Loslassen

"An seinem Ärger festzuhalten ist genauso, wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Du bist derjenige, der sich verbrennt." Buddha

Der entscheidende erste Schritt

Wenn Du ein neues erfolgreiches Kapitel in Deinem Leben schreiben möchtest, lasse Vergangenes los. Loslassen bedeutet negative Erlebnisse zu akzeptieren. Sage Ja zu Deiner Vergangenheit und akzeptiere sie so wie sie war. Deine Vergangenheit bestimmt nicht Deine Zukunft. Dafür kannst Du Dich jetzt aktiv und bewusst entscheiden. 

Sage auch ja zu aktuell belastenden Situationen oder Gedanken. Akzeptiere auch diese genau so, wie sie sich aktuell darstellen. Klingt paradox, da Du sie ja garnicht möchtest. Akzeptieren ist allerdings der entscheidende erste Schritt, dass sich die Situation ändern und Du von ihr loslassen kannst.

Lebe im jetzigen Moment

Viele unserer täglichen Gedanken drehen sich sorgenvoll um unsere Vergangenheit oder richten sich mit ängstlichem Blick in die Zukunft. Nicht selten steigern wir uns in Gedankenspiralen und machen im wahrsten Sinne aus einer Mücke einen Elefanten. Lasse negative Gedanken vor Deinem inneren Auge wie dunkle Wolken davonziehen.

Bleibe gedanklich im jetzigen Moment und finde zu innerer Ruhe und Frieden! Die Vergangenheit ist vorbei und lässt sich auch mit viel Grübeln nicht mehr ändern. Und die Zukunft ist noch nicht da und geschieht doch meist anders als von uns erwartet. Nur den jetzigen Moment können wir aktiv beeinflussen! Natürlich auch mit konstruktiven Planungen für eine bessere Zukunft. Komme ins Tun, wie Goethe sagte und lebe jetzt!

"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Reinhold Niebuhr

 

Die Illusion der Kontrolle

Es ist eine Illusion, Menschen oder Situationen kontrollieren zu können. Menschen verhalten sich unterschiedlich, da jeder die Welt durch seine eigene Brille sieht. In ein und derselben Situation haben fünf Menschen häufig fünf verschiedene Meinungen und Sichtweisen. Die Gründe sind vielfältig! Zum Beispiel spielen unsere Werte eine große Rolle. Was ist uns wichtig? Die Fülle der Sichtweisen kann sehr bereichernd sein. 
Versuche, in die Rolle des Anderen zu schlüpfen und seine Sichtweise zu verstehen. 

"Eine Voraussetzung für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und vor der Vielfältigkeit des Lebens" Dalai Lama

Ebenso ist ist eine Illusion, 100ige Sicherheit im Leben zu bekommen. Echtes Leben bedeutet Wandel und persönliche Entwicklung. Der Lebensweg ist wie eine Reise. Diese geht auch mit Veränderungen einher. Wir lernen neue Dinge außerhalb unserer Komfortzone. Bleibe flexibel und neugierig. Das hält Dich jung.

Beobachte Deine Mitmenschen und schaue, welche Menschen bis ins hohe Alter vital und glücklich sind. Ziele und aktive Interessen sind bei diesen Menschen in aller Regel Teil ihres Erfolgsrezeptes.

 

Neun Tipps für besseres Loslassen

1. Sage immer wieder Stopp

Das Wort Stopp kennt unser Unterbewusstsein gut und es reagiert darauf sehr sensibel. Denke nur an Deine eigene Erziehung oder die Erziehung Deiner Kinder. Oder an den Umgang mit Deinem Hund. Unterbreche mit dem Wort Stopp immer wieder bewusst aufkommende Negativgedanken und kehre zurück zum jetzigen Moment.

2. Probleme aus dem Kopf schreiben

Nehme Dir einen Stift und ein leeres Blatt und fange an, Dein Problem aufzuschreiben. Nicht selten reiht sich ein Satz an den nächsten. Vieles ist garnicht so aussichtslos, wie es anfangs erscheint. Beim Aufschreiben erhalten wir Klarheit und erste Lösungen für unser Problem, die wir dann nutzen können. Probier es aus!

3. Auf den Atem konzentrieren

Dieser Uralt-Tipp ist einer der besten und bewährtesten! Wer es schafft, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, befindet sich in seiner inneren Mitte. Atme durch die Nase tief in Deinen Bauch ein und durch den Mund langsam wieder aus. Spüre den Atmen! Atme Deinem gesamten Stress aus und fühle Dich freier.

4. Ein sinnliches Erlebnis

Gerade in stressigen Situationen oder bei Lampenfieber vor einem Auftritt ein probates Mittel. Schaue Dich um und tue so, als würdest Du die Welt um Dich heute herum zum ersten Mal sehen. Schaue auf herbstliche Bäume, braun gepflasterte Wege, eine blaue Tür, eine grüne Mineralwasserflasche oder eine gelb gestrichene Wand.. Beobachte genau und komme schon nach wenigen Momenten in ein ruhigeres Fahrwasser.

5. Geräusche neu wahrnehmen 

Nehme Geräusche, die eben noch als störend empfunden wurden, zugeneigt und annehmend auf. Höre den Baustellenlärm, die Straßenbahn, die Gespräche der Passanten. Empfange die zuvor als Lärm empfangenen Töne wie eine Art Musikstück. Anstelle von Herzrasen und innerer Unruhe gesellt sich nun eine Art Gleichmut. 

6. Muskeln anspannen und entspannen

Wenn Du eine starke Anspannung spürst oder Emotionen Dich zu übermannen drohen, kannst Du diesen Tipp nutzen. Spanne einzelne Muskelgruppen für 10 Sekunden an und lasse sie dann ganz langsam wieder locker. Drücke die Füße tief in den Boden, spanne Arme, Schultern, Bauch und Po fest an. Spanne auch Deine Gesichtsmuskeln an. Oder drücke mit den Händen für ein paar Sekunden fest gegen eine Wand.

7. Weitere Entspannungstechniken

Mir persönlich haben Meditationen, Autogenes Training und Fantasiereisen sehr dabei geholfen, Abstand von den kreisenden Gedanken im Kopf zu gewinnen und nach und nach loszulassen. Suche Dir eine Übung ganz nach Deinem Gusto. Eine, die zu Dir passt. Neben Atem- und Achtsamkeitsübungen sind auch Yoga, Tai Chi und Qi Gong empfehlenswert. Bewegung und leichter Sport in der freien Natur und ein Saunabesuch haben ebenfalls eine wunderbar entspannende Wirkung. Wähle das, was Dir gut tut.

8. Feierabendrituale 

Feierabendrituale sind ein gutes Mittel, um schnell vom beruflichen Alltag loslassen zu können. Ich empfehle Dir, wichtige Vorbereitungen für den nächsten Morgen bereits jetzt zu erledigen oder die to do Liste noch vor dem Feierabend zu erstellen. Somit "schreibst" Du die Themen aus Deinem Kopf und der Abend kann entspannt starten.

Den Heimweg kannst Du bereits zur positiven Einstimmung auf den Feierabend nutzen. Beliebte Feierabendrituale zum Abschalten sind der Spaziergang an der frischen Luft, Sport oder gesellige Abende mit Freunden. Oder wie wäre es im Sommer mit einer frischen Dusche und im Winter mit einem Entspannungsbad. Wähle eine regelmäßige Aktivitat, bei der Du gezielt loslassen kannst.


9. Gebe Dir Zeit

Schwierige Situationen, wie der Verlust eines lieben Menschen, brauchen ihre Zeit der inneren Verarbeitung. Diese Zeit lässt sich manchmal nicht abkürzen. Vielleicht heilt Zeit nicht alle Wunden, aber sie ist auf Deiner Seite. Suche aufbauende Gespräche, die Dir die Situation erleichtern und Dich unterstützen. Ziehe Dich nicht zu sehr zurück.

 

"Loslassen bedeutet, die Vergangenheit als Teil Deiner Geschichte zu akzeptieren und gleichzeitig zu entscheiden, dass Du jetzt eine neue Geschichte zu schreiben beginnst."
Glücksdetektiv
 

Probiere den einen oder anderen Tipp in nächster Zeit einmal aus. Es erfordert ein gewisses Training, erleichtert den Alltag in stressigen Situationen allerdings ungemein! 

Hier noch ein Mutmacher zum Abschluss: „Ich habe damals getan was ich konnte. Jetzt kann ich mehr und mache es eben besser.“ Maya Angelou