Selbstliebe


Selbstliebe ist Voraussetzung für wahre Nächstenliebe! Wir können nur geben, was wir selbst auch in uns tragen. Empfinden wir nur wenig Wertschätzung für uns selbst, fällt uns die Wertschätzung anderer nicht leicht. Wenn wir lernen, uns zuerst selbst so zu akzeptieren und zu mögen, wie wir sind, dann fällt uns der Umgang mit anderen Menschen zunehmend leichter.

Selbstakzeptanz und Selbstliebe haben somit nichts mit Egoismus zu tun. Es geht um eine leise innere Stimme, die uns sagt: "Du bist okay, genau so wie Du bist!" Es lohnt sich, diese leise innere Stimme zu fördern und zu bestärken!

Wer ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen möchte, dem empfehle ich, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Es sind einfache Fragen, die wir uns stellen können: "Was tut mir gut? Was kann ich gut? Und nicht zuletzt: Was macht mich als Mensch wertvoll?"

Wer auf diese Fragen eine Antwort kennt, hat festen Boden unter den Füßen. Ein sicheres Fundament, welches auch Erschütterungen aushält. Ein starkes Selbst ist ein Garant für Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg!

 

Ursprung von geringem Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl 

Der Ursprung liegt in den Erfahrungen, die wir schwerpunktmäßig in unserer Kindheit gemacht haben, allerdings auch in der Jugend und im Erwachsenenalter. Als kleines Kind waren wir existentiell auf die Liebe und Unterstützung unserer Eltern angewiesen.

Vielleicht haben wir nur Liebe, Lob, Anerkennung und Wertschätzung bekommen, wenn wir uns brav und angepasst verhalten haben. Eigenständiges und selbstbewusstes Verhalten oder gar Ungehorsam wurden dagegen bestraft. Diese Angst von anderen abgelehnt zu werden, steckt dann auch als Erwachsener immer noch tief in uns drin. 

Wir reagieren emotional auf Kritik und trauen uns nicht, unsere Rechte, Wünsche und Bedürfnisse gegenüber anderen zu äußern. Wir haben Angst vor der Ablehnung oder Ausgrenzung anderer, selbst wenn unsere Existenz längst nicht mehr davon abhängig ist. Andererseits ringen wir nach Lob und Anerkennung von außen wie nach Luft zum Atmen. Ist der Beifall vorüber, ist das positive Selbstwertgefühl allerdings genauso schnell wieder verschwunden. 

Mangelndes Selbstwertgefühl zeigt sich in der Regel über ein sehr angepasstes und schüchternes Verhalten, dem Streben nach Perfektionismus oder als Schutzmauer in chronischer Arroganz. Diese Muster gilt es mit persönlichem Training zu überwinden. Viele Tipps finden hierzu Sie im Artikel "Selbstvertrauen stärken"

Es lohnt sich 100%ig, zu einem gesunden Selbstbewusstsein und zu stabiler Selbstakzeptanz zu gelangen. Die Gründe sind vielfältig. 

Ich darf meine Rechte, Wünsche und Bedürfnisse äußern

Ich darf Komplimente annehmen

Ich erlaube mir, NEIN zu sagen

Ich kann besser mit Kritik umgehen

Ich werde mutiger, mich auszudrücken und zu entfalten

Ich darf Forderungen stellen

Ich gehe leichter auf andere zu und knüpfe leichter Kontakte

Ich sage meine Meinung, auch wenn sie nicht jedem gefällt

Ich darf Schwächen zeigen und Fehler machen und bin trotzdem okay

 

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen ein Gedicht von Charlie Chaplin vorstellen, welches er im weisen Alter von 70 Jahren geschrieben und vorgestellt hat:

Als ich begann, mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war. Heute nenne ich es Selbstachtung.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen, und konnte sehen, dass alles, was mich umgab, mich einlud zu wachsen. Heute nenne ich es Reife

Als ich begann, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin, und alles geschieht im absolut richtigen Moment. Also konnte ich ruhig sein. Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet. Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen. Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ich Selbstliebe.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, hörte ich auf, zu versuchen, immer Recht zu haben, und seitdem habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist Bescheidenheit.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, weigerte ich mich, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur im jetzigen Moment, in dem alles geschieht. Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich begann, mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich mich mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten. Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren.

Heute weiß ich, das ist Leben!