atme tief durch! Gehe nach Feierabend eine Runde joggen oder gönne Dir ein knackiges Workout.

Nach auspowernder Bewegung können wir mit Meditation und Entspannungstechniken zur inneren Ruhe zurückfinden. Fantasiereisen, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson bieten sich an! Oder ein schöner Saunabesuch!

Zu guter letzt habe ich noch ein passendes Motto für mehr Gelassenheit :-) 

 

 


Umgang mit negativen Menschen

Halte Dich von negativen Menschen fern. Sie haben ein Problem für jede Lösung. Albert Einstein 

Wir alle haben täglich unzählige Gedanken und das menschliche Gehirn tendiert leider in der Mehrzahl zu negativen Gedanken. Gedanken von Unzufriedenheit, Sorgen, Wut, Angst oder Neid. Daher kennen wir alle negative Stimmungen und Gefühlszustände.

Die Dosis macht es

Mal Jammern oder Dampf ablassen gehören daher zum ganz normalen Leben dazu. Deshalb geht es hier nicht um normale Stimmungen, sondern um eine tiefer liegende negative Grundhaltung, aus der manche Menschen kaum noch herausfinden. 

Dauerhafte Negativität beeinflusst nicht nur die eigene Stimmung im Leben. Es wirkt sich auch massiv auf alle zwischenmenschlichen Kontakte aus. Jammern und Nörgeln ist anstrengend, zieht herunter und ist dazu noch ansteckend. Es fällt schwer, sich dem auf Dauer zu entziehen.

Wir merken in der Regel schnell, ob jemand eine einladend positive Ausstrahlung hat oder uns in seinen negativen Bann ziehen möchte. Wenn ein solcher Kontakt dann regelmäßig ansteht, spüren wir schon vorher das Unwohlsein vor der Begegnung mit dem klagenden oder anfeindenden Menschen. Es kostet enorme Kraft und Energie.

Dein Beitrag ist wertvoll

Wenn wir oft jammern oder klagen, übergeben wir anderen Menschen Macht über uns. Wir selbst werden zu Opfern. Ein vermeintlich unfaires System werden wir sicherlich nicht ändern können. Wohl aber können wir unseren eigenen positiven Beitrag leisten. Wir können so unsere Talente, Wissen und Fähigkeiten erfolgreich in die Welt bringen. Das ist persönlich erfüllend und gute Beiträge werden über kurz oder lang honoriert.

Eine passionierte Pflegeschwester ändert vielleicht nicht das gesamte Pflegesystem, macht mit ihrer Empathie und guten Laune allerdings den Lebensabend von vielen Menschen auf ihrer Station angenehmer. Und wird so selbst motivierter und glücklicher.

Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. Unbekannt

 

Sechs Strategien für einen erfolgreichen Umgang 

1. Abstand gewinnen

Regelmäßige Begegnungen mit negativen Menschen tun uns nicht gut. Wenn möglich können wir freundlich grüßen und weitergehen. Im Bereich Social Media können wir uns über die angebotenen technischen Möglichkeiten auch von diesen Kontakten lösen. 

Du kannst negative nicht durch deine Positivität verändern. Sei höflich, tritt zur Seite und lass das Leben ihr Lehrer sein. Unbekannt


2. Dampf ablassen lassen

Manchmal genügt es, wenn wir einem negativen Menschen erlauben, seine schlechte Laune und aufgestauten Gefühle loszuwerden. Höre dem anderen wertschätzend und empathisch zu. Zeige Verständnis für seine Lage, springe aber nicht auf den negativen Zug auf. Wenn der Dampf verraucht ist, kann über einen Schwenk zu positiven Themen zurückgefunden werden. Dann entspannt sich die Situation von ganz alleine.

3. Biete deine Hilfe an

Nachdem wir uns Kritik und Wut angehört haben, können wir dem Klagenden auch unsere Hilfe anbieten. Damit rechnet er am wenigsten und ist häufig verblüfft. Frage ihn: Was kann ich für Dich tun? Bei einem ernsten Anliegen wird er sich über Deine Hilfe sehr freuen. Oder es war nur heiße Luft und er freut sich dennoch über Deine Reaktion.

4. Vom Kläger zum Problemlöser

Nachdem wir uns die Klagen angehört haben, können wir fragen: Was wirst du jetzt in dieser schwierigen Situation unternehmen? Sein Gehirn schaltet dann idealerweise um in den Lösungsfindungsmodus und entwickelt eine konstruktive Idee für seine Situation.

5. Offen ansprechen

Wenn wir negative Menschen regelmäßig um uns haben und alle Versuche zu einem verträglichen Miteinander scheitern, hilft nur noch die direkte Konfrontation. Sprechen Sie dabei in „Ich-Botschaften“, wie „Ich erlebe Dich häufig wütend und unzufrieden und das zieht mich selbst mit herunter.“ Vielen ist das eigene destruktive Auftreten gar nicht bewusst und über eine direkte Ansprache kann es offengelegt und geklärt werden.


6. Eigene Energie schützen

Menschen, die beruflich regelmäßig Beschimpfungen und Kritiken fremder Menschen ausgesetzt sind, können die eigene positive Laune energetisch schützen. Dies schaffen wir über einen imaginären Raum, in den keine negativen Einflüsse eindringen können. Zahlreiche berühmte Menschen des öffentlichen Lebens arbeiten erfolgreich mit solchen Mentaltechniken. Dieser Schutzraum stärkt und stabilisiert uns und wir bleiben gelassen und zentriert.

 
 

 

Deep Sleep - Tipps für einen erholsamen Schlaf

"Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie." Otto von Bismarck

Kennst Du das? Du liegst im Bett, kannst aber nicht einschlafen. Tausend Gedanken kreisen in Deinem Kopf. Du wälzt Dich von einer Seite auf die andere und denkst mit Grauen an den nächsten Tag. Wenn Du dann doch irgendwann einschläfst, bist Du am nächsten Morgen völlig gerädert und den ganzen Tag über müde und antriebslos.

Gesundheitliche Folgen von chronischem Schlafmangel sind Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, hoher Blutdruck, Nervosität und depressive Verstimmungen. Ferner Magen-Darmstörungen und eine erhöhte Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten.

Lasse es nicht soweit kommen und sorge jetzt für ein optimales Schlafumfeld. Mit den folgenden Tipps kannst Du hoffentlich schon bald wieder seelenruhig durchschlafen.

Schlaf ist der beste Jungbrunnen des Menschen. Im Tiefschlaf nutzt der Körper die Ruhephase für die Aktivierung von Heilprozessen und zur Regeneration nach Aktivität. Der Körper wird mit neuer Energie versorgt. Gedächtnisleistung und Immunsystem werden gestärkt.

 

Zwölf Tipps für einen erholsamen Schlaf

1. Die richtige Temperatur

Leise, dunkel und nicht zu kalt sollte das Schlafzimmer für einen erholsamen Schlaf sein. Ideal ist eine Temperatur von etwa 15 - 19 Grad. Daneben ist vor allem die Temperatur und Behaglichkeit unter der Decke entscheidend. Nicht frieren und nicht schwitzen lautet hier die Empfehlung der Experten. Vor dem Schlafengehen oder während der Nachtruhe gut durchlüften.


2. Zimmer gut abdunkeln

Lichtquellen außerhalb und innerhalb des Zimmers können einen gesunden Schlaf nachhaltig beeinflussen. Insbesondere die Einschlaf- und Aufwachphase. Wichtig ist es, Fenster durch Rollos und Vorhänge gut abzudunkeln.

Fernseher, Smartphone, Tablet und Laptop können mit ihren Blaulichtanteilen ebenfalls erheblichen Einfluss auf den Schlaf haben. Möglichst aus dem Schlafzimmer entfernen.


3. Regelmäßiger Schlafrhythmus

Für gesundes Durchschlafen und eine optimale Regeneration ist die Einhaltung einer regelmäßigen Schlafenszeit sehr wichtig. Behalte möglichst Deine Einschlaf- und Aufstehzeit auch am Wochenende bei. So kann sich der Körper auf einen festen Schlafrhythmus einstellen. 


4. Rückenschmerzen ade

Schlafforscher empfehlen, nicht am Lattenrost und an der Matratze zu sparen. Für die Regeneration des Rückens und der Wirbelsäule sind ein flexibler, frei schwingender Lattenrost und eine individuell passende Matratze wichtig. Becken und Schultern sinken dabei in der Seitenlage leicht ein. Die Wirbelsäule bleibt waagerecht. 

Die Wirbelsäule nimmt idealerweise die gleiche Haltung ein, wie beim Stehen. Ist die Schlafunterlage flexibel, so garantiert dies eine gleichmäßige Druckverteilung aller Körperpartien. Ein persönliches Probeliegen beim Matratzenkauf wird sehr empfohlen. 

Zudem sorgen eine dünne Sommer- und eine dicke Winterdecke aus Naturfasern sowie ein ergonomisch passendes Kopfkissen für rundherum guten Schlaf zu jeder Jahreszeit.


5. Auf elektronische Geräte verzichten

Natürlicher gesunder Schlaf und Elektronik im Schlafzimmer passen nicht zusammen. Blaulicht und Strahleneinflüsse von Fernseher, Handy oder Laptop stören den Schlaf. Studien zeigen, dass das Telefonieren mit Mobiltelefonen vor dem Schlafengehen die Qualität des Schlafs beeinflusst.


6. Ein Ort der Ruhe und Erholung

Schlafzimmer werden häufig zu Multifunktionszimmern umfunktioniert, mit negativer Folge für unsere Schlafqualität. Wer im Schlafzimmer fernsieht, im Internet surft, bügelt oder der Arbeit nachgeht, richtet sein Zimmer nicht auf einen erholsamen Schlaf aus. Empfehlung: Richten Sie sich lieber eine sinnliche Oase für Ruhe und Erholung ein.


7. Tagsüber den Grundstein legen

Nur wer tagsüber genügend Sonnenlicht tankt, produziert im Körper ausreichend vom Glückshormon Serotonin. Und nur mit genügend Serotonin verfügen wir am Abend und in der Nacht über das wichtige Schlafhormon Melatonin. Serotonin gilt als Vorläufer des Schlafhormons Melatonin. Daher lautet unsere Empfehlung. Bewege Dich regelmäßig an der frischen Luft und tanke am Tag wertvollen Sauerstoff und Sonnenlicht.


8. Diese Lebensmittel fördern den Schlaf

Bestimmte Nahrungsmittel begünstigen einen erholsamen Schlaf. Positiv auf den Schlaf wirken Kirschsaft, Bananen, Nüsse, Leinsamen, Haferflocken und Honig. Wer es lieber herzhaft mag, der greife zu fettreichem Fisch, wie Lachs, Hering oder Makrele oder isst zum Abendbrot ein schmackhaftes Hummus aus Kichererbsen.

Die Abendbrotzeit spielt ebenfalls eine Rolle. Mit leerem oder zu vollem Magen schläft es sich schlecht. Abendessen bis rund zwei Stunden vor der Bettruhe wird empfohlen.


9. Ein Gläschen für den Schlaf?

Generell kann Alkohol das Einschlafen erleichtern, stört jedoch das Durchschlafen.
Ein Gläschen Rotwein zum Abendessen kann dagegen durchaus entspannend wirken. Rotweintrauben enthalten nämlich häufig das Schlafhormon Melatonin. Unser Rat: Alkohol möglichst auf ein Gläschen Wein oder Bier zum Abendessen beschränken.

Koffeinsensiblen Menschen empfehlen wir bei Schlafproblemen, am späten Nachmittag und am Abend auf Kaffee, schwarzen Tee oder Cola zu verzichten.

10. Gekonnt runterfahren

Unterstützende Einschlafhilfen sind Baldrian-Präparate und ein regelmäßig bewusstes Stressmanagement am Abend. Finde Dein persönliches Ritual für einen harmonischen Tagesausklang. Ein kurzer Gang an der frischen Luft um den Block, ein entspanntes Buch, ein Entspannungsbad mit Lavendel und anderen beruhigenden Kräutern oder ein Fußbad. Auch eine Traumreise oder Phantasiereise ist sehr zu empfehlen.


11. Dankbarkeit schlägt grübeln

Viele Menschen grübeln vor dem Einschlafen über ihre Probleme und anstehenden Aufgaben. In aller Regel ohne eine Lösung. Am nächsten Morgen wachen wir gerädert auf und haben keine Kraft mehr, die eigentlichen Pläne in die Tat umzusetzen. 

Besser ist es, vor dem Einschlafen dankbar und glücklich auf die Dinge zurück zu schauen, die am Tag positiv gelaufen sind. So kannst Du Deine Erfolgserlebnisse im Geist nochmals erleben und schlummerst dabei zufrieden ein.

Wer in der Nacht länger als 1o Minuten wachliegt, sollte kurz aufstehen und das Schlafzimmer verlassen, um dann mit neu aufkommender Müdigkeit einen weiteren Anlauf zum Einschlafen zu starten.

12. Positiv in den neuen Tag starten

Ein guter Start in den Tag ist eine wichtige Voraussetzung für einen entspannten Tag. Und gleichzeitig Grundstein für den nächsten erholsamen Nachtschlaf. Wer schon am Morgen gestresst und hektisch in den Tag startet, wird diesen Zustand meist den Tag über nicht mehr los. Stehe lieber ein paar Minuten früher auf und starte mit einem entspannten und genussvollen Morgenritual ganz für Dich allein. 

 

Das Sprichwort „Wie man sich bettet, so schläft man“ ist wahr. Unsere Lebensqualität hängt neben Bewegung und gesunder Ernährung mit unserer Schlafqualität zusammen. Je gesünder wir schlafen, desto positiver wird unser gesamtes Leben davon beeinflusst.