Respekt in Beruf und Alltag

Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu

 

Wir treffen täglich an unterschiedlichsten Situationen auf Respekt und somit auch auf Respektlosigkeiten. Familientreffen sind für viele Menschen eine Herausforderung, da häufig sehr unterschiedliche Charaktere einen Familienverbund bilden. Respekt beginnt schon im Kindheitsalter in der Schule oder unter Freunden. Respekt beruht immer auf Gegenseitigkeit. Sozusagen ein Kontakt auf Augenhöhe! 

Im Straßenverkehr und in öffentlichen Bussen und Bahnen treffen wir regelmäßig auf respektvollen und auch auf respektlosen Umgang. Wer lässt wen zuerst aus- und einsteigen, wer bietet wem einen freien Platz an - oder blockiert diesen lieber mit seiner Tasche ;-) Wie achtsam gehe ich durch den Bus oder das Zugabteil? Wie ist mein Verhalten gegenüber älteren und behinderten Menschen? Natürlich fällt vielen von uns auch die eine oder andere Situation im Auto ein... drängeln, hupen und schimpfen gehört für viele Autofahrer zum ganz normalen Ton dazu. Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass andere Verkehrsteilnehmer massiv darunter leiden.

Ein beliebtes Beispiel in meinen Workshops ist auch das Verhalten beim Einkaufen. An der Kasse oder auch gegenüber der Kassiererin. Natürlich auch umgekehrt können sich Verkäufer recht überheblich gegenüber Käufern präsentieren, die nicht mit ihrem Sonntagsanzug den Verkaufsraum betreten. 

Besondere Aufmerksamkeit legen wir im Workshop auf den gelebten Respekt in Job und Beruf. Beispielsweise im Gesundheits- und Pflegebereich, wo leider immer noch menschenunwürdiges Verhalten anzutreffen ist. Allerdings insgesamt glücklicherweise mit einer eindeutigen Tendenz zur Besserung. 

Es gibt viele weitere Situation, wo wir auf Respekt stoßen ... beim Sport, gegenüber Tieren oder der Natur und auch beim Umgang mit öffentlichen Gegenständen. 

 

Wie sollte respektvolles Verhalten aussehen?

Es gibt sehr viele Umschreibungen für ein respektvolles Verhalten. Wichtig ist eine gute Präsenz mit all unseren Sinnen. Leider sind wir in stressigen Situationen häufig voller kreisender Gedanken, so dass wir manche Ereignisse und Umstände um uns herum garnicht wahrnehmen. Achtsamkeit lässt sich allerdings trainieren und führt nicht nur zu gesteigerter Wahrnehmung und Konzentration, sondern auch zu weniger Stress und besserer Gesundheit. 

Respektvolles Verhalten bedeutet Verständnis zeigen für anderes Denken, Fühlen und Handeln. Wir dürfen nie vergessen, dass wir alle Individuen sind, was unseren Begegnungen doch erst die richtige Würze gibt. Wären wir alle gleich, wäre das Zusammenleben doch sehr langweilig. Wir können viel von anderen lernen.

Respekt heißt achtsam und sensibel in unserer Kommunikation und im Umgang mit anderen zu sein. Dazu gehört auch das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden und zu wahren. Wir haben alle unsere Privatsphäre, die uns Schutz und Sicherheit gibt. Dieser Bereich sollte nicht ungewollt von anderen verletzt werden.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Respekt schnell gewonnen, aber auch genau so schnell wieder verloren gehen kann. Respekt ist vergänglich und muss regelmäßig neu gezeigt und verdient werden. Wie genau? Aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig, authentisch, mitfühlend oder wertschätzend, um nur einige Begriffe zu nennen. 

Wie sollte respektvolles Verhalten nicht sein? Es sollte kein taktisches Mittel mit Worthülsen und ausschließlich eigenem Nutzdenken sein. Eine Verhaltensweise, um andere zu manipulieren. Oder eine Maske, die man wahlweise auf und absetzen kann.

 

Selbstachtung: Respekt vor anderen beginnt bei uns selbst 

Wir können anderen nur unseren vollen Respekt erweisen, wenn wir uns selbst zu schätzen wissen. Stehe zu Deiner persönlichen Art und Deiner Meinung. Menschen lieben Lob, Wertschätzung und Anerkennung von anderen, aber übertreibe es nicht. Mache es nicht immer nur anderen Recht, sondern schaue auch auf Deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Lerne eine gesunde Abgrenzung und auch mal NEIN zu sagen. Hier möchte ich ergänzen, dass wir bei guten und spannenden Einladungen auch gerne wieder häufiger JA sagen dürfen ;)

Akzeptiere Dich vollständig mit allen Facetten. Sei Dir Deiner Stärken und Deiner Schwächen bewusst! Frage Dich: Wie bin ich? Was macht mich aus? Stehe auch zu Deinen persönlichen Werten. Was ist Dir im Leben wichtig? Was macht Dich individuell und einzigartig! Ein Schmetterling, der frei sein möchte, fühlte sich in einem goldenen Käfig nicht lange wohl. Oder er wird flügellahm!

Selbstachtung kann man sehr gut trainieren und erlernen! Sei dabei nachsichtig, geduldig und verständnisvoll mit Dir selbst. Starte einen positiven inneren Dialog und lobe Dich auch mal selbst für Erfolge und gute Taten. Du hast es verdient! Wichtig ist dabei: Halte Dich fern von Negativem und von Drama. Wir können entscheiden, mit wem wir Zeit verbringen möchten. Und wir können auch entscheiden, ob wir dem negativem Nachbarn regelmäßig eine halbe Stunde für Erzählungen aus seiner Welt schenken möchten!

Zu guter letzt möchte ich noch erwähnen, das wir bei allem guten Willen natürlich nicht in jeder Situation respektvoll erscheinen können. Wir sind Menschen mit körperlichen und psychischen Befindlichkeiten und unterschiedlichen Tagesformen. Aber mit einer respektvollen Grundhaltung haben wir sicher ein großes und wertvolles Ziel erreicht!