Fit durch die heißen Tage

Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war. Mark Twain

Für viele Menschen ist der Sommer die schönste Jahreszeit. Schwimmen, Grillen, Eis essen und gesellige Abende im Biergarten begleiten Sonnenanbeter durch die warme Jahreszeit. Allerdings freut sich nicht jeder Mensch gleich auf die hohen Temperaturen.

Wetterempfindliche Personen, alte Menschen, Kinder oder kranke Menschen mit einem geschwächten Immunsystem leiden unter den Hitzegraden. Kreislaufbeschwerden mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Schwindel belasten den Alltag. Sie fühlen sich antriebslos und schlapp. Konzentrationsschwäche, Appetitlosigkeit sowie eine gesteigerte Reizbarkeit sind typische Folgen.

Was können wir nun tun, um die heißen Sommertage trotzdem genießen zu können? Der wichtigste Tipp: Den Körper stärken und gegen wetterbedingte Einflüsse abhärten. Ein gestärktes Herz-Kreislaufsystem kann sich leichter an Temperaturschwankungen und sommerliche Hitzetage anpassen. Lesen Sie hierzu die folgenden Praxistipps.

12 Praxistipps für heiße Sommertage

1. Viel Trinken

1,5 Liter lautet die normale Tagesempfehlung. Ärzte raten an heißen Tagen sogar bis zum 3-4fachen. Trinken Sie Wasser mit einem Spritzer Zitrone oder frischer Minze, ungesüßten Tee oder Schorlen. Die Getränke sollten lauwarm und nicht zu kalt sein.

2. Mineralstoffe wieder zufügen

Bei schweißtreibenden Temperaturen sollten Sie verloren gegangene Mineralstoffe und Salze dem Körper wieder zufügen. Wie wäre es mit einer kalten Minestrone zum Mittag und nachmittags mit einem Stück Wassermelone? Obst- und Gemüsesäfte sorgen für den richtigen Mineralstoffkick.

3. Alkohol einschränken

Der Biergarten lockt. Mich auch ;) Wetterempfindliche Menschen sollten trotzdem den Alkoholkonsum einschränken. Alkohol entzieht dem Kreislauf Flüssigkeit und wirkt belastend auf den Organismus. Ein Bierchen nach Sonnenuntergang ist verträglicher.

4. Kleine Mahlzeiten 

Passen Sie an heißen Tagen Ihre Essgewohnheiten an. Bevorzugen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit mediterraner Kost, wie Fisch, frischem Obst und Gemüse. Oder einem knackigen Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika und einem gesunden Olivenöldressing.

5. Leichte Grillkost bevorzugen

Fette Schweinshaxe, Bauchspeck und Bratwurst belasten und ermüden den Körper zusätzlich. Greifen Sie zur Abwechslung zu fettarmem Fleisch, Geflügel oder Fisch. Auch vegetarische Beilagen finden sich immer häufiger auf einheimischen Grills.

6. Bewegung bleibt wichtig

Leichte körperliche Bewegung, wie ein Spaziergang oder eine entspannte Radrunde im schattigen Wald halten den Kreislauf auf trapp. Lassen Sie sich den Fahrwind um die Nase wehen. Wer schwimmen geht, kann Bewegung & Spaß auf ideale Art verbinden. 

7. Sportliche Aktivitäten

Wer auch an heißen Tagen sein Sportprogramm absolvieren möchte, sollte gezielt die frühen Morgen- und späten Abendstunden nutzen. Empfindliche Personen sollten an den heißen Tagen hohe körperliche Belastung und anstrengenden Sport eher meiden. 

8. Belebendes Wechselduschen

Der Wechsel aus warmem und kaltem Duschen gilt als ideales Training für unser Herz-Kreislauf-System. Erst warm, dann kalt, beginnend mit den Armen und Beinen. Starten Sie vorher mit einer belebenden Bürstenmassage und Ihr Kreislauf kommt in Topform!

9. Wassertreten nach Kneipp

Zur Stärkung des Kreislaufs bei starken Temperaturschwankungen hat sich das Kneippsche Wassertreten bewährt. Lassen Sie ca. 20 cm hoch kaltes Wasser in Ihre Bade- oder Duschwanne ein und laufen Sie im Storchenschritt 1 bis 2 Minuten umher. 

10. Erfrischendes Armbad

Lassen Sie kaltes Wasser ins Waschbecken einlaufen und tauchen Sie beide Arme bis zum Oberarm ein. Bewegen Sie sie nun ein wenig hin und her. Nach ca. 30 Sekunden Arme herausnehmen, das Wasser locker abstreifen und an der Luft trocknen lassen.

Alternativ können Sie ca. eine Minute lang kaltes Wasser aus dem Hahn über Ihren Puls laufen lassen. Herrlich erfrischend!  

11. Autofahrten anpassen

Die Temperaturen steigen in einem unklimatisierten Auto leicht auf 60 - 70 Grad an. Konzentration schwindet und die Unfallgefahr steigt stark an. Machen Sie häufiger kurze Pausen und lüften Sie das Auto gut durch. Lassen Sie alte und geschwächte Personen, Kinder und Hunde niemals in einem geschlossenen geparkten Auto zurück.

12. Kurze Pausen machen

Legen Sie an heißen Tagen regelmäßig kurze Pausen ein. Wichtig ist, dass die Pause vor Einsetzen der Müdigkeit eingelegt wird. So halten Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Konzentration trotz der Wärme länger hoch. Lüften Sie Räume morgens und abends gut durch und schützen Sie Ihren Arbeitsraum vor direkter Sonneneinstrahlung.

 

 

 

Richtiger Umgang mit Panikattacken

Im Herzen der Menschen gibt es leere Orte, und in sie dringt das Leid ein, damit sie fühlbar zu existieren beginnen. Léon Bloy


Panik ist ein sensibles Thema, dass uns aus aller Balance rütteln kann. Körper und Geist befinden sich im Ausnahmezustand. Einem inneren Beben. Wir fürchten um unsere Gesundheit, unsere Existenz, um unser Leben. Daher empfehle ich jedem Betroffenen die professionelle Unterstützung eines guten Therapeuten. 

Aufkommende Panik wird häufig so gut es geht innerlich bekämpft oder verdrängt. Obwohl diese Reaktion mehr als verständlich ist, kann die Panik so leider nicht geheilt werden. Jede Emotion möchte bejahend wahrgenommen und gefühlt werden, bevor sie sich auflösen kann. Annehmen und akzeptieren lautet daher der erste Schritt.

Bitte nutze diese Tipps als allgemeine Vorabinformation für ein Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt oder professionellen Therapeuten. Gehe keine unnötigen Risiken ein! Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle therapeutische Behandlung. 
 

1. Heiße die Panik willkommen

Klingt erstmal völlig schräg! Etwas, was uns zutiefst fürchtet, willkommen zu heißen. Die Panik baut sich weniger stark auf, wenn wir sie erwarten, als wenn wir es fürchten. Verdrängte oder bekämpfte Emotionen wachsen in uns. Wenn die Panik aufkommt, begrüße sie sprichwörtlich. Sage zu ihr, da bist Du ja wieder. Ich begrüße Dich!

2. Akzeptiere sie

Begebe Dich an einen sicheren Ort (bspw. lege Dich auf Deine Couch) und akzeptiere, dass die Panik da ist. Lass sie sich im Körper ausbreiten, spüre sie und beobachte sie ruhig. Die Panik darf jetzt da sein. Sie möchte bejahend akzeptiert werden. Nimm sie so an, wie sie sich gerade zeigt. Wo spürst Du sie? Im Hals, in der Brust, im Magen? Das Herz rast und das Gefühl erfasst den gesamten Körper? Spüre sanft und ruhig hinein.

3. Du bist in Sicherheit

Panikattacken sind in aller Regel rein psychischer Natur und kein organisches Problem. Daher empfehle ich, die Sorgen um Körper und Geist zu trennen. Meist entsteht die Angst hinter der Angst und wir fürchten ernsthaft um unsere Gesundheit. Auch wenn der Körper gerade Höchstleistung vollbringt und das Gefühl extrem unangenehm ist, bleibe ruhig und sage Dir: Es ist nur eine Panik, mein Körper ist in Sicherheit.

4. Drehe den Spieß um

Sage zu der Panik: Ich freue mich, dass Du da bist! Du darf jetzt da sein, und ich freue mich über Deine Gegenwart. Freunde Dich mit der Panik an! Umarme sie innerlich und schenke ihr ein Lächeln! Sage Dir und ihr: Wir schaffen es gemeinsam! Alles ist gut!

5. Fordere mehr

Zum Löschen des Feuers benötigst Du etwas Mut. Während eine Abwehrhaltung die Panik am Leben hält, kannst Du sie löschen, indem Du sie forderst. Gehe tief in das gegenwärtige Gefühl und fordere noch mehr von der Panik! Auf dem Höhepunkt der Emotionen wirst Du spüren, dass die Angst sich langsam abschwächt. 

6. Sie darf jetzt gehen

Wer positiv offensiv mit seiner Panik umgeht, hat eine gute Chance auf schnelle Heilung. Verdrängen und Abwehr führt dagegen tendenziell zur Wiederkehr. Das Empfinden ist in beiden Fällen vergleichbar, daher wähle mutig den richtigen Weg.

7. Zeit der Regeneration

Eine Panikattacke fordert von Körper und Geist sehr viel Kraft. Es ist wie ein Workout auf höchster Stufe. Gönne Dir anschließend eine Zeit der Regeneration. Esse gesunde und nährstoffreiche Kraftmacher und trinke viel Wasser.

Ich empfehle eine begleitende Meditation, die Dir Sicherheit und neue Kraft schenkt. 

 

 

 

12 Schritte raus aus der Erschöpfung

"Manchmal sollte man weder mit, noch gegen den Strom schwimmen, sondern einfach mal aus dem Fluss klettern, sich ans Ufer setzen und Pause machen." Sprichwort


Unser Leben wird zunehmend komplexer und ist täglich mit vielen Herausforderungen verbunden. Hier zeige ich Dir zwölf wirksame Schritte, die Dich aus einer Erschöpfung herausführen und vor den langwierigen Folgen eines Burnouts bewahren können.

1. Gestehe Dir Deine Erschöpfung ein

Dieser erste Schritt ist der entscheidende Schritt. Erkenne an, dass Du erschöpft bist und Dein Tank leer ist. Das fällt den meisten von uns sehr schwer. Im Hamsterrad rennen wir lieber noch schneller, um die Arbeit oder das Problem mit aller Kraft zu meistern. Das treibt uns immer tiefer in den Erschöpfungszustand.

Stopp! Höre auf zu kämpfen, wenn der Tank bereits leer ist! Du hast jetzt die Pflicht, an Dich und Deine Gesundheit zu denken und Deine Batterien wieder neu aufzuladen.


2. Finde die Gründe

Was verursacht Deine Erschopfung? Ist es eine dauerhafte körperliche oder mentale Überforderung? Sind es Sorgen, etwas nicht schaffen zu können oder etwas zu verlieren? Gedankenmuster, wie "Das schaffe ich nie" können uns innerlich lähmen. 


3. Entschleunige

Es ist wichtig, jetzt zu handeln! Nimm Dir eine Auszeit oder plane regelmäßige Feierabendrituale ein. Jetzt bist Du am Zuge, bewusst zu entschleunigen und runterfahren! Was tut Dir jetzt gut? Macht Dich ausgeglichener und zufriedener?

Ein Spaziergang im Park, eine Fahrradtour durch den Wald, ein Nickerchen auf der Couch, ein Wohlfühl-Bad, etwas leckeres Kochen, einen entspannenden Roman lesen, Musik hören, mit Freund oder Freundin ins EisCafe gehen. Entwickle Deine persönliche Regenerations-Oase mit regelmäßigen Zeit-für-Dich-Ritualen.

4. Nutze Lieblingsorte zum Krafttanken

Viele Menschen nutzen persönliche Kraftorte zum Auftanlken und Regenerieren. Das kann die eigene Couch sein, eine Kirche, eine Bank im Park oder ein Ort in der freien Natur. Ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit schenkt und an dem man die Seele baumeln lassen kann. An dem man aber auch Lösungen für sein Problem finden kann. Du kannst auch in Gedanken einen Kraftort entwickeln und immer weiter kultivieren.

5. Nimm Hilfe an

Vielen Menschen fällt es schwer, in schwierigen Situationen Hilfe anzunehmen. Lieber sagt man sich: "Ich schaffe das schon." oder "Bis ich das Anderen erklärt habe, mache ich es lieber selbst und richtig" oder "Ich muss nur stark sein" Leider führen genau diese Einstellungen nur noch tiefer in die Misere. Lerne Hilfe anzunehmen und Dich besser abzugrenzen. Lerne auch mal NEIN zu sagen und kümmere Dich nun um Dich selbst! Sieh es nicht als Schwäche an, die Hilfe anderer Menschen anzunehmen. Es ist Stärke!

6. Rede über Deine Situation

Häufig ziehen wir uns in Erschöpfungssituationen immer mehr zurück. Freundesabende werden gemieden und Vereinstreffen lieber abgesagt. Suche Dir in Deiner Situation einen vertrauensvollen Gesprächspartner. Sprich über Deine Gedanken und Gefühle. Was bedrückt Dich? Rede Dir Deine Sorgen von der Seele. Das entlastet ungemein.

7. Lasse los

Im Hamsterrad rennend, strengen wir uns in schwierigen Situationen immer mehr an. Allerdings lässt sich nicht jedes Ziel mit Gewalt erzwingen. In Phasen der Erschöpfung rate ich Dir, Abstand von der Situation zu gewinnen. Schaue Deine aktuelle Situation gedanklich von einem Berg aus an. Mit Dir als Hauptdarsteller! Wo bist Du? Mit wem bist Du unterwegs? Was läuft gut? Was weniger gut? Bist Du zufrieden in Deiner Rolle? Einen wunderbaren Text zum Loslassen hat Andreas Bourani geschrieben. Viel Spaß beim Ansehen

8. Bewege Dich in der Natur

Diesen Tipp halte ich für einen der Wichtigsten! Bewegung und Sport in der freien Natur reduziert den Stress und macht den Kopf frei. Ein sportliches Auspowern mit einer Ausdauersportart hat bei vielen Betroffenen schon für einen ersten Befreiungsschlag gesorgt. Mein Hausarzt empfiehlt bei Erschöpfungszuständen gerne: Täglich für zwei Stunden raus in die Natur, um dort wieder zu Kräften und zu sich selbst zu finden. 

Grundsätzlich sollte die Bewegungsintensität in der Regenerationszeit leicht bis mittel sein! Keine Orientierung an Bestzeiten und früheren Rekorden. Da bedeutet für Kopf und Körper nur neuen Stress. Sport produziert Glücks- und entsorgt Stresshormone.

9. Konzentriere Dich auf das Wesentliche

Überlege Dir, welche Aufgaben jetzt wichtig sind und welche Du sein lassen kannst. Konzentriere Dich auf das Wesentliche und lasse täglich Freiraum für Erholung und Krafttanken. Mache auch regelmäßig Pausen und achte bewusst auf Deinen inneren Entspannungszustand.

10. Tanke wieder auf

Kopf und Körper sind erschöpft und haben einen erhöhten Schlafbedarf. Gönne Dir eine extra Portion Schlaf für Deine Regeneration. Oder einen erholsamen Mittagsschlaf. Nutze Entspannungstechniken. Eine Meditation oder Fantasiereise. Einen erholsamen Saunabesuch oder eine wohltuende Massage. Ganz nach Deinem persönlichen Gusto!


11. Gib Deinem Körper, was er braucht

In Zeiten von Stress und Überforderung hat unser Körper erhöhten Nährstoffbedarf. Anstelle des schnellen Griffs zu Süßem empfehle ich Dir nährstoffreiche Vitalquellen, die Dich wieder erfolgreich auf die Beine bringen. Fülle die leeren Tanks wieder auf!

Um unseren gestressten Kopf frei zu bekommen, ist es wichtig, mehr als normal zu trinken! Zwei bis drei Liter täglich sollten es schon sein. Greife dabei zu Wasser, ungesüßtem Tee, Schorle oder zu einem alkoholfreien Bier. Dein Kopf dankt es Dir!

12. Begib Dich auf Lösungssuche

Überlege Dir mit Unterstützung der richtigen Vertrauenspersonen dauerhafte Lösungen für Deine aktuelle Situation. Suche nach Lösungen und kreise nicht grübelnd um das Problem. Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die allerdings aktiv gesucht und vor allem angegangen werden muss. Hilflos zusehend in einer belastenden Situation zu verharren, führt direkt in eine Depression oder in den Burnout. Werde jetzt aktiv!

Suche auch nach Entlastungsmöglichkeiten für Deine aktuelle Situation. Kannst Du etwas abgeben? Kann Dich jemand untertützen? Welche Lösungen bieten sich an? Wie können Deine Wünsche und Bedürfnisse zukünftig besser erfüllt werden? Höre auf Deine innere Stimme und vertraue Deinen Gefühlen.

 

Falls Du alleine nicht weiter kommst, empfehle ich Dir die Unterstützung eines guten Therapeuten oder Coaches, der gemeinsam mit Dir Deinen richtigen Weg erarbeitet. 

Zum Abschluss dieses Themas hab ich noch ein Loslassen Lied für Euch. Alles Gute!

 

 

 

 

Bewusster Umgang mit dem Smartphone

"Zeit hat man nur, wenn man sie sich nimmt" Karl Heinrich Waggerl

Wenn wir nach Gründen für unseren zunehmenden täglichen Stress suchen, kommen wir um das Thema Smartphone und die Nutzung moderner Medien nicht herum. 2017 haben Personen über 14 Jahre in Deutschland täglich knapp vier Stunden täglich fern gesehen. Hinzu kommen werktags noch mehr als drei Stunden Radio und zweieinhalb Stunden Internet.

Das Smartphone: Unser unverzichtbarer Begleiter

Das Smartphone ist für die meisten von uns zum unverzichtbaren Begleiter geworden. Wir greifen im Schnitt alle paar Minuten zum Smartphone. Ich habe aktuelle Studien von 88 bis zu 214 Griffen zum Smartphone pro Tag gefunden. Diese große Spannbreite der Nutzung finden wir auch in unserem Umfeld. Vielnutzer kommen locker auf über drei Stunden Handygebrauch pro Tag. Aber warum ist das Handy so reizvoll für uns? 

Kaum ein anderes Medium kann unsere individuellen Wünsche und Bedürfnisse so schnell und vielfältig befriedigen, wie das Smartphone oder das Internet. Fast alles ist mit dem Smartphone heute schon möglich: Kommunizieren, verabreden, informieren, fotografieren, shoppen, banking, streamen und Filme schauen, Musik hören, spielen oder Social Media. Die Liste der Möglichkeiten wird täglich länger.

Bei der Nutzung werden biochemische Prozesse ausgelöst und Glückshormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet. Wir fühlen uns wohl. Und wir wollen immer mehr davon. Wartezeiten werden zu Smartphone-Zeiten. 

Allerdings ist das Nichts tun oder mal die Seele baumeln lassen extrem wichtig für den Menschen. Sie sind Voraussetzung für Kreativität und neue Motivation. Die wichtigsten Erfindungen sind nicht in emsiger Betriebsamkeit, sondern in Ruhezeiten entstanden.

Wir benötigen neben Phasen der Aktivität auch regelmäßige Phasen der Erholung und Entspannung. Diese Phasen fallen leider sehr häufig dem Smartphone zum Opfer. 

Das Smartphone beeinflusst unsere Arbeitsqualität

„Je häufiger wir auf das Smartphone schauen, desto unproduktiver werden wir“ sagt Professor Montag von der Universiät Ulm. Er hat mit seinem Team rund 100.000 Apps ausgewertet, die die tägliche Nutzung der Smartphones aufzeichnen.

Wir schauen viele Male in der Stunde auf unser Smartphone und teilen so unsere verfügbare Zeit in viele kleine Abschnitte. Wirklich produktives Arbeiten an einer großen Aufgabe ist so kaum möglich, da wir immer wieder gedanklich herausgerissen werden. Konzentration und auch Kreativität leiden massiv.

Nach jeder Störung braucht das Gehirn einige Minuten, um die Konzentration auf die Sache wieder herzustellen. In dieser Zeit haben viele Nutzer schon längst ein weiteres Mal auf ihr Handy geschaut. 

Die Studien zeigen ferner, je näher wir das Smartphone bei uns ist, desto abgelenkter sind wir. Im drei Untersuchungen wurde das Handy einmal offen neben sich auf dem Tisch platziert, einmal in der Tasche neben sich aufbewahrt und zuletzt ganz aus dem Raum entfernt.

Ergebnis:: Je näher das Handy bei uns ist, desto größer ist die Bereitschaft, regelmäßig drauf zu schauen. Klingt logisch, allerdings mit nachhaltigen Konsequenzen für unseren Stresslevel. Wichtige regenerative Ruhepausen und Selbstreflexion fallen weg. 

Selbstmanagement ist gefragt

Ich empfehle einen bewussten Umgang mit dem Smartphone und den modernen Medien und diese individuell auf ein gesundes Maß zu reduzieren.  Zeitmesser Apps wie Menthal oder Moment messen Ihre individuelle Nutzung und können Sie bei dieser Aufgabe unterstützen. Nachfolgend finden Sie Tipps, die Ihnen bei Selbstmanagement helfen können.

Als Ausgleich zu Online-Zeiten empfehle ich regelmäßige Offline-Zeiten. In der Mittagspause und ab einer bestimmten Zeit in den Abendstunden. Das Schlafzimmer möglichst als reinen Ruheraum nutzen. Ohne elektronische Strahlung oder störende Lichtquellen. Diese beeinflussen die Produktion des Ruhe- und Erholungshormons Melatonin, welches maßgeblich für einen gesunden Schlaf und die Aktivierung der biologischen Selbstheilungskräfte während der Nacht verantwortlich ist.

  

Sechs Tipps für einen bewussten Umgang mit dem Smartphone

  1. Kaufen Sie sich einen Wecker und lassen Sie das Handy aus Bad und Schlafzimmer
  2. Starten Sie offline in den Tag: vom Aufstehen, über das Bad bis zum Frühstück
  3. Eine Stunde vor dem Schlafengehen kein Handy und Internet für besseres Einschlafen
  4. Richten Sie regelmäßige Offline-Zeiten ein: abends, unterwegs oder im Urlaub
  5. Checken Sie Nachrichten und E-Mails nur zu individuell festgelegten Zeiten
  6. Legen Sie das Handy auch mal ganz weg oder machen es aus.

 

Finden Sie Ihre individuell optimale Nutzung des Smartphones. Es hilft in der Regel, sich einmal bewusst mit dem Thema zu beschäftigen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

 

 

Mit Energie durch die Winterzeit

"In der Stille und Geduld des Winters liegt die Kraft für das Neue." Monika Minder


Die Tage werden kürzer und an einem richtig trüben oder regnerischen Wintertag fällt es manch einem schwer, sich von der gemütlichen Couch zu lösen. Auch die Natur zieht sich zurück und ist mit deutlich weniger Kraft unterwegs als noch im Sommer. Auch wir Menschen sind Teil der Natur und dürfen uns, wenn es die Zeit erlaubt, gerne auch mal der Wintermuße hingeben. 

Andererseits sind viele unserer Lebensbereiche gerade im Winter auf Hochtouren unterwegs. Zahlreiche Branchen haben Hochkonjunktur und wir benötigen Kraft und Energie, um die täglichen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Welche Energiequellen können wir dafür anzapfen?

 

Zehn Praxistipps für Deinen Wintertag 

Gesunder Schlaf

Unser Nachtschlaf ist die natürliche Basis für unsere Fitness am Tage. Wenn wir nicht auf unseren Schlaf achten, helfen auch die weiteren Energietipps wenig. Wir benötigen Schlaf für Erholung, Regeneration und die Verarbeitung von Gelerntem oder Erlebtem. Die durchschnittliche Schlafdauer liegt bei ca. 7 Stunden. Neben der individuellen Länge -ca. 5-9 Std.- ist die Schlafqualität entscheidend. Schaffe Dir eine behagliche Atmosphäre, die Deine Nachtruhe unterstützt. Beruhigende Abendrituale oder ein kurzer Gang um den Block können sich positiv auf das Einschlafen auswirken.

Kurze Pausen erhalten Leistungskraft

Erholt arbeiten wir konzentrierter, kreativer und fehlerfreier. Richtig eingesetzte Pausen erhöhen unsere Leistungsfähigkeit, denn wir arbeiten anschließend schneller und konzentrierter. Regelmäßige Auszeiten von nur 5 Minuten pro Stunde halten uns fit. Wichtig: Gönne Dir Pausen, bevor Müdigkeit und Konzentrationsschwäche einsetzen. Nutze die Auszeit für einen kurzen Spaziergang, einen Plausch mit Kollegen oder eine kurze Entspannungsübung. Keine Erledigungen zwischendurch! Eine Pause ist nur dann effektiv, wenn sie der Erholung dient. Das bringt die Kraft schnell wieder zurück.

Power Napping gegen das Mittagstief

Auch der moderne Power Nap von 10 - 20 Minuten im Mittagstief gilt als gesunde Grundlage für einen vitalen Neustart am Nachmittag. Das Bedürfnis nach einer kurzen Mittagsruhe ist Teil unserer biologischen Natur. Es geht dabei weniger um den Schlaf als um das Ausruhen. Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Leistungsfähigkeit steigen danach deutlich messbar an. Der berühmte Heißhunger am Nachmittag wird weniger und die Stimmung steigt durch die Produktions des Glückshormons Serotonin.

Lebe in Deinem Rhythmus  

Bist Du eine Lärche oder eine Eule? Bist Du morgens als erster im Büro oder machst Du gerne Frühsport? Oder kommst Du erst am Tag richtig auf Touren und hast abends noch lange Schwung? Wir haben Alle eine innere Uhr, die beachtet werden möchte. Denn jede Abweichung von unserem natürlichen Biorhythmus bringt uns aus dem Takt und raubt uns Energie. Gehe Deinen Tag gedanklich einmal durch und schaue, zu welchen Zeiten Dein Energielevel am höchsten ist. Nutze diese Hauptenergiephasen für Deine wichtigsten Tagesaufgaben. Die Phasen mit wenig Energie können wir dagegen hervorragend für Routineaufgaben oder ein kreatives Brainstorming nutzen.

Licht und frischen Sauerstoff tanken

Die Empfehlung lautet: Täglich 30 Minuten raus an die frische Luft! Die ideale Zeit für einen Aufenthalt im Freien ist die Mittagszeit mit den besten Lichtverhältnissen. Die Produktion des Glückshormons Serotonin und von Vitamin D über die Haut wird angeregt. Die Stimmung steigt an und der Winterblues darf jetzt gehen. Wir können auch am offenen Fenster tief einatmen und uns die Sonne ein paar Minuten auf das Gesicht scheinen lasen. Gleichzeitig wird die Wohnung gut durchgelüftet. Der frische Sauerstoff sorgt für einen klaren Kopf und steigert unsere Konzentration. 

Wellness für Körper, Geist und Seele 

Ein entspannter Saunabesuch im Winter ist eine wahre Wohltat. Sauna bekämpft erfolgreich den Stress des Alltags. Eine Runde schwimmen, kreislaufanregendes Wechselduschen, ein sprudelnder Whirlpool und eine tiefenentspannende Massage komplettieren den wohltuenden Wellnesstag. Wellness wirkt auf Körper, Geist und Seele gleichermaßen. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden durch die wechselnden Temperaturreize stimuliert. Zugleich kommt der Geist inmitten des hektischen Alltags zu einer verdienten Ruhepause. Auch kalte Kneippsche Güsse über Arme und Beine oder Bürstenmassagen hin zum Herzen beleben den Kreislauf und verleihen neue Energie.

Aufrechte Körperhaltung einnehmen

Viele von uns sitzen tagsüber müde und schlapp in gekrümmter Haltung vor dem Computer. Achte im Alltag auf Deine Körperhaltung. Eine aufrechte Haltung mit durchgedrücktem Kreuz, Brust raus und Schultern zurück macht Dich automatisch wacher und konzentrierter. Kleine Streckübungen des Oberkörpers und der Arme runden diesen Energietipp insbesondere für die vielen Bürotätigen ab.

Vitaler Genuss

Eine ausgewogene Ernährung ist in den Wintermonaten sehr wichtig. Insbesondere die Vitamine C und E stärken unser Immunsystem und schützen uns vor Erkältungen. Starte morgens mit einem gesunden Müsli oder einem kräftigen Vollkornbrot. So wird die Energie langsam und gleichmäßig über den Tag hinweg ausgeschüttet. Orangen, Mandarinen und andere Früchte versorgen Dich mit gesunden Vitaminen. Achte auch auf ausreichendes Trinken in den Monaten, an denen wir weniger Durst verspüren. Tipp: Gesunder Ingwertee sowie Ingwer- der Zitronenwasser schützen vor Infekten. 

Wer rastet der rostet

Bleibe auch während der kalten Jahreszeit in Bewegung. Sport und Bewegung fördern die Durchblutung und bringt den Kreislauf in Schwung. Das Immunsystem wird gegen Infektionskrankheiten gestärkt. Am Besten ist die Kombination aus Bewegung und frischer Luft. Ein Spaziergang oder Nordic Walken im Wald oder ein Gang über den Weihnachtsmarkt. Im Büro können wir die Treppe anstelle des Aufzugs nutzen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Kreislauf im Alltag erfolgreich in Schwung zu halten. In einer Morgenritual-Übung, integriert in den Alltag oder beim Feierabendsport. 

Soziale Kontakte heben die Stimmung

Pflege Deine Freundschaften und sozialen Kontakte. Wir schöpfen enorm viel Kraft aus Begegnungen mit netten Menschen. Wir erleben schöne Momente, die wir mit anderen teilen dürfen. Gute Gespräche bringen uns auf andere Gedanken und neue Ideen! Wenn es uns nicht gut geht, erfahren wir bei einem Kaffee oder einem guten Telefonat Trost und Aufmunterung. Soziale Kontakt wirken positiv auf unser Hormonsystem. Daher fasse Dir ein Herz, runter von der Couch und und rein in die gesellige Runde! 

Weitere :-) Tipps gegen den Winterblues

Bewahre Dein Lachen und Deine positive Einstellung. Lachen ist gesund :-)

Drehe Deine Lieblingsmusik auf die richtige Lautstärke und singe lauthals mit! Klingt etwas schräg? Macht gar nichts :-) 

Wie wäre es heute mit mit einer kurzen Auszeit bei einem heißen Tee, einem schokoladigen Kakao und einem leckeren Kaffee oder Cappuccino :-)

Gemeinsam Plätzchen backen mit der ganzen Familie! Genuss, gemeinsame Aktivität und Geselligkeit in einem Paket :-)

Dekoriere Deine Wohnung bunt oder streiche eine Wand mit einer leuchtenden Farbe. So hellst Du Dir den heimischen Winter auf :-)

Plane Deinen nächsten Urlaub! Und erfreue Dich an den Fotos von Palmenstränden oder schneebedeckten Bergen. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude :-)

Vielleicht ist Dir beim Durchlesen ja auch noch eine eigene gute Idee aufgekommen?

Auf geht's :-) und viel Spaß!