Loslassen lernen

"An seinem Ärger festzuhalten ist genauso, wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Du bist derjenige, der sich verbrennt." Buddha

Loslassen beginnt mit Akzeptieren

Wenn Du ein neues erfolgreiches Kapitel in Deinem Leben schreiben möchtest, lasse Vergangenes los. Loslassen bedeutet negative Erlebnisse zu akzeptieren. Sage Ja zu Deiner Vergangenheit und akzeptiere sie so wie sie war. Deine Vergangenheit bestimmt nicht Deine Zukunft. Dafür kannst Du Dich jetzt aktiv und bewusst dafür entscheiden. 

Sage auch ja zu aktuell belastenden Situationen oder Gedanken. Akzeptiere diese genau so, wie sie sich aktuell darstellen. Klingt paradox, da Du sie ja nicht möchtest. Akzeptieren ist der entscheidende erste Schritt, dass sich die Situation ändern kann. Damit sie aus der Starre in Bewegung kommen kann. Denn nur was bejahend gefühlt und angenommen worden ist, kann sich wandeln und losgelassen werden.

"Loslassen bedeutet, die Vergangenheit als Teil Deiner Geschichte zu akzeptieren und gleichzeitig zu entscheiden, dass Du jetzt eine neue Geschichte zu schreiben beginnst." Glücksdetektiv

Lebe im jetzigen Moment

Viele unserer täglichen Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen im wahrsten Sinne aus einer Mücke einen Elefanten. Lasse negative Gedanken vor Deinem inneren Auge wie dunkle Wolken davonziehen.

Bleibe gedanklich im jetzigen Moment und finde zu innerer Ruhe und Frieden! Die Vergangenheit ist vorbei und lässt sich auch mit viel Grübeln nicht mehr ändern. Und die Zukunft ist noch nicht da und geschieht doch meist anders als von uns erwartet. Nur den jetzigen Moment können wir aktiv beeinflussen! Natürlich auch mit konstruktiven Planungen für eine bessere Zukunft. Komme ins Tun, wie Goethe sagte und lebe jetzt!

"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Reinhold Niebuhr

  

Neun Tipps für erfolgreiches Loslassen

1. Sage immer wieder Stopp

Wenn wir an einem Gedanken festhaften und ihn nicht loswerden können, unterbreche diesen aufkommenden Gedanken mit dem Wort Stopp. Sage immer wieder Stopp und kehre zurück zum jetzigen Alltagsmoment. Wir reagieren sehr sensibel auf dieses Wort, da wir bereits während unserer Erziehung häufig mit dem Wort konfrontiert wurden.

2. Probleme aus dem Kopf schreiben

Nehme Dir einen Stift und ein leeres Blatt und fange an, Dein Problem aufzuschreiben. Nicht selten reiht sich ein Satz an den nächsten. Vieles ist garnicht so aussichtslos, wie es anfangs erscheint. Beim Aufschreiben erhalten wir Klarheit und erste Lösungen für unser Problem, die wir dann nutzen können. Probier es aus!

3. Auf den Atem konzentrieren

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewährtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Atme durch die Nase tief in Deinen Bauch ein und durch den Mund langsam wieder aus. Spüre den Atmen! Atme Deinem gesamten Stress aus und fühle Dich freier.

4. Neugieriger Anfängergeist

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schaue Dich um und tue so, als würdest Du die Welt um Dich heute herum zum ersten Mal sehen. Schaue auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand.. Beobachte genau und komme schon nach wenigen Momenten in eine ruhigere Gedankenwelt.

5. Geräusche neu wahrnehmen 

Nehme Geräusche, die eben noch als störend empfunden wurden, zugeneigt und annehmend auf. Höre den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfange die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art Gleichmut. 

6. Muskelentspannung nach Jakcobsen

Wenn Du eine starke Anspannung spürst oder Emotionen Dich zu übermannen drohen, kannst Du diesen Tipp nutzen. Spanne einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an und lasse sie dann ganz langsam wieder locker. Drücke die Füße tief in den Boden, spanne Arme, Schultern, Bauch und Po fest an. Spanne auch Deine Gesichtsmuskeln an. Oder drücke mit den Händen für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand.

7. Weitere Entspannungstechniken

Mir persönlich haben Meditationen, Autogenes Training und Fantasiereisen sehr dabei geholfen, Abstand von den kreisenden Gedanken im Kopf zu gewinnen und nach und nach loszulassen. Suche Dir eine Übung ganz nach Deinem Gusto. Eine, die zu Dir passt. Neben Atem- und Achtsamkeitsübungen sind auch Yoga, Tai Chi und Qi Gong empfehlenswert. Bewegung und leichter Sport in der freien Natur und ein Saunabesuch haben ebenfalls eine wunderbar entspannende Wirkung. Wähle das, was Dir gut tut.

8. Feierabendrituale 

Feierabendrituale sind ein gutes Mittel, um schnell vom beruflichen Alltag loslassen zu können. Ich empfehle Dir, wichtige Vorbereitungen für den nächsten Morgen bereits jetzt zu erledigen oder die to do Liste noch vor dem Feierabend zu erstellen. Somit "schreibst" Du die Themen aus Deinem Kopf und der Abend kann entspannt starten.

Den Heimweg kannst Du bereits zur positiven Einstimmung auf den Feierabend nutzen. Beliebte Feierabendrituale zum Abschalten sind der Spaziergang an der frischen Luft, Sport oder gesellige Abende mit Freunden. Oder wie wäre es im Sommer mit einer frischen Dusche und im Winter mit einem Entspannungsbad. Wähle eine regelmäßige Aktivität, bei der Du gezielt loslassen kannst.


9. Gebe Dir Zeit

Schwierige Situationen, wie der Verlust eines lieben Menschen, brauchen Zeit der inneren Verarbeitung. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen. Gib Dir diese Zeit. Viele Menschen ziehen sich in schweren Zeiten zurück. Suche weiterhin Kontakt und aufbauende Gespräche. Diese können dir helfen, Deine Situation zu erleichtern und Dich neu aufbauen.

 

Probiere den einen oder anderen Tipp in nächster Zeit einmal aus. Es erfordert ein gewisses Training, erleichtert den Alltag in stressigen Situationen allerdings ungemein! 

Hier noch ein Mutmacher zum Abschluss: „Ich habe damals getan was ich konnte. Jetzt kann ich mehr und mache es eben besser.“ Maya Angelou