Achtsam zur Gelassenheit

 

Wirksame Tipps hätte ich mir in meiner eigenen Zeit im Hamsterrad selbst gewünscht. Ob ich allerdings offen für deren Umsetzung gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Leider fehlt uns Menschen in dieser Zeit häufig die nötige Offenheit für ein Leben im jetzigen Moment. Ich erinnere mich sehr gut, wie gerade die eigentlich erholsame freie Zeit von quälendem negativem Gedankenkreisel geprägt war. Gedanken, die zu nichts geführt haben, außer, dass sie mir mein erholsames Wochenende geraubt haben.

In solchen Momenten müssen wir lernen, dass unsere Gedanken nicht die eindeutige Wahrheit sind. Sie sind lediglich unsere aktuelle Sicht auf eine Situation oder einen Menschen mit unserer individuellen Bewertung. Beruhend auf unseren Erfahrungen und persönlichen Glaubenssätzen. Diese Sicht kann unter einem anderen Licht betrachtet ganz anders aussehen. Sehen wir eine Situation als unüberwindbares Problem, als notwendige Herausforderung oder vielleicht sogar als Chance? Entscheiden Sie selbst!

Viele unserer täglich weit über 60.000 Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen aus einer Mücke einen Elefanten. Begleiterscheinungen des Gedankenkarussels sind Wut und Aggression. Zum Beispiel im Straßenverkehr oder auf der Suche nach einem freien Parkplatz. 

Deshalb hier ein paar praktische Tipps für den Alltag, um besser Loslassen und immer wieder bewusst in den jeweiligen Moment zurückkehren zu können.

 

1. Sage STOPP zu Deinen Negativgedanken

Das Wort Stopp kennt unser Unterbewusstsein sehr gut und es reagiert darauf sehr sensibel. Denke  nur an die eigene Erziehung oder die Erziehung Deiner Kinder. Oder an den Umgang mit Deinen Hunden. Stopp heißt ultimativ Stopp! Unterbreche bewusst Deine Gedanken immer wieder mit dem Wort Stopp und kehre zurück zum jetzigen Moment.

2. Komme zurück zu Deinem Atem

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewärtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Gerade beim Thema Entspannung sind es meist die traditionellen Tipps, die uns erfolgreich weiterhelfen. Praktisch ein Gegenpol zur modernen Zeit! Entspannung als App oder auf Knopfdruck ist es, was sich so mancher gestresste Manager wünscht. Leider nur eine Illusion!

3. Präsenz im zwischenmenschlichen Kontakt

Versuche bei Deinem nächsten Gespräch aufmerksam zuzuhören. Nutze direkten Augenkontakt und signalisiere Deinem Gegenüber, dass Du inhaltlich hundertprozentig bei ihm sind. Häufig sind wir während einer Unterhaltung gedanklich in unserem eigenen Film. Unterdrücke auch den inneren Drang, selbst zu Wort kommen zu wollen. Frage statt dessen lieber noch einmal nach oder wiederhole die Worte des anderen, um Missverständnisse auszuschließen. 

4. Schalte um auf visuelle Präsenz

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schaue Dich um und tue so, als würdest Du die Welt um Dich heute herum zum ersten Mal sehen. Schaue auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand... Schaue die Dinge genau an und komme schon nach wenigen Momenten gedanklich in ein ruhigeres Fahrwasser. Ein wahrlich sinnliches Erlebnis!

...oder auf akustische Präsenz 

Nehme Geräusche, die eben noch als störend empfunden wurden, zugeneigt und annehmend auf. Höre den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfange die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und aufkommender innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art Gleichmut. 

5. Nutze die Progressive Muskelentspannung

Wenn Du eine starke Anspannung spürst oder Emotionen Dich zu übermannen drohen, kannst Du diesen Tipp nutzen. Spanne einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an und lasse sie dann ganz langsam wieder locker. Drücke die Füße tief in den Boden, spanne Schultern, Bauch und Po fest an. Spanne auch Deine Gesichtsmuskeln an. Oder drücke mit den Händern für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand. Spüre die wohltuende Entspannung!

Bei allen Tipps folgt auf Anspannung eine erholsame Entspannung.    

Ich wünsche Dir viele entspannte und gelassene Momente in Deinem Alltag! Probiere den einen oder anderen Tipp in nächster Zeit einmal aus. Es erfordert ein gewisses Training, erleichtert den Alltag in stressigen Situationen allerdings sehr!

  

 

Single-Tasking oder Multitasking?

 

Eine kleine Geschichte aus dem alten China. Ein Vater bekommt Besuch von seinem Sohn. Während der Sohn gehetzt und erschöpft wirkt, sitzt der Vater entspannt vor seinem Haus und genießt die Sonne. Der Sohn fragt ihn: "Vater, wie schaffst Du es, immer so ruhig und ausgeglichen zu sein?" Der Vater antwortet: "Ganz einfach, mein Sohn! Wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Wenn ich esse, dann esse ich! Wenn ich zur Arbeit fahre, dann fahre ich zur Arbeit. Und wenn ich arbeite, dann arbeite ich. Und wenn ich mich dann am Feierabend ausruhe, dann ruhe ich mich aus!

"Aber das mache ich doch auch!" erwidert der Sohn erstaunt. Der Vater sieht ihn prüfend an und erwidert: "Nein, Du machst es etwas anders!" Wenn Du schläfst, denkst Du schon ans Aufstehen. Beim Frühstück denkst Du schon an den Weg zur Arbeit. Auf dem Weg zur Arbeit, bist Du gedanklich schon am Arbeitsplatz. Bei der Arbeit organisierst Du im Kopf schon den Nachmittag oder bist Du gedanklich bereits beim Feierabend! Mit erstaunten Augen hält der Sohn inne und antwortet nach einer Pause: "Vater, ich glaube Du hast recht!" 

Wir lernen aus der Geschichte, dass wir gedanklich nur selten im jetzigen Moment leben! Wir sind meistens schon einen Schritt weiter. Viele Ereignisse und Chancen, die sich uns vor unseren Augen bieten, nehmen wir nicht wahr! Wir sehen sie nicht und können sie auch nicht genießen.

 

Multitasking bestimmt unseren Alltag

In unserer schnelllebigen und hochtechnisierten Zeit gilt Multitasking als Schlüssel für Effektivität und Tatkraft! Wir versuchen möglichst viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. So erleben sich viele Menschen zum Feierabend mit einem Pizzakarton, Laptop und Handy vor dem Fernseher. Noch schnell die letzten beruflichen Mails checken und beantworten, mit What's app den privaten Abend planen und dabei die Lieblingsserie schauen. Das Thema Essen wird dabei gleich mit erledigt. Was wir genau gegessen haben??? Keine Ahnung, hab nicht so genau hingeschaut! Möglichst viele Fliegen mit einer Klappe schlagen! Das macht uns glücklich, effektiv und erfolgreich...?

 

Oder etwa doch nicht...? Die moderne Forschung deckt auf

Gehirnforscher haben festgestellt, neurobiologisch gibt es gar kein Multitasking! Nicht von Männern und auch nicht von Frauen. Das Gehirn kann sich nur auf eine! komplexe Tätigkeit konzentrieren. Allerdings kann unser modernes Gehirn sehr schnell zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten hin und herspringen. Multitasking lässt sich sogar üben, so dass die Sprünge im Gehirn zwischen den Aufgaben immer kürzer werden.

Wenn wir telefonieren und gleichzeitig eine E-Mail schreiben, sind wir mit unserer Aufmerksamkeit tatsächlich immer nur bei einer der beiden Tätigkeiten. Wir tun nicht wirklich beides zur selben Zeit. Das Ergebnis: Unterm Strich bekommen wir auch nur die Hälfte mit. 

Dabei gilt es zu erwähnen, dass häufig eine gewohnte Tätigkeit - wie beispielsweise laufen oder bügeln - automatisch und unbewusst in einer Routine abläuft, während wir uns auf ein Telefonat oder ein Gespräch konzentrieren.

 

Gibt es in unserem modernen Leben überhaupt eine Alternative?

Diese Frage kann nur jeder selbst für sich beantworten. Fest steht: Wir laufen zur Höchstleistung und zu wirklicher kreativer Schaffenskraft auf, wenn wir uns zu 100 Prozent einer Sache widmen können.

Multitasking soll unsere Effektivität und Produktivität steigern. Tatsächlich führt die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben zu einem erheblichen Konzentrations- und Leistungsverlust. Multitasking ist anstrengend und fordert viel Nervenkraft!

Aktuelle Tests und Studien beweisen:

  • die Qualität der Leistung sinkt
  • die Fehlerquote steigt signifikant an
  • Kreativität ist beim Multitasking kaum möglich
  • wir brennen schneller aus
  • wir wirken auf andere nervös, fahrig und gestresst

Fragen Sie sich mal selbst. Wie wirkt ein gestresster Mensch auf Sie? Haben Sie den Eindruck, dass dieser Mensch besser, schneller und zuverlässiger seine Arbeit erledigt?

In einem Test sollten Autofahrer beim Fahren telefonieren und gleichzeitig auch noch eine SMS schreiben. Die Konzentration sank bei allen Beteiligten um mindestens 40 Prozent. Gleichzeitig stiegen Stresslevel und das Unfallrisiko stark an. Die Fehlerquote stieg auf Werte eines stark angetrunkenen Fahrers mit einem Wert von 0,8 Promille.

Eine weitere Multitasking Studie unter Hochbegabten der Harvard Universität brachte ebenfalls ernüchternde Ergebnisse. Die Intelligenz dieser Leistungsträger sank bei gleichzeitiger Erledigung mehrerer Aufgaben auf das Niveau eines Achtjährigen.

 

Machen Sie für sich einen Check!

Nutzen Sie eine To-do Liste oder einen Zeitplan für Ihre Arbeit und konzentrieren Sie sich möglichst häufig nur auf eine Aufgabe. Wenn Sie die Prioritäten während der Erledigung einer Sache ändern müssen, unterbrechen Sie diese Tätigkeit an geeigneter Stelle und beschäftigen Sie sich dann vollständig mit der neuen Aufgabe.

Manche Aufgaben - die nicht oberste Wichtigkeit und Dringlichkeit besitzen - lassen sich bündeln. So können beispielsweise die Belege für die Buchhaltung gesammelt und dann in einem Schwung bearbeitet werden. Ebenso können Sie überlegen, ob das permanente Checken der E-Mails über den Tag und über das Handy sein muss, oder ob zwei bis drei Checks am Tag nicht auch ausreichen! Manche gönnen sich auch mal eine handyfreie Zeit am Tag, um dem Kopf eine verdiente Auszeit zu gönnen.

Die Frage der Organisation des Tages ist sicherlich eine der schwierigsten überhaupt. Im Hamsterrad sitzend haben wir zudem den Eindruck, dass wir die Dinge selbst gar nicht in der eigenen Hand haben. Daher meine Empfehlung: Schauen Sie, welche Themen Sie beeinflussen können und ob Sie daran etwas ändern oder optimieren wollen. Mit Rücksicht auf unsere Gesundheit eine sehr lohnenswerte Betrachtung!   

 

 

 

Respekt und Selbstachtung

Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu

 

Wir treffen täglich an unterschiedlichsten Situationen auf Respekt und somit auch auf Respektlosigkeiten. Familientreffen sind für viele Menschen eine Herausforderung, da häufig sehr unterschiedliche Charaktere einen Familienverbund bilden. Respekt beginnt schon im Kindheitsalter in der Schule oder unter Freunden. 

Im Straßenverkehr und in öffentlichen Bussen und Bahnen treffen wir regelmäßig auf respektvollen und auch auf respektlosen Umgang. Wer lässt wen zuerst aus- und einsteigen, wer bietet wem einen freien Platz an - oder blockiert diesen lieber mit seiner Tasche ;-) Wie achtsam gehe ich durch den Bus oder das Zugabteil?

Wie ist mein Verhalten gegenüber älteren und behinderten Menschen? Natürlich fällt vielen von uns auch die eine oder andere Situation im Auto ein... drängeln, hupen und schimpfen gehört für viele Autofahrer zum ganz normalen Ton dazu. Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass andere Verkehrsteilnehmer massiv darunter leiden.

Wo begegnen wir Respekt und Respektlosigkeit im Alltag?

  • In der Familie und mit Kindern
  • In der Schule
  • Unter Freunden
  • Auf den Ämtern
  • Im Beruf – mit Chef/-in und Kollegen
  • Beim Sport – Fairplay im Wettbewerb
  • Beim Einkaufen 
  • Im Straßenverkehr 
  • In Bus & Bahn 
  • Gegenüber Tieren und der Natur
  • Gegenüber Sachgegenständen und fremdem Eigentum
  • In Religionen, Ländern und Kulturen
  • Hinzu kommen jung vs. alt, Frau vs. Mann, reich vs. arm... 

 

Respektvolles Verhalten in der Praxis

Es gibt viele Umschreibungen für ein respektvolles Verhalten. Wichtig ist eine gute Präsenz mit all unseren Sinnen. Leider sind wir in stressigen Situationen häufig voller kreisender Gedanken, so dass wir manche Ereignisse und Umstände um uns herum garnicht wahrnehmen. Achtsamkeit lässt sich allerdings trainieren und führt nicht nur zu gesteigerter Wahrnehmung und Konzentration, sondern auch zu weniger Stress und besserer Gesundheit. 

Respektvolles Verhalten bedeutet Verständnis zeigen für anderes Denken, Fühlen und Handeln. Wir dürfen nie vergessen, dass wir alle Individuen sind, was unseren Begegnungen doch erst die richtige Würze gibt. Wären wir alle gleich, wäre das Zusammenleben doch sehr langweilig. Wir können viel von anderen lernen.

 

Respekt ist ein wertvolles Gut

Respekt heißt achtsam und sensibel in unserer Kommunikation und im Umgang mit anderen zu sein. Dazu gehört auch das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden und zu wahren. Wir haben alle unsere Privatsphäre, die uns Schutz und Sicherheit gibt. Dieser Bereich sollte nicht ungewollt von anderen verletzt werden.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Respekt schnell gewonnen, aber auch genau so schnell wieder verloren gehen kann. Respekt ist vergänglich und muss regelmäßig neu gezeigt und verdient werden. Wie genau? Aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig, authentisch, mitfühlend und wertschätzend!

Und wie sollte respektvolles Verhalten nicht sein? Es sollte kein taktisches Mittel mit Worthülsen und ausschließlich eigenem Nutzdenken sein. Eine Verhaltensweise, um andere zu manipulieren. Oder eine Maske, die man wahlweise auf und absetzen kann.

 

Selbstachtung: Respekt vor anderen beginnt bei uns selbst 

Die Selbstachtung lässt sich trainieren und erlernen! Sei dabei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir selbst. Starte einen positiven inneren Dialog und lobe Dich selbst für Erfolge und gute Taten. Das programmiert Dein Unterbewusstsein und unterstützt die Erreichung Deiner Ziele und allgemein ein positiveres Leben. 

Natürlich können wir nicht in jeder Situation respektvoll erscheinen. Wir sind Menschen mit unterschiedlichen Befindlichkeiten und Tagesformen. Mit einer respektvollen Grundhaltung haben wir bereits ein nachhaltig wertvolles Ziel erreicht!

 

10 Tipps für eine bessere Selbstachtung

  1. Stehe zu Deiner Art, Deiner Persönlichkeit und Deiner Meinung!
  2. Mache es anderen nicht immer Recht. Sage auch mal NEIN!
  3. Sei Dir Deiner Stärken, Fähigkeiten und Werte bewusst!
  4. Akzeptiere Dich als Mensch mit Deiner Art und Deinem Körper!
  5. Achte regelmäßig auf Deine Wünsche und Bedürfnisse!
  6. Sprich niemal schlecht über Dich! Führe einen positiven inneren Dialog!
  7. Lasse los, was Du nicht kontrollieren kannst!
  8. Halte Dich fern von Negativem und von Drama!!
  9. Sei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir!
  10. Sei stolz auf Deine Erfolge und guten Taten. Du darfst Dich loben!


Selbstachtung ist die Basis für Selbstbewusstsein und gesundes Selbstwertgefühl!. Erst mit Selbstachtung können wir unsere Achtung auch auf andere übertragen.

 

 

Respekt ist viel mehr

 

Respekt begegnen wir jeden Tag, zu hause, bei der Arbeit, im ganz normalen Alltag. Zum Ausdruck der Anerkennung nehmen wir häufig auch das Wort "Respekt" in den Mund. Studien zufolge rangiert Respekt am Arbeitsplatz auf der Wunschliste der Mitarbeiter an einen Arbeitgeber an zweiter Stelle. Lediglich geschlagen von einer "sinnvollen und interessanten Tätigkeit" und noch vor guter Bezahlung, sozialer Sicherheit und Karrieremöglichkeiten.

Respekt schenkt uns Wertschätzung und Anerkennung. Steigert unseren Mut und unser Selbstbewusstsein. Macht zufrieden und glücklich. Respekt hilft uns, erfolgreicher zu werden und den Alltag konfliktärmer und entspannter zu erleben. Deshalb ist Respekt auch gesetzlich geregelt. Im Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." 

 

In Respekt steckt viel drin

Das Wort Respekt stammt vom lateinischen "respicere" ab und bedeutet übersetzt berücksichtigen, beachten und zurückschauen. Aus dieser Übersetzung lassen sich folgende Begriffe ableiten, die uns Respekt mit seinen Facetten näher bringen.

1. Rücksicht: Wir können lernen, rücksichtsvoll gegenüber anderen Menschen, anderen Lebewesen und gegenüber der Natur zu sein. Rücksichtsvolle zwischenmenschliche Begegnungen zu pflegen. Oder auch rücksichtsvoll mit öffentlichen Gegenständen umzugehen, damit andere Menschen nach uns auch noch Spaß daran haben.

2. Achtung: Andere Menschen zu achten bedeutet die würdevolle Anerkennung und Wertschätzung des Menschen als wertvolles Wesen, unabhängig von seiner Leistung. Achtung drückt eine persönliche Grundeinstellung, eine charakterliche Haltung gegenüber anderen aus. 

3. Achtsam leben: Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit und der Präsenz mit allen Sinnen. Ein achtsames Leben führt uns zu einem bewussteren Leben im Hier und Jetzt. Mit mehr Klarheit, einer gesteigerten Wahrnehmung und einem besseren Miteinander.

4. Schauen: Einfach wahrnehmen, was gerade passiert. Ohne Kategorisierung, ohne Wertung! Wir können uns darin üben, lediglich die Sinne zu nutzen, ohne eine sofortige Wertung in Schubladen vorzunehmen. 

5. Zurückschauen: Wir können respektvoll zurückschauen auf die Lebensgeschichte oder das Lebenswerk eines Menschen. 

 

Respektvoller Umgang lohnt sich

Respekt ist wichtig und regelt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unser gesellschaftliches Miteinander. Entscheidend ist eine respektvolle Achtung der Individualität und Andersartigkeit unserer Mitmenschen. Jeder sieht die Welt aus der Sicht seiner gelebten Werte. Treffen wir auf jemanden, der die Dinge anders sieht, ärgern wir uns häufig. Dabei können wir erst durch unsere Verschiedenartigkeit lernen. Adenauer sagte hierzu mit kölschem Humor: "Nehmen wir die Menschen, wie sie sind. Andere gibt's nicht."

Ein anderer Spruch, dem wir täglich begegnen ist "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!" Das Leben ist praktisch ein Spiegel. Freundlichkeit wird in den allermeisten Fällen auch mit Freundlichkeit beantwortet und ein herzhaftes Lachen ist nahezu ansteckend. Andererseits brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn das Herauslassen unserer eigenen schlechten Laune auch beim Gegenüber keine Begeisterung hervorruft.

Ihnen ist sicherlich auch der Ausspruch "Respekt muss man sich verdienen" bekannt. Es bedeutet, dass wir aufrichtigen Respekt nicht von anderen einfordern können. Wir erhalten ihn freiwillig! Respekt ist vergänglich und muss täglich neu praktiziert werden. Aufrichtiger Respekt beruht dabei im Idealfall auf Gegenseitigkeit. Denn alle wollen Respekt haben, aber nicht jeder ist bereit, Respekt auch zu geben. Gehen Sie mit gutem Vorbild voran! 

 

 

Der Weg zur Gelassenheit 

Wie wir in bestimmten Situationen reagieren, hängt sicherlich von vielen Faktoren ab. Von unserer Mentalität, der konfrontierten Situation, der gegenwärtigen Laune oder unserem jeweiligen Entspannungsgrad. 

Was können wir konkret tun, um in einer Stresssituation nicht von unserer Wut übermannt zu werden? Ein Beispiel: Sie sind morgens spät dran und denken sich: Wenn ich gut durch den Verkehr komme, bin ich gerade noch pünktlich im Meeting. Aber vor Ihnen blockiert der Müllwagen die Straße und die Männer sammeln in aller Seelenruhe die Mülleimer ein. Das innere Fass läuft über...!

 

Atmen Sie durch

Die Situation ist ärgerlich, keine Frage! Deshalb sortieren Sie sich erst einmal und gewinnen Sie Distanz zu dem "Film", der gerade vor Ihnen abläuft. Zählen Sie langsam bis zehn und atmen Sie dabei tief durch. Wenn Sie schnell erregbar sind, machen Sie gedanklich einen Schritt zur Seite.

Die Situation wahrnehmen

Fragen Sie sich: Kann ich an der Situation aktiv etwas ändern? Wenn nicht, dann sollten Sie diese gelassen akzeptieren. Ist das Geschehene wirklich so schlimm? Hat es irgendwelche Folgen für mich? Meist ist der Ärger größer als die Auswirkungen. Kann Ärger oder der Wutausbruch die Situation für mich verbessern? Wahrscheinlich nicht! Dampf ablassen kann im ersten Moment erleichternd sein, führt anhaltend aber nur zu einer Verschlechterung Ihrer Laune. 

Es gibt Dinge im Leben, die lassen sich ändern und andere, die lassen sich nicht ändern. Diese gilt es zu erkennen und zu unterscheiden. Beherzigen Sie das Motto: "Love it, change it or leave it!" und zeigen Sie selbst Veränderungsbereitschaft. Unveränderliche Gegebenheiten sollten wir akzeptieren und keine großen Emotionen und Energien verschwenden. 

Angemessen reagieren

Sie haben es selbst in der Hand, wie Sie reagieren! Ob Sie aus der Haut fahren oder ruhig und gelassen bleiben. Halten Sie Ihre Gefühle weitestgehend unter Kontrolle und schenken Sie der Situation ein Lächeln. Ein inneres Lächeln kann sehr entkrampfend wirken! Schalten Sie entspannte Musik an oder schließen Sie kurz die Augen. Schauen Sie in unserem Beispiel dem Szenario zu und gewinnen Sie der Ruhe und Gelassenheit der Straßenreiniger etwas Positives ab. 

Passende Sprache wählen

Wenn Sie sich in einer Wutsituation verbal äußern, übertreiben Sie nicht und wählen Sie keine XXL Sprache. Nach dem Motto: "Sie sind wirklich die langsamsten Arbeiter der ganzen Stadt". Verbale Entgleisungen sind in der Regel unangemessen und bringen uns höchstens noch zusätzlichen Ärger ein! Lassen Sie die Kirche im Dorf und machen Sie nicht andere für Ihre Situation verantwortlich!  

Bleiben Sie souverän! 

Wenn Sie sich in einer Stresssituation von einer anderen Person angegriffen fühlen, ziehen Sie für sich Grenzen und schützen Sie sich in ruhigem Ton! Holen Sie nicht zum verbalen Gegenschlag aus! Reagieren Sie gelassen oder auch schlagfertig humorvoll! Sollten Sie sich überfordert fühlen, verlassen Sie im Zweifel den Ort des Geschehens. Der Klügere gibt nach! Auch hier ist Schweigen meistens Gold und verschafft Ihnen mehr Respekt als ein emotionales Wortgefecht. Konfuzius sagte hierzu: „Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen“. 

 

5 Schritte zur Gelassenheit

1. Sorgen Sie für Ihr inneres Gleichgewicht für einen aktiven Stressabbau! Atmen Sie bewusst tief ein und aus und konzentrieren Sie sich nur aus Ihren Atem. 

2. Reden Sie mit einem vertrauten Menschen über die Stresssituation und verarbeiten Sie den Stress in einem Gespräch. Vielleicht bekommen Sie so noch eine andere Sicht auf das Ereignis! Im persönlichen Gespräch können Sie Erlebtes verarbeiten und anschließend loslassen.

3. Trinken Sie Wasser! Flüssigkeit fördert die Entspannung und bringt innere Ruhe! Trinken ist ein hervorragendes Unterstützer für mehr Gelassenheit.

4. Bewegen Sie sich oder treiben Sie Sport! Gehen Sie eine kurze Runde um den Block oder nehmen Sie statt des Aufzugs die Treppe! Gönnen Sie sich nach Feierabend ein knackiges Workout. Kontrolliert Dampf ablassen und auf gesunde Art wieder in Balance kommen.

5. Wem nicht nach auspowern zumute ist, kann auch mit Entspannung zur Gelassenheit zurückfinden. Entspannen Sie bei einem heißen Bad, einem schönen Saunabesuch oder einer wohltuenden Massage.

 

Jetzt haben Sie einige Werkzeuge für mehr Gelassenheit an der Hand. Testen Sie diese und finden Sie Ihren persönlichen Weg für mehr Ruhe und Gelassenheit! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg! Hier habe ich noch ein schönes Motto zum Thema! Viel Spaß beim Ansehen!