Bärenstarkes Selbstvertrauen

"Ein Vogel hat niemals Angst, dass der Ast unter ihm brechen könnte. Nicht weil er dem Ast vertraut, sondern seinen eigenen Flügeln. Verliere nie den Glauben an dich selbst."

Selbstvertrauen ist die entscheidende Grundlage für ein zufriedenes, erfülltes und erfolgreiches Leben. Selbstvertrauen bedeutet, sich seiner Stärken und Fähigkeiten bewusst zu sein, mehr Mut und Zutrauen zu gewinnen und sich als wertvoller und liebenswerter Mensch zu empfinden. 

Mit wachsendem Selbstvertrauen fällt es uns zunehmend leichter, sicherer aufzutreten und unsere Zukunftsträume und Ziele zu erreichen.
 

Mache heute den ersten Schritt

Starte mit kleinen Aufgaben und Herausforderungen. Sammele Erfolgserlebnisse auf die du stolz sein kannst. Die Überzeugung in deine Fähigkeiten steigt und du wirst mutiger auch für größere Aufgaben. Wichtig: Mache heute den ersten mutigen Schritt. 

Leider gehen viele Menschen diesen ersten Schritt nicht, sondern warten erst noch auf einen besseren Moment. Das wird leider nicht funktionieren. Du musst ins kalte Wasser springen. Nach diesem Schritt blühst du immer mehr auf. Neues Selbstbewusstsein aufbauen geht über tägliches, in den Alltag eingebautes Training. Über gelebte Praxis.  

"Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten." Henry Ford 

  

Acht Schritte zu neuem Selbstvertrauen

1. Deine Schokoladenseiten erkennen

Woran hast du Spaß? Was kannst du gut? Wo liegen deine Interessen und Talente?

Stärken können sein:

Ich bin kommunikativ, humorvoll, verantwortungsbewusst, ausdauernd, sportlich, liebevoll, fürsorglich, kreativ chaotisch :-), ordentlich, zuverlässig

Ich kann gut organisieren, rechnen, Mut machen, Streit schlichten, kochen, laufen, zeichnen, handwerkern, reparieren, Kinder erziehen, Menschen führen oder betreuen

Nimm dir Zeit und schreibe mindestens 10 Stärken auf ein Papier! 


Frage dich weiterhin: Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Schreibe spontan ebenfalls 10 wichtige Lebensthemen für dich auf.

2. Deine Stärken und Themen aktiv leben

Sieh dir eine Woche lang täglich deine Stärken und wichtigen Lebensthemen an:

- Wie kannst du deine Stärken ab jetzt noch besser zur Geltung bringen? 

- Wie kannst du zukünftig noch echter und authentischer leben?

- Und wo lebst du aktuell an deinen wahren Themen vorbei?

3. Führe täglich ein Erfolgstagebuch

Was hast du schon alles geschafft und schwierige Situationen erfolgreich gemeistert:

Schule, Ausbildung oder Studium geschafft, Kinder erzogen, Menschen gepflegt, Führerschein bestanden, berufliche Erfolge gesammelt, sportliche Leistungen und andere Vereinserfolge gefeiert, Ehrenämter übernommen, Trennungen und Krankheiten überwunden, Rückschläge erlitten und wieder aufgestanden... Meine Gratulation!!

In deinem neuen Erfolgstagebuch kommen nun täglich weitere Erfolge hinzu! Hier trägst du alles ein, was dir an diesem Tag gut gelungen ist. Das stärkt dein Unterbewusstsein! 

4. Auch Schwächen tragen etwas Gutes in sich

Schaue mehr auf deine Stärken und weniger auf deine Schwächen. Akzeptiere deine Schwächen als etwas ganz Natürliches. Sie machen uns individuell und manchmal auch sympathisch. Nobody is perfect!

Jede Medaille hat zwei Seiten und so steckt hinter jeder Schwäche auch eine Stärke.

Vergleiche dich nicht mit Anderen: Sie sind anders und nicht besser! Schaue auf DEIN großartiges Gesamtpaket und nutze es bestmöglich!

5. Hol dir die Einschätzung eines Vertrauten

Häufig sehen vertraute Menschen unsere Stärken besser als wir selbst!. Frage sie...

„Wo siehst du meine Schokoladenseiten?"

"Was macht mich charakterlich aus?"

"Was kann ich in deinen Augen besonders gut?“

Hört sich im ersten Moment vielleicht etwas merkwürdig oder sogar peinlich an. Erkläre kurz dein Anliegen und ich verspreche dir, der Andere wird völlig normal reagieren! Und sich wahrscheinlich als Berater und Ratgeber sogar ein wenig geschmeichelt fühlen. 

6. Sei verständnisvoll und ermutigend zu dir selbst

Wichtig für den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens sind positive innere Dialoge. In Gedanken und Worten. Sage dir beispielsweise

"Ich schaffe das!"

„Ich bin gut genug! Genau so, wie ich bin.“

„Ich bin zufrieden mit meiner Entwicklung und werde jeden Tag besser.“ 

"Ich vertraue mir und meinen Fähigkeiten."

"Ich darf Fehler machen und bin trotzdem okay."

"Ich bin ein wertvoller Mensch."

"Ich lerne hinzu und mache täglich neue Erfahrungen."

"Ich habe es früher so gut gemacht, wie ich konnte. Heute mache ich es eben besser."

7. Lasse Erwartungen los

Häufig haben wir strenge Anforderungen und Erwartungen an uns selbst. Wir wollen dem gerecht werden, was uns auf Hochglanzbildern vorgelebt wird. Wir wollen Erfolg, eine perfekte Partnerschaft, einen perfekten Körper, Kraft und Energie in jeder Minute.

Und scheitern genau daran doch so häufig.

Wer auf diesem Weg nicht weiter gekommen ist, dem rate ich zu einer neuem Strategie. Weniger hart und streng zu selbst zu sein, sich weniger zu kritisieren und die strengen Ansprüche und Erwartungen an sich selbst und andere Menschen fallen zu lassen.

Nimm dir den Druck! Denn Druck macht müde, energielos und auf Dauer krank! 

Schreibe auf ein post-it oder gerne auch an deinen Spiegel: Ich bin gut genug! oder "Ich schaffe das!"

 
8. Eins - zwei - Jetzt :-)

Stelle dich jeden Tag einer Situation. Traue dir neue Dinge zu und deine Komfortzone wird jeden Tag ein kleines Stückchen größer!

- Ich melde mich heute in der Sitzung oder im Unterricht zu Wort.

- Ich traue mich heute, auch mal "nein" zu sagen.

- Ich gehe heute Abend als Erste(r) auf die Tanzfläche.

Denke nicht lange nach, sondern gehe mutig voran. Sage dir eins - zwei - Jetzt :-)

Je länger wir nachdenken, desto mehr liefert uns unser Verstand Argumente, es lieber nicht zu tun. Daher starte mutig innerhalb der ersten drei Sekunden. 


Selbstvertrauen muss langsam reifen. Du machst auf deinem Weg viele bestärkende und positive Erfahrungen und sammelst persönliche Erfolgserlebnisse! Das macht dich Tag für Tag innerlich stärker und freier. Ich wünsche dir ganz viel Selbstvertrauen!

 

 

 

Nein sagen lernen


Die Geschichte einer Frau

Wenn ich an frühere Zeiten denke, muss ich mir eingestehen, dass ich mich nicht auf eine gesunde und natürliche Art nach außen abgrenzen konnte. So war ich jahrelang in einem überlasteten und gestressten Zustand. Ich hatte das Gefühl, ich müsse jeder Bitte meiner Mitmenschen gerecht werden.

Zusätzlich bot ich mich auch für Wunscherfüllungen an, die ich bei Anderen zu erraten glaubte. Da musste eine ferne Bekannte nur stöhnen: „Nächsten Samstag ist doch mein Umzugstag. Kannst Du mir nicht beim Packen helfen?" Reflexartig sagte ich: "Natürlich, ich helfe dir gerne!"

Anstatt mich von der Woche zu erholen, packte ich müde und schwitzend fremde Sachen in riesige Kartons, putzte schmutzige Badewannen und kochte Spaghetti für das gesamte Umzugsteam. Nicht, dass an Hilfsbereitschaft etwas falsch wäre, aber sie kam nicht immer von Herzen! Ich erfüllte lediglich fremde Erwartungen und glaubte, ich würde deren Liebe verlieren, wenn ich nicht zu ihren Diensten stünde.



Uups... ein nein von mir

Im Lernprozess zu einer besseren Abgrenzungsfähigkeit kam dann der Punkt, an dem ich endlich auch mal nein sagen konnte. In meinem Innern herrschte dabei eine emotionale Mischung aus Verlustangst und Gedanken an einen gesunden Selbstschutz. Es war für mich wie eine neue Erfahrung, eine Entscheidung für mich selbst zu treffen.

Die echte felsenfeste Güte muss am rechten Ort auch "nein" sagen können.         Friedrich von Schiller


Später fiel ich vom ewigen Ja-Sager ins andere Extrem und blockte fast alles ab, was an mich heran getragen wurde. Gleichzeitig lieferte ich lange Erklärungen und Rechtfertigungen: „Ich würde ja gerne helfen, aber aus dem und dem Grund geht es leider nicht.“ Anschließend war ich wütend auf mich selbst, dass ich nicht einfach kurz und entspannt sagen konnte: "Sorry, das geht heute leider nicht."

Innere Ruhe und Zufriedenheit 

Mittlerweile bin ich ganz zufrieden mit meiner Fähigkeit zur persönlichen Abgrenzung. Meistens bleibe ich in kritischen Situationen innerlich und äußerlich ruhig. Fühle ich mich jedoch überfordert, falle ich wieder in meine alten Verhaltensmuster zurück. Dabei schlagen die Gemütswellen gegenüber früher in mir weniger hoch. Ich finde schneller zurück zu innerer Ruhe, zu meiner inneren Mitte.

Konkret sieht das so aus: Jemand aus meinem Bekanntenkreis möchte, dass ich ihm oder ihr helfe. Dabei spüre ich intuitiv die unausgesprochene Bitte: "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn Du nicht kommen würdest".

Ich beginne, innerlich zu rotieren und merke, wie alte Gedanken wieder hochkommen. Dieses gefühlte Drama kann ich in vielen Fällen noch nicht auf Knopfdruck abschalten. Es ist immer noch wie ein Wirbelsturm in mir.
 In solchen Momenten halte ich inne und atme erst einmal tief durch. Ich gebe mir die Chance, diese innere Welle abebben zu lassen, bis ein Zustand der Ruhe und Erleichterung einkehrt.

Ich kann, aber Ich muss nicht

Ich sage mir selbst: „Ich muss ja nicht! Niemand kann mich zwingen zu helfen. Es liegt ganz bei mir. Ich entscheide mich erst, wenn ich innerlich zur Ruhe gekommen bin. Erst dann spüre ich wieder meine souveräne Entscheidungsfähigkeit. Das, was ich wirklich will! Manchmal bitte ich auch um etwas Zeit für meine Antwort. Ich sage: „Ich schaue später in meinen Kalender und sage dir bescheid.“

Wichtige Kriterien sind dabei sicherlich der Grad der Freundschaft und der Blick auf eine gesunde Balance aus Geben und Nehmen. Meine Entscheidung wird zu einer echten Herzensentscheidung!

Meine Kräfte, meine Grenzen

Eine wichtige Erkenntnis in meinem Lernprozess war: Die Unfähigkeit, mich frei zu entscheiden und mich selbst zu schützen, hatte nichts mit den Menschen zu tun, die etwas von mir wollten. Es waren meine alten Denkmuster, die sich mein gesamtes Leben durchgezogen haben. Ich zog die Situationen beinahe magisch an, denn andere hatten mich schnell durchschaut. Erst Krankheit und chronische Erschöpfung brachten mich dazu, einen Schlussstrich zu ziehen.

Ob es in Zukunft noch einfacher wird? Ich weiß es nicht! Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, das ich inzwischen erreicht habe. Ich habe gelernt, nein zu sagen und dabei innerlich gelassen zu bleiben. Heute bin ich immer noch ein hilfsbereiter Mensch, erkenne allerdings meine Grenzen und schütze mich im richtigen Augenblick selbst.

Nicht so schlimm wie gedacht... aber mit vielen Vorteilen!

Zu meinem anfänglichen Erstaunen habe ich die Liebe und Wertschätzung meiner wichtigsten Mitmenschen zu keinem Zeitpunkt verloren. Auch wenn sie zuerst von meiner Reaktion - meinem nein - überrascht waren. Und zugegeben, ein paar Menschen habe ich mittlerweile aus den Augen verloren. Diese waren lediglich an meiner selbstlosen Unterstützung interessiert und weniger an mir als Mensch. Diese Kontakte vermisse ich heute nicht mehr.

Ich habe zu einem besseren Selbstwertgefühl gefunden. Und anstelle einer selbstlosen Aufopferung ist ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe getreten.
     

Das Erlernen einer besseren Entschiedenheit und Abgrenzung geht nur in Minischritten, mit Zeit und Geduld. Dafür allerdings umso erfolgreicher. Es lohnt sich! 

  

 

Wunderwaffe Selbstannahme

"Wir haben alle ein bisschen Ich will die Welt retten in uns. Aber es ist okay, wenn du erstmal nur einen Menschen rettest. Und es ist ok, wenn dieser Mensch du selbst bist."


Empfinden wir nur wenig Wertschätzung für uns selbst, fällt uns die Wertschätzung Anderer auch nicht leicht. Wenn wir lernen, uns zuerst selbst zu akzeptieren und zu mögen, so wie wir sind, dann fällt uns der Umgang mit anderen Menschen leichter.

Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge haben somit nichts mit Egoismus zu tun. Es geht um eine leise innere Stimme, die uns sagt: "Du bist okay! Genau so, wie Du bist!" Es lohnt sich, diese leise innere Stimme zu fördern und zu bestärken! 

Frage dich: Was will ich jetzt? Was brauche ich jetzt? Was täte mir jetzt gut? Kümmere dich um deine Bedürfnisse. Für neue Energie und neuen Schwung. 

Wir modernen Menschen lächeln gerne über Begriffe wie Selbstfürsorge. Das Haus fertigstellen und abzahlen und die Karriere vollenden klingen viel relevanter. Dabei trifft die Selbstfürsorge den Kern - unseren innersten Wesenskern. Und wenn dieser Kern stark und gesund ist, dann klappen auch die "relevanten" Dinge automatisch leichter.

Der Weg zu einer gesunden Selbstfürsorge

  • Ich darf meine Wünsche und Bedürfnisse äußern
  • Ich darf Komplimente annehmen
  • Ich darf mich wertvoll fühlen
  • Ich darf mich mögen und wichtig nehmen
  • Ich erlaube mir Abgrenzung mit einem Nein
  • Ich darf Forderungen stellen
  • Ich sage meine Meinung, auch wenn sie nicht jedem gefällt
  • Ich darf Schwächen zeigen und Fehler machen. Und bin trotzdem okay

  

Als ich mich selbst zu lieben begann - von Charlie Chaplin

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

 

 

 

Loslassen beginnt mit Annehmen

"An seinem Ärger festzuhalten ist genauso, wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Du bist derjenige, der sich verbrennt." 

Wenn du ein neues Kapitel in deinem Leben schreiben möchtest, lasse Vergangenes los. Loslassen bedeutet, negative Erlebnisse hinter sich zu lassen. Deine gemachten Erfahrungen müssen nicht deine Zukunft bestimmen. Dafür kannst du dich ab sofort neu entscheiden. 

Lasse momentan belastende Gedanken und Situationen zu. Nimm sie an! Akzeptiere diese genau so, wie sie sich aktuell darstellen. Klingt paradox, da du sie ja eigentlich garnicht möchtest. Das hat nichts mit aufgeben zu tun. Eher mit einer Art hingeben.

Akzeptieren und das aktuell Reale annehmen ist der entscheidende erste Schritt, damit sich die Situation wandeln kann. Denn nur was wahrgenommen und angenommen wurde, kann sich mit neuer Klarheit und aktiven Schritten zum Besseren wandeln.

"Loslassen bedeutet, die Vergangenheit als Teil deiner Geschichte zu akzeptieren und gleichzeitig zu entscheiden, dass du jetzt eine neue Geschichte zu schreiben beginnst." Dr. Katharina Tempel 

So lässt das Erlebte DICH los

Gerade sehr schwere Schicksale und Ereignisse lassen sich nicht einfach loslassen, denn sie kleben fest an uns. Solange, bis wir sie akzeptierend angeschaut und Frieden mit ihnen geschlossen haben. Es geht nicht darum, alles Erlebte und Erfahrene gut zu heißen. Es geht um das Loslassen durch eine bejahende Annahme von dem, was ist. So kann neue innere Ruhe aufkommen und langfristig zu innerem Frieden führen.


Lebe hier und heute

Viele unserer täglichen Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen im wahrsten Sinne aus einer Mücke einen Elefanten. Lasse negative Gedanken vor deinem inneren Auge wie dunkle Wolken davonziehen.

Die Vergangenheit ist vorbei und lässt sich auch mit viel Grübeln nicht mehr ändern. Und die Zukunft ist noch nicht da und geschieht meist anders als von uns erwartet. 

 

Neun Tipps für ein erfolgreiches Loslassen

1. Sage Stopp

Wenn wir an einem Gedanken festhaften und ihn nicht loswerden können, unterbreche diesen aufkommenden Gedanken mit dem Wort Stopp. Sage immer wieder Stopp und kehre zurück zum jetzigen Alltagsmoment. Wir reagieren sehr sensibel auf dieses Wort, da wir bereits während unserer Erziehung häufig mit dem Wort konfrontiert wurden.

2. Probleme aus dem Kopf schreiben

Nimm dir einen Stift und ein leeres Blatt und fange an, dein Problem aufzuschreiben. Nicht selten reiht sich ein Satz an den nächsten... Vieles ist garnicht so aussichtslos, wie es anfangs erscheint. Beim Aufschreiben erhalten wir Klarheit und erste Lösungen für unser Problem. Es reicht nicht, im Kopf darüber nachzudenken. Probiere es aus!

3. Gib dir Zeit

Schwierige Situationen, wie der Verlust eines lieben Menschen, brauchen Zeit der inneren Verarbeitung. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen. Gib dir diese Zeit. Viele Menschen ziehen sich in schweren Zeiten zurück. Suche weiterhin Kontakt und aufbauende Gespräche. Diese können dir helfen, deine Situation zu erleichtern und dich neu aufbauen.

4. Auf den Atem konzentrieren

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewährtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Atme durch die Nase tief in deinen Bauch ein. Und durch den Mund langsam wieder aus. Spüre deinen Atem! Atme deinen gesamten Stress aus und fühle dich freier.

5. Wie beim ersten Mal

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schaue dich um und tue so, als würdest du die Welt um dich heute herum zum ersten Mal sehen. Schaue auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand. Beobachte genau und komme schon nach wenigen Momenten in eine ruhigere Gedankenwelt.

6. Geräusche neu wahrnehmen 

Nimm Geräusche, die eben noch als störend empfunden wurden, wohlwollend und annehmend auf. Den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfange die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art innerer Gleichmut. 

7. Anspannen und entspannen

Wenn du eine starke Anspannung spürst oder Emotionen dich zu übermannen drohen, kannst du diesen Tipp nutzen. Spanne einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an. Drücke die Füße tief in den Boden, spanne Arme, Schultern, Bauch und Po fest an. Spanne auch deine Gesichtsmuskeln an. Oder drücke mit den Händen für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand. Nach der kurzen Anspannung folgt die Entspannung.

8. Weitere Entspannungstechniken

Mir persönlich haben Meditationen, Autogenes Training und Fantasiereisen sehr dabei geholfen, Abstand von den kreisenden Gedanken im Kopf zu gewinnen. Und nach und nach loszulassen. Suche dir eine Übung ganz nach deinem Gusto. Eine, die zu dir passt. Neben Atem- und Achtsamkeitsübungen sind auch Yoga, Tai Chi und Qi Gong empfehlenswert. Bewegung und leichter Sport in der Natur oder ein Saunabesuch haben ebenfalls eine wunderbar entspannende Wirkung. Wähle das, was dir gut tut.

9. Feierabendrituale 

Feierabendrituale sind ein probates Mittel, um schnell vom Alltag loslassen zu können. Wichtige Vorbereitungen für den nächsten Morgen können wir bereits jetzt erledigen. Und auch die To do Liste für den nächsten Tag noch vor dem Feierabend erstellen. Somit schreibst du die Themen aus dem Kopf und der Abend kann entspannt starten.

Den Heimweg kannst du bereits zur positiven Einstimmung auf den Feierabend nutzen. Beliebte Feierabendrituale zum Abschalten sind der Spaziergang an der frischen Luft, Sport oder gesellige Abende mit Freunden. Wie wäre es im Sommer mit einer frischen Dusche und im Winter mit einem Entspannungsbad? Wähle eine regelmäßige Aktivität, bei der du gezielt loslassen kannst.

 

 

  

 

Gelassenheit trainieren

"Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus den großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr von kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen." Benjamin Franklin

Gelassene Menschen wirken auf uns angenehm ruhig und souverän. Der Kopf wird nicht von Hektik und Angst geführt, sondern von Ruhe, Klarheit und Ordnung. Dinge, die sich nicht ändern lassen, werden als unveränderlich akzeptiert. Sie betrachten das große Ganze und regen sich nicht über Kleinigkeiten auf, die nicht funktionieren. 

Gelassene Menschen sind nur selten aus der Ruhe zu bringen und strahlen innere Sicherheit aus. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit haben diese Menschen eine vertrauenswürdige Ausstrahlung auf uns.

Gelassene Personen sparen in stress- und emotionsgeladenen Situationen wertvolle mentale Kraft. Sie gehen entspannter durchs Leben und lassen sich auch von einem vollen Terminkalender nicht über die Grenzen Ihrer Belastbarkeit hinaus treiben.

Gesunde Gelassenheit

Der entspannte Umgang mit Stresssituationen führt zu einer inneren Sicherheit, die sich positiv auf das eigene Selbstwertgefühl auswirkt. Auch in problematischen Situationen bleiben gelassene Menschen stets handlungsfähig und lösungsorientiert. 

Studien zeigen, dass gelassene Menschen gesünder leben, mit sich zufriedener sind und die besseren Entscheidungen treffen. Gelassene sind als sozialer Ruhepol häufig in ihren Kreisen beliebt und in Führungspositionen erfolgreich. Sie wahren in kritischen Situationen die nötige Distanz zwischen sich und dem Problem und sind daher optimale und gern kontaktierte Problemlöser. 


Gelassenheit lässt sich trainieren. Los geht's!

1. Dankbarkeit

Sei dankbar für das, was du gerade hast und bist. Dankbarkeit ist die Grundlage für ein glückliches und gesundes Leben. Überlege dir jeden Abend drei Dinge, für die du an diesem Tage dankbar bist. Oder schreibe sie in ein Glückstagebuch. So erlebst du die schönsten Ereignisse des Tage im Kopf noch einmal. Das verschafft dir Zufriedenheit.

2. Erwartungen an uns selbst

Lasse zu hohe Erwartungen an dich selbst oder negative Erwartungen los. "Ich falle bestimmt wieder durch die Prüfung." kann zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Erinnere dich an die vielen Situationen, die du im schon erfolgreich gemeistert hast. Eine positiv realistische Erwartungshaltung an ein Ereignis ist ein goldener Mittelweg.

3. Erwartungen an Andere

Lasse auch die Erwartungen an andere Menschen los. Diese werden oft enttäuscht. "Wer selbst viel tut und von anderen wenig erwartet, der wird wenig Kummer haben" sagt Konfuzius

4. Nobody is perfect

Nobody is perfect! Auch du darf unperfekt sein! Perfektion ist in einigen Bereichen notwendig, in den meisten Fällen ist allerdings eher hinderlich. Ein großer Zeitfresser!

5. Nimm das Heft in die Hand

Der einzige Tag, an dem du etwas ändern kannst, ist heute! Unterscheide zwischen den Dingen die du ändern kannst - gehe mutig voran. Und den Dingen, die du nicht ändern kannst - lasse sie los.

6. Positive Einstellung

Trainiere dir eine positive Grundhaltung an. Das Glas ist halbvoll! Negative Gedanken, die jeder Mensch hat, lassen sich wandeln, indem du den Fokus auf etwas Positives lenkst. Schaue bei anderen Menschen auch auf die guten Seiten.

7. Weniger ist mehr

Häufig nehmen wir uns zu viel vor und ärgern uns am Abend, dass wir nicht Alles geschafft haben. Wir hecheln durch unsere To do Liste und können die einzelnen Tätigkeiten nicht mehr genießen. Weniger - gut und mit Freude gemacht - ist mehr!

8. Plan B

Ein Plan B macht dich freier und du hast im Kopf immer noch einen alternativen Weg, falls dein Wunsch nicht klappt. Auch lässt es sich wesentlich leichter verhandeln, wenn man noch ein zweites Ass im Ärmel hat.

9. Nicht persönlich nehmen

Nimm Kritik nicht persönlich. Feedback und Kritik ist die subjektive Meinung eines Anderen über deine Leistung oder dein Verhalten. Lerne von den Richtigen und lasse ungerechtfertigte Kritik teflonmäßig abprallen. Wir können es nicht Allen recht machen. 

10. Freundlichkeit

"Wer alles mit einem Lächeln beginnt, dem wird das meiste gelingen" Dalai Lama