Der Weg zur Gelassenheit 

"Das Rezept für Gelassenheit ist einfach: Man darf sich nicht über Dinge aufregen, die nicht zu ändern sind." Helen Vita

Wie wir in bestimmten Situationen reagieren, hängt von vielen Faktoren ab. Von unserer Mentalität, der Situation, unserer Laune. Aber was können wir konkret tun, um in einer Stresssituation nicht von unseren Gefühlen übermannt zu werden?

Du bist morgens spät dran und denkst Dir: "Wenn ich gut durch den Verkehr komme, schaffe ich es gerade noch pünktlich ins Meeting." Aber direkt vor Dir blockiert der blöde Müllwagen die Straße. Und die Männer sammeln in aller Seelenruhe die Mülleimer ein. Es beginnt in Dir zu brodeln. Und das innere Fass läuft über...

Gedanken steuern unsere Gefühle

Größere oder kleine Probleme wird es auf unserem Lebensweg immer wieder geben. Diese müssen uns aber nicht daran hindern, glücklich zu sein und gelassen zu bleiben. Fokussieren wir uns auf Probleme, machen wir sie größer. Viele Menschen grübeln dabei und sehen sich als Opfer einer Situation. Sie drehen sich gedanklich im Kreis. Übernehme lieber Verantwortung für Dich und suche aktiv nach einer Lösung.

Unsere Gedanken verursachen unsere Gefühle und beeinflussen unsere Stimmung! Optimistische und positive Gedanken führen zu guten Gefühlen, pessimistische und negative Gedanken zu schlechten Gefühlen. 

Hierzu ein weiteres Beispiel: Wir haben zu hause mit viel Liebe und Aufwand für den Partner gekocht und er/sie schreibt kurz vorher kommentarlos per SMS, dass es zwei Stunden später wird. Bämm!

Wir können uns in dieser Situation unterschiedliche Gedanken machen, die uns wütend, besorgt, traurig, eifersüchtig, nervös oder ängstlich machen. Sie entsprechen in den meisten Fällen nicht der Realität, beeinflussen unsere Stimmung für den Rest des Abends allerdings massiv.

Akzeptiere dabe die Situation, wie sie ist. 100%ige Garantie und Sicherheit im Leben oder 100%ige Kontrolle über einen anderen Menschen wird es niemals geben. Vertrauen ist in solchen Situationen eine wichtige Eigenschaft für Gelassenheit. Und wenn Dein Vertrauen doch verletzt wurde, hast Du immer noch die Wahl, wie Du letztendlich damit umgehst.

 

Acht Praxistipps für stressige Situationen 

1. Gewinne Abstand

Die Situation ist ärgerlich, keine Frage! Deshalb sortiere Dich erst einmal und gewinne Distanz zu dem "Film", der gerade vor Dir abläuft. Schließe die Augen und atme tief in den Bauch ein und aus. Deine ruhige Atmung hat direkten Einfluss auf Körper und Geist. Dein Bauch wölbt sich dabei nach außen und füllt sich wie ein Ballon. Atme einige Sekunden tief ein, halte den Atem kurz und atme dann ruhig wieder aus.

2. Die Situation wahrnehmen

Frage Dich: "Kann ich an der Situation aktiv etwas ändern?" Wenn nicht, dann solltest Du sie gelassen akzeptieren. Weitere Fragen, die Du Dir stellen kannst wären: "Ist das Geschehene wirklich so schlimm? Hat es irgendwelche Folgen für mich?" Meist ist der Ärger größer als die Auswirkungen. "Kann der Wutausbruch die Situation für mich verbessern? Lohnt sich der Ärger wirklich?" Wahrscheinlich nicht! Wut fördert die Produktion von Stresshormonen im Körper und wirkt sich negativ auf unsere Laune aus.


3. Die Situation akzeptieren

Es gibt Dinge im Leben, die lassen sich ändern und andere, die sich nicht ändern lassen. Diese gilt es zu erkennen und zu unterscheiden. Unveränderliches sollten wir akzeptieren und keine großen Emotionen und Energien verschwenden. Bei veränderbaren Situationen können wir aktiv nacht einer Lösung suchen. Häufig lösen sich Situationen allerdings auch von ganz alleine auf. 

4. Angemessen reagieren

Du hast es selbst in der Hand, wie Du reagierst! Ob Du aus der Haut fährst oder ruhig und gelassen bleibst. Halte Deine Gefühle weitestgehend unter Kontrolle und schenke der Situation ein Lächeln. Ein inneres Lächeln kann sehr entkrampfend wirken! Schalte Deine Lieblingsmusik an oder schließe kurz die Augen. Schaue in obigem Beispiel dem Szenario zu und gewinne der Gelassenheit der Straßenreiniger etwas Positives ab. Entschleunigung tut unserem modernen Leben gut!

5. Der Ton macht die Musik

Wenn es bei einem Wutausbruch aus Dir rausbricht, übertreibe nicht und wähle keine XXL Sprache. Nach dem Motto: "Sie sind wirklich die arrogantesten und langsamsten Müllmänner der ganzen Stadt". Verbale Entgleisungen sind in der Regel unangemessen und bringen uns höchstens noch zusätzlichen Ärger ein! Lasse die Kirche im Dorf und mache nicht Unschuldige für Deine Situation verantwortlich!  

6. Nichts persönlich nehmen

Wenn Dich jemand anbrüllt oder Vorwürfe an den Kopf wirft. Nimm es bitte nicht persönlich! Es hat nichts mit Dir als Mensch zu tun. Meistens hat es mit seiner eigenen Situation zu tun oder er bewertet ein Verhalten von Dir anders als Du es tust. Häufig ist der Polterer selbst gestresst oder nicht gut drauf. Behalte Dein inneres Gleichgewicht und beziehe das Erlebte nicht persönlich auf Deine Person.

7. Souverän bleiben

Wenn Du Dich in einer Stresssituation von einer anderen Person angegriffen fühlst, ziehe Deine Grenzen und schütze Dich in ruhigem aber bestimmten Ton! Hole nicht gleich zum verbalen Gegenschlag aus! Reagiere gelassen humorvoll! Solltest Du Dich überfordert fühlen, verlasse im Zweifel den Ort des Geschehens. Der Klügere gibt nach! Hier ist Schweigen meistens Gold und verschafft Dir mehr Respekt als ein emotionales Wortgefecht. „Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen“ mahnt Konfuzius.

8. Sorge für inneres Gleichgewicht

1. Sorge mit aktivem Stressabbau für inneres Gleichgewicht. Atme bewusst tief ein und aus und konzentriere Dich nur auf Deinen Atem. 

2. Rede mit einem vertrauten Menschen über die Stresssituation und verarbeite den Stress in einem Gespräch. Vielleicht bekommst Du so noch eine andere Sicht auf das Ereignis! Im persönlichen Gespräch kannst Du Erlebtes verarbeiten und loslassen.

3. Trinke Wasser! Flüssigkeit fördert die Entspannung und bringt innere Ruhe! Trinken ist ein hervorragendes Unterstützer für mehr Gelassenheit.

4. Drehe nach dem Ereignis eine kurze Runde um den Block oder nimm statt des Aufzugs die Treppe! Gehe nach Feierabend joggen oder gönne Dir ein Workout. Kontrolliert Dampf ablassen ist die perfekte Art, wieder in Balance zu kommen.

5. Neben der Bewegung können wir mit Meditation und Entspannungstechniken zur inneren Ruhe zurückfinden. Fantasiereisen, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Oder entspanne Dich bei einem heißen Bad, einem Saunabesuch oder einer wohltuenden Massage.

 

Jetzt hast Du einige Werkzeuge an der Hand. Teste diese und finde Deinen Weg zu innerer Ruhe und Gelassenheit! Hier habe ich noch ein passendes Motto zum Thema!