Loslassen

"An seinem Ärger festzuhalten ist genauso, wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Du bist derjenige, der sich verbrennt." Buddha

Der entscheidende erste Schritt

Wenn Du ein neues erfolgreiches Kapitel in Deinem Leben schreiben möchtest, lasse Vergangenes los. Loslassen bedeutet negative Erlebnisse zu akzeptieren. Sage Ja zu Deiner Vergangenheit und akzeptiere sie so wie sie war. Deine Vergangenheit bestimmt nicht Deine Zukunft. Dafür kannst Du Dich jetzt aktiv und bewusst entscheiden. 

Sage auch ja zu aktuell belastenden Situationen oder Gedanken. Akzeptiere auch diese genau so, wie sie sich aktuell darstellen. Klingt paradox, da Du sie ja garnicht möchtest. Akzeptieren ist allerdings der entscheidende erste Schritt, dass sich die Situation ändern und Du von ihr loslassen kannst.

Lebe im jetzigen Moment

Viele unserer täglichen Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen im wahrsten Sinne aus einer Mücke einen Elefanten. Lasse negative Gedanken vor Deinem inneren Auge wie dunkle Wolken davonziehen.

Bleibe gedanklich im jetzigen Moment und finde zu innerer Ruhe und Frieden! Die Vergangenheit ist vorbei und lässt sich auch mit viel Grübeln nicht mehr ändern. Und die Zukunft ist noch nicht da und geschieht doch meist anders als von uns erwartet. Nur den jetzigen Moment können wir aktiv beeinflussen! Natürlich auch mit konstruktiven Planungen für eine bessere Zukunft. Komme ins Tun, wie Goethe sagte und lebe jetzt!

"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Reinhold Niebuhr

 

Die Illusion der Kontrolle

Es ist eine Illusion, Menschen oder Situationen kontrollieren zu können. Menschen verhalten sich unterschiedlich, da jeder die Welt durch seine eigene Brille sieht. In ein und derselben Situation haben fünf Menschen häufig fünf verschiedene Meinungen und Sichtweisen. Die Gründe sind vielfältig! Zum Beispiel spielen unsere Werte eine große Rolle. Was ist uns wichtig? Die Fülle der Sichtweisen kann sehr bereichernd sein. 
Versuche, in die Rolle des Anderen zu schlüpfen und seine Sichtweise zu verstehen. 

"Eine Voraussetzung für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und vor der Vielfältigkeit des Lebens" Dalai Lama

Ebenso ist ist eine Illusion, 100ige Sicherheit im Leben zu bekommen. Echtes Leben bedeutet Wandel und persönliche Entwicklung. Der Lebensweg ist wie eine Reise. Diese geht auch mit Veränderungen einher. Wir lernen neue Dinge außerhalb unserer Komfortzone. Bleibe flexibel und neugierig. Das hält Dich jung.

Beobachte Deine Mitmenschen und schaue, welche Menschen bis ins hohe Alter vital und glücklich sind. Ziele und aktive Interessen sind bei diesen Menschen in aller Regel Teil ihres Erfolgsrezeptes.

 

Neun Tipps für besseres Loslassen

1. Sage immer wieder Stopp

Das Wort Stopp kennt unser Unterbewusstsein gut und es reagiert darauf sehr sensibel. Denke nur an Deine eigene Erziehung oder die Erziehung Deiner Kinder. Oder an den Umgang mit Deinem Hund. Unterbreche mit dem Wort Stopp immer wieder bewusst aufkommende Negativgedanken und kehre zurück zum jetzigen Moment.

2. Probleme aus dem Kopf schreiben

Nehme Dir einen Stift und ein leeres Blatt und fange an, Dein Problem aufzuschreiben. Nicht selten reiht sich ein Satz an den nächsten. Vieles ist garnicht so aussichtslos, wie es anfangs erscheint. Beim Aufschreiben erhalten wir Klarheit und erste Lösungen für unser Problem, die wir dann nutzen können. Probier es aus!

3. Auf den Atem konzentrieren

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewährtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Atme durch die Nase tief in Deinen Bauch ein und durch den Mund langsam wieder aus. Spüre den Atmen! Atme Deinem gesamten Stress aus und fühle Dich freier.

4. Ein sinnliches Erlebnis

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schaue Dich um und tue so, als würdest Du die Welt um Dich heute herum zum ersten Mal sehen. Schaue auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand.. Beobachte genau und komme schon nach wenigen Momenten in ein ruhigeres Fahrwasser.

5. Geräusche neu wahrnehmen 

Nehme Geräusche, die eben noch als störend empfunden wurden, zugeneigt und annehmend auf. Höre den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfange die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art Gleichmut. 

6. Muskeln anspannen und entspannen

Wenn Du eine starke Anspannung spürst oder Emotionen Dich zu übermannen drohen, kannst Du diesen Tipp nutzen. Spanne einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an und lasse sie dann ganz langsam wieder locker. Drücke die Füße tief in den Boden, spanne Arme, Schultern, Bauch und Po fest an. Spanne auch Deine Gesichtsmuskeln an. Oder drücke mit den Händen für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand.

7. Weitere Entspannungstechniken

Mir persönlich haben Meditationen, Autogenes Training und Fantasiereisen sehr dabei geholfen, Abstand von den kreisenden Gedanken im Kopf zu gewinnen und nach und nach loszulassen. Suche Dir eine Übung ganz nach Deinem Gusto. Eine, die zu Dir passt. Neben Atem- und Achtsamkeitsübungen sind auch Yoga, Tai Chi und Qi Gong empfehlenswert. Bewegung und leichter Sport in der freien Natur und ein Saunabesuch haben ebenfalls eine wunderbar entspannende Wirkung. Wähle das, was Dir gut tut.

8. Feierabendrituale 

Feierabendrituale sind ein gutes Mittel, um schnell vom beruflichen Alltag loslassen zu können. Ich empfehle Dir, wichtige Vorbereitungen für den nächsten Morgen bereits jetzt zu erledigen oder die to do Liste noch vor dem Feierabend zu erstellen. Somit "schreibst" Du die Themen aus Deinem Kopf und der Abend kann entspannt starten.

Den Heimweg kannst Du bereits zur positiven Einstimmung auf den Feierabend nutzen. Beliebte Feierabendrituale zum Abschalten sind der Spaziergang an der frischen Luft, Sport oder gesellige Abende mit Freunden. Oder wie wäre es im Sommer mit einer frischen Dusche und im Winter mit einem Entspannungsbad. Wähle eine regelmäßige Aktivitat, bei der Du gezielt loslassen kannst.


9. Gebe Dir Zeit

Schwierige Situationen, wie der Verlust eines lieben Menschen, brauchen ihre Zeit der inneren Verarbeitung. Diese Zeit lässt sich manchmal nicht abkürzen. Vielleicht heilt Zeit nicht alle Wunden, aber sie ist auf Deiner Seite. Suche aufbauende Gespräche, die Dir die Situation erleichtern und Dich unterstützen. Ziehe Dich nicht zu sehr zurück.

 

"Loslassen bedeutet, die Vergangenheit als Teil Deiner Geschichte zu akzeptieren und gleichzeitig zu entscheiden, dass Du jetzt eine neue Geschichte zu schreiben beginnst."
Glücksdetektiv
 

Probiere den einen oder anderen Tipp in nächster Zeit einmal aus. Es erfordert ein gewisses Training, erleichtert den Alltag in stressigen Situationen allerdings ungemein! 

Hier noch ein Mutmacher zum Abschluss: „Ich habe damals getan was ich konnte. Jetzt kann ich mehr und mache es eben besser.“ Maya Angelou

  

 

Respekt und Selbstachtung

"Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Goldene Regel 

Wir treffen täglich an unterschiedlichsten Situationen auf Respekt und somit auch auf Respektlosigkeiten. Familientreffen sind für viele Menschen eine Herausforderung, da häufig sehr unterschiedliche Charaktere einen Familienverbund bilden. Respekt beginnt schon im Kindheitsalter in der Schule oder unter Freunden. 

Im Straßenverkehr und in öffentlichen Bussen und Bahnen treffen wir regelmäßig auf respektvollen und auch auf respektlosen Umgang. Wer lässt wen zuerst aus- und einsteigen, wer bietet wem einen freien Platz an - oder blockiert diesen lieber mit seiner Tasche ;-) Wie achtsam gehe ich durch den Bus oder das Zugabteil?

Wie ist mein Verhalten gegenüber älteren und behinderten Menschen? Natürlich fällt vielen von uns auch die eine oder andere Situation im Auto ein... drängeln, hupen und schimpfen gehört für viele Autofahrer zum ganz normalen Ton dazu. Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass andere Verkehrsteilnehmer massiv darunter leiden.

Wo begegnen wir Respekt und Respektlosigkeit im Alltag?

  • In der Familie und mit Kindern
  • In der Schule
  • Unter Freunden
  • Auf den Ämtern
  • Im Beruf – mit Chef/-in und Kollegen
  • Beim Sport – Fairplay im Wettbewerb
  • Beim Einkaufen 
  • Im Straßenverkehr 
  • In Bus & Bahn 
  • Gegenüber Tieren und der Natur
  • Gegenüber Sachgegenständen und fremdem Eigentum
  • In Religionen, Ländern und Kulturen
  • Hinzu kommen jung vs. alt, Frau vs. Mann, reich vs. arm... 

 

Respektvolles Verhalten in der Praxis

Es gibt viele Umschreibungen für ein respektvolles Verhalten. Wichtig ist eine gute Präsenz mit all unseren Sinnen. Leider sind wir in stressigen Situationen häufig voller kreisender Gedanken, so dass wir manche Ereignisse und Umstände um uns herum garnicht wahrnehmen. Achtsamkeit lässt sich allerdings trainieren und führt nicht nur zu gesteigerter Wahrnehmung und Konzentration, sondern auch zu weniger Stress und besserer Gesundheit. 

Respektvolles Verhalten bedeutet Verständnis zeigen für anderes Denken, Fühlen und Handeln. Wir dürfen nie vergessen, dass wir alle Individuen sind, was unseren Begegnungen doch erst die richtige Würze gibt. Wären wir alle gleich, wäre das Zusammenleben doch sehr langweilig. Wir können viel von anderen lernen.

 

Respekt ist ein wertvolles Gut

Respekt heißt achtsam und sensibel in unserer Kommunikation und im Umgang mit anderen zu sein. Dazu gehört auch das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden und zu wahren. Wir haben alle unsere Privatsphäre, die uns Schutz und Sicherheit gibt. Dieser Bereich sollte nicht ungewollt von anderen verletzt werden.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Respekt schnell gewonnen, aber auch genau so schnell wieder verloren gehen kann. Respekt ist vergänglich und muss regelmäßig neu gezeigt und verdient werden. Wie genau? Aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig, authentisch, mitfühlend und wertschätzend!

Und wie sollte respektvolles Verhalten nicht sein? Es sollte kein taktisches Mittel mit Worthülsen und ausschließlich eigenem Nutzdenken sein. Eine Verhaltensweise, um andere zu manipulieren. Oder eine Maske, die man wahlweise auf und absetzen kann.

 

Selbstachtung: Respekt vor anderen beginnt bei uns selbst 

Die Selbstachtung lässt sich trainieren und erlernen! Sei dabei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir selbst. Starte einen positiven inneren Dialog und lobe Dich selbst für Erfolge und gute Taten. Das programmiert Dein Unterbewusstsein und unterstützt die Erreichung Deiner Ziele und allgemein ein positiveres Leben. 

Natürlich können wir nicht in jeder Situation respektvoll erscheinen. Wir sind Menschen mit unterschiedlichen Befindlichkeiten und Tagesformen. Mit einer respektvollen Grundhaltung haben wir bereits ein nachhaltig wertvolles Ziel erreicht!

 

10 Tipps für eine bessere Selbstachtung

  1. Stehe zu Deiner Art, Deiner Persönlichkeit und Deiner Meinung!
  2. Mache es anderen nicht immer Recht. Sage auch mal NEIN!
  3. Sei Dir Deiner Stärken, Fähigkeiten und Werte bewusst!
  4. Akzeptiere Dich als Mensch mit Deiner Art und Deinem Körper!
  5. Achte regelmäßig auf Deine Wünsche und Bedürfnisse!
  6. Sprich niemal schlecht über Dich! Führe einen positiven inneren Dialog!
  7. Lasse los, was Du nicht kontrollieren kannst!
  8. Halte Dich fern von Negativem und von Drama!!
  9. Sei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir!
  10. Sei stolz auf Deine Erfolge und guten Taten. Du darfst Dich loben!


Selbstachtung ist die Basis für Selbstbewusstsein und gesundes Selbstwertgefühl!. Erst mit Selbstachtung können wir unsere Achtung auch auf andere übertragen.

 

 

Respekt ist viel mehr

 

Respekt begegnen wir jeden Tag, zu hause, bei der Arbeit, im ganz normalen Alltag. Zum Ausdruck der Anerkennung nehmen wir häufig auch das Wort "Respekt" in den Mund. Studien zufolge rangiert Respekt am Arbeitsplatz auf der Wunschliste der Mitarbeiter an einen Arbeitgeber an zweiter Stelle. Lediglich geschlagen von einer "sinnvollen und interessanten Tätigkeit" und noch vor guter Bezahlung, sozialer Sicherheit und Karrieremöglichkeiten.

Respekt schenkt uns Wertschätzung und Anerkennung. Steigert unseren Mut und unser Selbstbewusstsein. Macht zufrieden und glücklich. Respekt hilft uns, erfolgreicher zu werden und den Alltag konfliktärmer und entspannter zu erleben. Deshalb ist Respekt auch gesetzlich geregelt. Im Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." 

 

In Respekt steckt viel drin

Das Wort Respekt stammt vom lateinischen "respicere" ab und bedeutet übersetzt berücksichtigen, beachten und zurückschauen. Aus dieser Übersetzung lassen sich folgende Begriffe ableiten, die uns Respekt mit seinen Facetten näher bringen.

1. Rücksicht nehmen und tolerant sein Wir können lernen, toleranter gegenüber anderen Menschen, anderem Denken und Verhalten zu werden.

2. Achten und würdigen: Jemanden zu achten bedeutet die würdevolle Anerkennung und Wertschätzung des Menschen als wertvolles Wesen. Achtung drückt eine persönliche Grundeinstellung gegenüber seinen Mitmenschen aus. 

3. Bewusst und achtsam sein: Achtsames Leben führt uns zu einem bewussteren Leben im Hier und Jetzt. Mit mehr Klarheit, einer gesteigerten Wahrnehmung und einem besseren Miteinander.

4. Vorurteilsfrei beobachten: Einfach schauen und genau wahrnehmen, was gerade passiert. Wir können uns darin üben, unsere Sinne frei von Wertung zu nutzen.

5. Respektvoll zurückschauen: Respektvoll zurückschauen auf die Lebensgeschichte oder das Lebenswerk eines Menschen. Es gibt viel zu entdecken.

6. Anerkennen und wertschätzen: Der Mensch möchte anerkannt und wertgeschätzt werden. Wir alle möchten ein wertvoller Mensch sein und Anerkennung finden.

7. Beachten und wahrnehmen: Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, gesehen und wahrgenommen zu werden. Wir wollen als Person in unseren verschiedenen Rollen von anderen Menschen wahrgenommen und geschätzt werden.

8. Offen für Andersartigkeit: Wie sagt der Kölner: Jede Jeck is anders!

 

Respektvoller Umgang lohnt sich

Respekt ist wichtig und regelt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unser gesellschaftliches Miteinander. Entscheidend ist eine respektvolle Achtung der Individualität und Andersartigkeit unserer Mitmenschen. Jeder sieht die Welt aus der Sicht seiner gelebten Werte. Treffen wir auf jemanden, der die Dinge anders sieht, ärgern wir uns häufig. Dabei können wir erst durch unsere Verschiedenartigkeit lernen. Adenauer sagte hierzu mit kölschem Humor: "Nehmen wir die Menschen, wie sie sind. Andere gibt's nicht."

Ein anderer Spruch, dem wir täglich begegnen ist "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!" Das Leben ist praktisch ein Spiegel. Freundlichkeit wird in den allermeisten Fällen auch mit Freundlichkeit beantwortet und ein herzhaftes Lachen ist nahezu ansteckend. Andererseits brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn das Herauslassen unserer eigenen schlechten Laune auch beim Gegenüber keine Begeisterung hervorruft.

Ihnen ist sicherlich auch der Ausspruch "Respekt muss man sich verdienen" bekannt. Es bedeutet, dass wir aufrichtigen Respekt nicht von anderen einfordern können. Wir erhalten ihn freiwillig! Respekt ist vergänglich und muss täglich neu praktiziert werden. Aufrichtiger Respekt beruht dabei im Idealfall auf Gegenseitigkeit. Denn alle wollen Respekt haben, aber nicht jeder ist bereit, Respekt auch zu geben. Gehen Sie mit gutem Vorbild voran! 

 

 

 

Der Weg zur Gelassenheit 

"Das Rezept für Gelassenheit ist einfach: Man darf sich nicht über Dinge aufregen, die nicht zu ändern sind." Helen Vita

Wie wir in bestimmten Situationen reagieren, hängt von vielen Faktoren ab. Von unserer Mentalität, der Situation, unserer Laune. Aber was können wir konkret tun, um in einer Stresssituation nicht von unseren Gefühlen übermannt zu werden?

Du bist morgens spät dran und denkst Dir: "Wenn ich gut durch den Verkehr komme, schaffe ich es gerade noch pünktlich ins Meeting." Aber direkt vor Dir blockiert der blöde Müllwagen die Straße. Und die Männer sammeln in aller Seelenruhe die Mülleimer ein. Es beginnt in Dir zu brodeln. Und das innere Fass läuft über...

Gedanken steuern unsere Gefühle

Größere oder kleine Probleme wird es auf unserem Lebensweg immer wieder geben. Diese müssen uns aber nicht daran hindern, glücklich zu sein und gelassen zu bleiben. Fokussieren wir uns auf Probleme, machen wir sie größer. Viele Menschen grübeln dabei und sehen sich als Opfer einer Situation. Sie drehen sich gedanklich im Kreis. Übernehme lieber Verantwortung für Dich und suche aktiv nach einer Lösung.

Unsere Gedanken verursachen unsere Gefühle und beeinflussen unsere Stimmung! Optimistische und positive Gedanken führen zu guten Gefühlen, pessimistische und negative Gedanken zu schlechten Gefühlen. 

Hierzu ein weiteres Beispiel: Wir haben zu hause mit viel Liebe und Aufwand für den Partner gekocht und er/sie schreibt kurz vorher kommentarlos per SMS, dass es zwei Stunden später wird. Bämm!

Wir können uns in dieser Situation unterschiedliche Gedanken machen, die uns wütend, besorgt, traurig, eifersüchtig, nervös oder ängstlich machen. Sie entsprechen in den meisten Fällen nicht der Realität, beeinflussen unsere Stimmung für den Rest des Abends allerdings massiv.

Akzeptiere dabe die Situation, wie sie ist. 100%ige Garantie und Sicherheit im Leben oder 100%ige Kontrolle über einen anderen Menschen wird es niemals geben. Vertrauen ist in solchen Situationen eine wichtige Eigenschaft für Gelassenheit. Und wenn Dein Vertrauen doch verletzt wurde, hast Du immer noch die Wahl, wie Du letztendlich damit umgehst.

 

Acht Praxistipps für stressige Situationen 

1. Gewinne Abstand

Die Situation ist ärgerlich, keine Frage! Deshalb sortiere Dich erst einmal und gewinne Distanz zu dem "Film", der gerade vor Dir abläuft. Schließe die Augen und atme tief in den Bauch ein und aus. Deine ruhige Atmung hat direkten Einfluss auf Körper und Geist. Dein Bauch wölbt sich dabei nach außen und füllt sich wie ein Ballon. Atme einige Sekunden tief ein, halte den Atem kurz und atme dann ruhig wieder aus.

2. Die Situation wahrnehmen

Frage Dich: "Kann ich an der Situation aktiv etwas ändern?" Wenn nicht, dann solltest Du sie gelassen akzeptieren. Weitere Fragen, die Du Dir stellen kannst wären: "Ist das Geschehene wirklich so schlimm? Hat es irgendwelche Folgen für mich?" Meist ist der Ärger größer als die Auswirkungen. "Kann der Wutausbruch die Situation für mich verbessern? Lohnt sich der Ärger wirklich?" Wahrscheinlich nicht! Wut fördert die Produktion von Stresshormonen im Körper und wirkt sich negativ auf unsere Laune aus.


3. Die Situation akzeptieren

Es gibt Dinge im Leben, die lassen sich ändern und andere, die sich nicht ändern lassen. Diese gilt es zu erkennen und zu unterscheiden. Unveränderliches sollten wir akzeptieren und keine großen Emotionen und Energien verschwenden. Bei veränderbaren Situationen können wir aktiv nacht einer Lösung suchen. Häufig lösen sich Situationen allerdings auch von ganz alleine auf. 

4. Angemessen reagieren

Du hast es selbst in der Hand, wie Du reagierst! Ob Du aus der Haut fährst oder ruhig und gelassen bleibst. Halte Deine Gefühle weitestgehend unter Kontrolle und schenke der Situation ein Lächeln. Ein inneres Lächeln kann sehr entkrampfend wirken! Schalte Deine Lieblingsmusik an oder schließe kurz die Augen. Schaue in obigem Beispiel dem Szenario zu und gewinne der Gelassenheit der Straßenreiniger etwas Positives ab. Entschleunigung tut unserem modernen Leben gut!

5. Der Ton macht die Musik

Wenn es bei einem Wutausbruch aus Dir rausbricht, übertreibe nicht und wähle keine XXL Sprache. Nach dem Motto: "Sie sind wirklich die arrogantesten und langsamsten Müllmänner der ganzen Stadt". Verbale Entgleisungen sind in der Regel unangemessen und bringen uns höchstens noch zusätzlichen Ärger ein! Lasse die Kirche im Dorf und mache nicht Unschuldige für Deine Situation verantwortlich!  

6. Nichts persönlich nehmen

Wenn Dich jemand anbrüllt oder Vorwürfe an den Kopf wirft. Nimm es bitte nicht persönlich! Es hat nichts mit Dir als Mensch zu tun. Meistens hat es mit seiner eigenen Situation zu tun oder er bewertet ein Verhalten von Dir anders als Du es tust. Häufig ist der Polterer selbst gestresst oder nicht gut drauf. Behalte Dein inneres Gleichgewicht und beziehe das Erlebte nicht persönlich auf Deine Person.

7. Souverän bleiben

Wenn Du Dich in einer Stresssituation von einer anderen Person angegriffen fühlst, ziehe Deine Grenzen und schütze Dich in ruhigem aber bestimmten Ton! Hole nicht gleich zum verbalen Gegenschlag aus! Reagiere gelassen humorvoll! Solltest Du Dich überfordert fühlen, verlasse im Zweifel den Ort des Geschehens. Der Klügere gibt nach! Hier ist Schweigen meistens Gold und verschafft Dir mehr Respekt als ein emotionales Wortgefecht. „Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen“ mahnt Konfuzius.

8. Sorge für inneres Gleichgewicht

1. Sorge mit aktivem Stressabbau für inneres Gleichgewicht. Atme bewusst tief ein und aus und konzentriere Dich nur auf Deinen Atem. 

2. Rede mit einem vertrauten Menschen über die Stresssituation und verarbeite den Stress in einem Gespräch. Vielleicht bekommst Du so noch eine andere Sicht auf das Ereignis! Im persönlichen Gespräch kannst Du Erlebtes verarbeiten und loslassen.

3. Trinke Wasser! Flüssigkeit fördert die Entspannung und bringt innere Ruhe! Trinken ist ein hervorragendes Unterstützer für mehr Gelassenheit.

4. Drehe nach dem Ereignis eine kurze Runde um den Block oder nimm statt des Aufzugs die Treppe! Gehe nach Feierabend joggen oder gönne Dir ein Workout. Kontrolliert Dampf ablassen ist die perfekte Art, wieder in Balance zu kommen.

5. Neben der Bewegung können wir mit Meditation und Entspannungstechniken zur inneren Ruhe zurückfinden. Fantasiereisen, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Oder entspanne Dich bei einem heißen Bad, einem Saunabesuch oder einer wohltuenden Massage.

 

Jetzt hast Du einige Werkzeuge an der Hand. Teste diese und finde Deinen Weg zu innerer Ruhe und Gelassenheit! Hier habe ich noch ein passendes Motto zum Thema! 



 

 

Richtiger Umgang mit Kritik

"Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er Dein Lehrer" Sprichwort

Kennen Sie das? Sie kommen morgens gut gelaunt ins Büro und werden direkt vom Kollegen auf dem Flur angefahren, dass das Verhalten gestern im Meeting ja wohl völlig neben der Spur gewesen sei. Sie selbst verstehen die Welt nicht mehr, denn Sie können die Meinung Ihres Kritikers überhaupt nicht teilen. Trotzdem ist Ihre gute Laune jetzt im Keller und der Kritikstachel sitzt tief.

Sie fragen sich vielleicht: Wie kann ich gelassener mit der Situation umgehen, damit mich die Kritik nicht so tief trifft? Acht Praxistipps, damit Ihre gute Laune zukünftig weniger stark beeinflusst wird:

1. Kritik ist niemals objektiv

Kritik ist immer eine persönliche Meinung und niemals objektiv! Kritik kann aus Angst vor eigenen Nachteilen oder aus schlechter Stimmung heraus geäußert werden. Oder einfach, weil der andere eine andere Sichtweise oder einen anderen Geschmack hat.

2. Konzentration auf die Sachinformation

In aller Regel ist Kritik eine subjektive Meinung über ein Verhalten. Konzentrieren Sie sich allein die Sachaussage Ihres Kritikers und fragen Sie sich möglichst emotionslos: Ist da was dran? Kann ich von den Worten meines Gegenübers etwas lernen? 

3. Nichts persönlich nehmen

Nehmen Sie Kritik nicht persönlich! Nehmen Sie emotional einen gesunden Abstand von den Worten. So werden weniger stark berührt. Das ist leichter gesagt als getan, aber Sie können sich diese Fähigkeit antrainieren.

Beispiel: Wenn Ihr Service einmal nicht für gut empfunden wurde, ist dies lediglich eine subjektive Meinung, wie jemand die Leistung empfunden hat. Geschmäcker sind schließlich unterschiedlich. Die Kritik sagt nichts über Ihre allgemeinen Fähigkeiten und Sie persönlich als Mensch aus.

4. Ausnahmen bestätigen die Regel

Selbst bei einem persönlichen Angriff haben Sie es selbst in der Hand, wie Sie damit umgehen. Als Kränkung oder Demütigung oder lediglich als Meinung eines anderen. Gehen Sie selbst nicht zu hart mit sich ins Gericht. Schützen Sie Ihr Selbstwertgefühl!

5. Nicht jede Kritik anziehen

Nicht jede Kritik, die Sie sich anhören dürfen, ist konstruktiv und kompetent. Oftmals ist sie völlig unnötig oder der Kritiker selbst hat ein eigenes Problem aufzuarbeiten. Entscheiden Sie selbst, welche Kritik Sie annehmen möchten und welche nicht. 

 6. Keine Rechtfertigung, keine Verteidigung, keine Diskussion

Hören Sie sich die Kritik Ihres Gegenübers in Ruhe an und starten Sie keinen verbalen Gegenschlag. Atmen Sie ruhig durch! Beenden Sie das Gespräch mit einem: "Danke für den Hinweis." oder "Danke, Sie haben recht." Zeigen Sie Gelassenheit, Humor und emotionale Stärke! Sie werden über die Reaktion Ihres Kritikers erstaunt sein ;)

7. Konstruktive Kritik ist viel wert!

Konstruktive Kritik nahestehender Menschen oder Hinweise von Experten sind äußerst wertvoll! Sie können davon lernen und Ihre Leistung verbessern! Lerne von den Könnern und lasse Dich gerne von jemandem kritisieren, der es besser weiß. Leider wollen die meisten von uns lieber von den Falschen gelobt als von den Richtigen kritisiert werden.

 
8. Dickeres Fell zulegen

Sehen Sie Kritik als etwas völlig Normales an. Als belebenden Teil des Business, der Schwung ins Leben bringt und Ihnen wertvolle neue Erkenntnisse schenkt. Seien Sie auf abwertende Kritik vorbereitet! So werden Sie emotional nicht auf dem falschen Fuß erwischt und können kritische Worte mit einem Lächeln entgegennehmen.

Jemand, der souverän und gelassen mit jeder Form von Kritik umgeht, zeigt innere Stärke und hohe emotionale Intelligenz. Das verschafft Ihnen wertvolle Pluspunkte!